Im Zeichen der Ökumene: Gemeinsame Kirchentage der Christen beider Konfessionen

„Geistliche Abendmusik“ in St. Paulus: Gemeinsamer Auftritt der drei Chöre von St. Marien, St.Paulus und St. Petri. (Foto: Renate Tiffe)
 
Pfarrer Schultz pflanzte eine der drei Rosen hinter dem Amtshof. (Foto: Renate Tiffe)

Begegnungen unter dem Motto: „Mitten im Leben - Gemeinsam im Glauben stärken“

GROSSBURGWEDEL (ti). Die ökumenische Bewegung hat in den Kirchen Großburgwedels eine mehr als 40-jährige Tradition. St. Petrus und St. Paulus -nicht von ungefähr war bei Gründung der katholischen Pfarrgemeinde im Jahr 1966 der andere Apostel als Name gewählt worden. Es gibt viele gemeinsame Veranstaltungen im Jahreslauf. Dennoch: ökumenische Kirchentage wurden in diesem Jahr - nach zwölf Jahren - erst zum zweiten Mal gefeiert.
Drei Tage, ein ganzes Wochenende lang, fanden Veranstaltungen der christlichen Kirchengemeinden statt. Einbezogen waren die evangelische Kirchengemeinde St. Marien und die Bethlehem Baptistengemeinde aus Isernhagen. Immer wieder gab es Gelegenheiten zu persönlichen Begegnungen, zu Gesprächen, zum Miteinander. „Mitten im Leben - Gemeinsam im Glauben stärken“ lautete das Motto, dazu angetan, die christlichen Kirchen zusammen stark zu machen, gegen den Geist der Zeit, der eher zur Beliebigkeit neigt. Mehr Menschen als erwartet fanden sich zu den Kirchentagen ein.
Mitten in Großburgwedel, im „Amtshof“ – nicht in einer der Kirchen - fand der Eröffnungsgottesdienst statt. Mehr als 200 Besucher ließen sich von den Pastoren Bodil Reller und Andreas Böger und Pfarrer Hubert Schultz in das Anliegen der Tage einführen. „Machen sie mal die Augen zu“, forderte Schultz die Kirchentagsbesucher auf, „damit jeder die blinden Flecken bei sich selbst sehen kann“. Das Evangelium von der Heilung des Blinden diente als Predigttext. Die Darstellungen der Jugendgruppe von Elke Seidlitz unterstrichen, wie viel Blindheit es im Alltag gibt. Die Gruppe „Sound Factory“ unter Leitung von Christian Conradi sorgte für die musikalischen Kontrapunkte.. Ein gelungener Auftakt für den anschließenden „Abend der Begegnung“, der – bei Häppchen und Getränken - noch um ein besonderes „Schmankerl“ bereichert wurde, das Kirchenkabarett, das Kritisches und Amüsantes zum Thema beizutragen hatte.
Der Sonnabend war ausgefüllt mit vielen Aktivitäten. Eine Führung gab es durch die Bilder-Ausstellung „Frauen der Bibel“, die schon seit Anfang August im Rathaus zu besichtigen ist. Einen „Raum der Stille“ bot die St. Petri Kirche und Antonia und Sven Heinrich luden ein zum „Bibelteilen“, der spirituellen Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift, fernab von der üblichen Auslegung. Spontan fand sich eine Gruppe für später zusammen.
Der Nachmittag gehörte den Familien, den Kindern und Jugendlichen. Er musste wegen des andauernden Regens im Saal stattfinden. Was der Freude am Singen der Kleinen von der Burgwedeler evangelischen Kindertagesstätte keinen Abbruch tat. Mit der anspruchsvollen Kinderkantate „Arche Noah“ trat der Fuhrberger Kinderchor unter der Leitung von Hanne Zühlke auf. Jugendlichen Pep brachten die Kleinburgwedeler Konfirmanden mit einer modernen Version des Gleichnisses vom verlorenen Sohn auf die Bühne, einstudiert von Annemarie vom Rad.
Der Tag klang aus mit der „Geistlichen Abendmusik“ in St. Paulus. Im gemeinsamen Auftritt der drei Chöre von St. Marien, St.Paulus und St. Petri wurde unter der Leitung von Martin Helge Lüssenhop u.a. die Messe in D Op.86 von Antonin Dvorak dargebracht. Christian Conradi begleitete an der Orgel. Im Gebet fand Pfarrer Schultz mutige Worte zur Ökumene. Wer soll die Gemeinsamkeit leben, wenn nicht wir, fragte Pastorin Reller.
Im abschließenden Gottesdienst am Sonntag in der St. Petri-Kirche bestätigten Probst Martin Tenge und Superintendent Martin Bergau, wie weit sich das Zusammenleben der Christen schon entwickelt hat gegenüber der Zeit ihrer Kindheit.
Drei weiße Rosen, gepflanzt hinter dem Amtshof, sollen an die Kirchentage 2011 erinnern. Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt beteiligte sich mit der dritten Rose. Er wünsche sich öfter ein solches Ereignis, sagte er. Der Wunsch, nicht wieder zwölf Jahre bis zu den nächsten Kirchentagen verstreichen zu lassen, war in diesen Tagen öfter zu hören.