Info-Veranstaltung zur Schulentwicklung in Burgwedel für interessierte Mitbürger

Wann? 03.02.2011 18:00 Uhr

Wo? Gymnasium Großburgwedel, Auf der Ramhorst 1, 30938 Burgwedel DEauf Karte anzeigen
Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt verpflichtet zu Sitzungsbeginn die beiden neuen Ausschussmitglieder Björn Weimann als Elternvertreter und Heike Studolny als seine Stellvertreterin. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Riesig war das Interesse der Mitbürgerinnen und Mitbürger an der letzten Sitzung des Schulausschusses der Stadt Burgwedel am 20. Januar. (Foto: Hans Hermann Schröder)
Burgwedel: Gymnasium Großburgwedel |

Am Donnerstag, 3. Februar um 18.00 Uhr in der Aula des Gymnasiums Großburgwedel

GROSSBURGWEDEL (hhs). Am morgigen Donnerstag, den 3. Februar sind alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich für die sogernannte „Weiterentwicklung der Schullandschaft in der Stadt Burgwedel“ interessieren, im Namen der Stadt Burgwedel herzlich zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Diese wird in der Aula des Gymnasiums Großburgwedel stattfinden, „dem größten für eine derartige Veranstaltung zur Verfügung stehenden Saal in der Stadt“, wie es Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt auf der letzten Sitzung des Schulausschusses ausdrückte. Beginn ist um 18.00 Uhr.
Im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung der Stadt Burgwedel einen Schulentwicklungsplan für Burgwedel vorgelegt. Der war nicht „ohne Not“ entstanden. Im Wesentlichen sprachen drei Anlässe dafür: Zum einen erwies die Analyse der Schülerzahlen einen starken Rückgang an Haupt- und Realschule, zum Zweiten wurde eine Abwanderung von Schülerinnen und Schülern aus Burgwedel zu anderen Schulstandorten, insbesondere zu den Integrierten Gesamtschulen in Langenhagen und der Gemeinde Wedemark nachgewiesen. Letztlich schien die Burgwedeler Schullandschaft den Eltern auch nicht zu gefallen, weil sie einem Großteil der Schullaufbahnempfehlungen der Grundschulen für ihre Kinder nicht nach kamen.
Die Verwaltung zog daraus den Schluss, dass die Durchlässigkeit von einer zur anderen Schulform gesteigert werden müsse, und entwickelte das Modell einer „Stadtschule“, die in enger Kooperation von Haupt- und Realschule und Gymnasium Großburgwedel für diese Durchlässigkeit sorgen und die beiden Schulformen Hauptschule und Realschule am Schulstandort Großburgwedel sicher stellen sollte auf der Basis des geltenden Schulgesetzes. Im Klartext: Die Verwaltung hat im Herbst vergangenen Jahres eine Vorlage erarbeitet, die das Machbare auf der Basis der Rahmenbedingungen Burgwedels und des Schulgesetzes präsentierte, in der Hoffnung, damit auch die Abwanderung von Burgwedeler Schülerinnen und Schüler zu anderen Schulstandorten zu vermindern. .
Die öffentliche Diskussion wird kontrovers geführt. Vielen Eltern erscheint das Konstrukt der Stadtschule zu abstrakt oder undurchsichtig. Die Gründung einer Integrierten Gesamtschule in Burgwedel wurde als Alternative zur Einführung der Stadtschule diskutiert, diese Schulform kennt man mit ihren Vorteilen und dorthin wechseln viele Burgwedeler Schülerinnen und Schüler. Allerdings wurde dabei verkannt, dass eine IGS nach Vorgabe des Schulgesetzes wegen mangelnder Bevölkerungs- und damit auch Schülerzahlen nicht genehmigungsfähig ist.
