In den Ferien in den Wald

Das gemeinsame Erreichen der Ziele stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. (Foto: Olaf Slaghekke)
 
Kleine Teamspiele im Wald. (Foto: Olaf Slaghekke)

Waldpädagogisches Konzept im städtischen Hort Thönse

THÖNSE (r/bs). Auch in den Ferien in den Wald – im städtischen Hort Thönse eine Selbstverständlichkeit. Das Waldpädagogische Konzept der Sonnenblumenschule macht auch vor den Ferien kein Halt.
In Absprache mit Nadine Heim der Koordinatorin GS & Hortleiterin und Kooperation mit den niedersächsischen Landesforsten gab es für die Kinder aus der Betreuungsgruppe im Thönser Hort in diesen Ferien zum ersten Mal auch während der unterrichtsfreien Zeit ein Angebot des Waldpädagogen Olaf Slaghekke.
Ergänzend zu den wöchentlich stattfindenden Spaziergängen mit ihren Erzieherinnen gab es für die daheimgebliebenen Kinder im Rahden ein erlebnispädagogisches Angebot im Wald. Was erfahrene Waldpädagogen schon immer geahnt und gefühlt haben wird jetzt auch wissenschaftlich untersucht. Japanische Forscher entdeckten die positiven Wirkungen von Waldspaziergängen, so dass man jetzt in Fernost eifrig dabei ist, Wälder in Therapiezentren umzuwandeln. In Japan nennt sich der neueste Therapie-Hit shinrin yoku oder forest bathing, zu Deutsch „Waldbaden“.
„So weit wollen wir hier an der Sonnenblumenschule noch nicht gehen“, sagt Olaf Slaghekke. „Es zeigt jedoch, dass wir uns mit unserem waldpädagogischen Konzept schon seit einigen Jahren auf dem richtigen Weg befinden und bestärkt uns in unserer Arbeit. „Neuerdings kann ich auch Elemente aus der Erlebnispädagogik in meine Waldtage mit den Kindern einbauen und durch die ERCA-Zertifizierung zum Trainer für temporäre Niedrigseilgärten die Wald- und Wildnispädagogik optimal ergänzen.“
Die Erlebnispädagogik setzt darauf, dass sich besondere Erlebnisse tief einprägen und lange nachwirken.
Hierbei erfreuen sich mobile/temporäre Seilaufbauten bei vielen Jugendaktivitäten zunehmender Beliebtheit. So ist es möglich, dass mit wenig Aufwand spannende Bewegungsaufgaben und Parcours errichtet werden, die Geschicklichkeit, Gleichgewicht aber auch soziale Kompetenzen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsen fördern können.
In Abstimmung mit dem Revierförster des Forstamtes Fuhrberg Herrn Kubel ging es schon früh am Morgen in den Rahden, um den Niedrigseilgarten inmitten des alten Eichen- und Buchenbestandes aufzubauen. Pünktlich gegen 10.00 Uhr erreichte die Gruppe der Kinder mit ihren beiden Erzieherinnen dann auch schon den vereinbarten Treffpunkt. Nach einer ausgiebigen Frühstückspause machten sich die Mädchen und Jungen bei herrlichem Sommerwetter mit kleinen Teamspielen warm, bevor es an den vorbereiteten Niedrigseilgarten ging.
Wie bei den teilweise selbst hergestellten Spielmaterialien, geht es auch im Niedrigseilgarten fast ausschließlich um Aufgaben, die in der Gruppe gelöst werden müssen. Je besser sich die Kinder absprechen und zusammen arbeiten können umso eher kommen sie zum Erfolg. Das gemeinsame Erreichen der Ziele stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Erfahrung zeigt ihnen, dass viele Aufgaben nur in der Gruppe zu lösen sind.
Bis in den frühen Nachmittag hinein waren alle begeistert bei der Sache und die tolle Atmosphäre im Wald steuerte ihr übriges hinzu. Als sie sich, nach einem großen Schluck aus der Wasserflasche, wieder auf den Heimweg zur Sonnenblumenschule machten herrschte Einigkeit darüber, dass so eine Aktion auch in den nächsten Ferien wieder angeboten werden sollte.
Vielleicht gibt es ja dann auch die Möglichkeit andere Kinder mitzunehmen, die zur Zeit nicht im Hort angemeldet sind oder das eine Kooperationsveranstaltung zusammen mit den Kindern der anderen Burgwedeler Grundschulen stattfinden kann. Auf jeden Fall „Wald“.