Unterdessen zeichnete es sich ab, dass das Land Niedersachsen eine Änderung des Schulgesetzes plante. Seit Dezember liegt der Entwurf mit dem Titel „Gesetz zur Neuordnung der Schulstruktur in Niedersachsen“ vor, er soll Mitte März im Landtag beschlossen werden. Damit wird dann die „Oberschule“ als neue Schulform im Niedersächsischen Schulgesetz verankert und den Schulträgern die Möglichkeiten eröffnet werden, die Einrichtung der neuen Schulform bereits ab Schuljahrsbeginn 2011/12 (1. August 2011) zu ermöglichen. Damit sind die Pläne Burgwedels für eine Stadtschule vom Tisch.
Im direkten Vorfeld der letzten Sitzung des Schulausschusses der Stadt Burgwedel, sicherlich eine zufällige Terminierung, hat das Kultusministerium „Hinweise für die kommunalen Schulträger zur Errichtung von Oberschulen im Land Niedersachsen“ veröffentlicht. Danach sind zwei Formen von „Oberschulen“ möglich: Eine mit und die andere ohne gymnasialen Zweig. An beiden Oberschulformen sind die Abschlüsse im Sekundarbereich I wie bisher an Haupt- und Realschulen praktiziert möglich. Die Oberschule ist entweder nach Schuljahrgängen gegliedert oder in ihr sind Hauptschule und Realschule als aufeinander bezogene Schulzweige verbunden. In der nach Schuljahrgängen gegliederten Oberschule wird der Unterricht in schulzweigspezifischen und schulzweigübergreifenden Lerngruppen erteilt. Ab dem 9. Schuljahr soll der schulzweigspezifische Unterricht überwiegen. Ist die Oberschule in Schulzweige gegliedert, wird der Unterricht in überwiegend schulzweigspezifischen Klassenverbänden erteilt, so die oben zitierten Hinweise. Wird die Oberschule um einen gymnasialen Zweig erweitert, dann soll für die Schülerinnen und Schüler dieses Zweiges ab der 7. Klasse schulzweigspezifische Unterricht überwiegen. Ab der 9. Klasse muss er überwiegen. Anders als bei der Oberschule ohne gymnasialen Zweig werden hier die Schüler von Jahrgang fünf bis zwölf unterrichtet und es können auch alle Abschlüsse wie am Gymnasium üblich erworben werden.
Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt, der die Vorgaben der Neufassung des Schulgesetzes und der Durchführungsverordnung in Kürze dem Schulausschuss vorgestellt hatte, zog ein prägnantes Fazit: „Das bedeutet konkret, dass in der Oberschule ohne gymnasialen Zweig alles möglich ist, von komplett getrennt bis alles zusammen. Die Oberschule mit gymnasialen Zweig ist stark getrennt und kursdifferenziert. Beide Optionen haben Vor- und Nachteile“.
In der anschließenden Diskussion des Schulausschusses machte der Lehrervertreter Kurt Kaschke klar, dass es schon sinnvoll sei, die Burgwedeler Schulentwicklung voran zu treiben. Einmal könne man die 170.000 Euro jährlich sparen, die an Fremdkommunen zu zahlen sind für die Beschulung von Schülern aus Burgwedel. Zum anderen müsse man den politischen Aspekt bedenken, der nun mit dem Gesetzentwurf vorliege. Gemeinsames Lernen müsse weiterhin im Vordergrund stehen, es müsse eine Situation geschaffen werden, in der die Schüler gemeinsame Ziele entwickeln. Nun gehe es darum, welches der richtige Weg für die Burgwedeler Schullandschaft, die Eltern und die Schüler sei. Die Ausschussmitglieder der Parteien wollten sich an diesem Abend noch nicht endgültig festlegen. Dr. Isa Huelsz brachte es auf den Punkt: „Die Durchführungsbestimmungen bieten einigen Spielraum und Variationsmöglichkeiten. Wir sollten das in Ruhe entscheiden“, sagte sie und schlug vor, die jetzt notwendigen Weichenstellungen nach der Bürgerversammlung morgen in der nächsten Sitzung des Ausschusses am 15. Februar zu fällen. Dem stimmte der Ausschuss zu.