IGS rüstet sich für die Zukunft

Viele Möglichkeiten für berufspraktisches Arbeiten: Schulleiter Dr. Marco Schinze-Gerber präsentiert eine Standbohrmaschine in der reichhaltig ausgestatteten Werkstatt der IGS. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Die schlichte Fassade steht im Kontrast zur inhaltlichen und farblichen Vielfalt, mit der sich die IGS auf die Zukunft einstellt. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Studien- und berufsbezogene Inhalte sollen mit besonderen Angeboten gefördert werden

Großburgwedel (bgp) Frische Farbe, mehr Berufspraxis, Digitalisierung: Das und vieles mehr stellte IGS-Schulleiter Dr. Marco Schinze-Gerber in einem Gespräch vor. So sei die Verwaltung renoviert und ein Großteil des Farbkonzeptes für die Jahrgangsstufen umgesetzt worden.
„Wir haben letztlich schon seit 2016 mit Jahrgangsfarben gearbeitet, gemeinsam mit dem Stadtarchitekten wurde das Farbkonzept jetzt für das ganze Gebäude angepasst“, ließ er wissen. Frisches Grün oder Pink, jeder Jahrgang und die Treppenhäuser erhalten einen eigenen Farbton, um Orientierung und Identifikation zu optimieren. Der Direktor ist begeistert von dem Farbkonzept, räumt jedoch ein: „Farbe ist wichtig, schafft aber keine anderen Nutzungsmöglichkeiten.“
Der Neubau des SEK-I-Gebäudes für das Gymnasium wird erst im Sommer nächsten Jahres fertig gestellt sein, bis dahin werden auch etliche Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums in der IGS untergebracht. Schinze-Gerber ist deshalb erfreut über eine Nutzungserweiterung, die gleichzeitig einen jahrelang gehegten Traum von Eltern und Schülern wahr macht.
Im Erdgeschoss und auf den Fluren im Obergeschoss nahe den Klassenräumen sollen feste Tische und Bänke installiert werden. „Das ist ungenutzter Raum und wir haben endlich die brandschutztechnische Genehmigung dafür erhalten“, freut sich der Direktor. Insgesamt 40 Bänke plus dazugehörige Tische sind vorgesehen.
Im Erdgeschoss sollen fünf Sitzgruppen für den Pausenaufenthalt aufgestellt werden. Im ersten Obergeschoss werden die restlichen Sitz- und Arbeitsmöglichkeiten installiert. Da der Brandschutz hohe Priorität hat, dürfen keine Stellwände als Abgrenzung aufgestellt werden. „Die zahlreichen Brandschutztüren zwischen den Flurabschnitten bilden allerdings auch eine Abtrennung“, betont Schinze-Gerber.
Ein neues Heim bekamen die Schulsanitäter, die aus einem kleinen Zimmer gegenüber vom Verwaltungsbüro in einen größeren Raum im Pausenbereich umziehen konnten. Auch die Schülervertreter können sich nun über einen eigenen Raum freuen, der ihnen zur Verfügung gestellt wurde.
Abwechslung im Unterrichtsalltag erwartet die Schülerinnen und Schüler, wenn die Schulküche saniert worden ist. Der Plan für die Einrichtung und Nutzung steht bereits. Der Hauswirtschaftsunterricht ist fester Bestandteil im Profil Arbeit Wirtschaft Technik (AWT). Die Jahrgänge fünf bis sieben werden für ein halbes Jahr getrennt in kleinen Gruppen unterrichtet. Eine Gruppe hat Module wie PC, Werken und Technik mit Löten, Arbeiten an der Ständerbohrmaschine oder Holzprojekten.
Die andere Gruppe hat im 5. Jahrgang Textiles Gestalten, im 6. Jahrgang geht es um gesundes Frühstück und Wirtschaften: „So lernen die Schülerinnen und Schüler beispielsweise mit ihrem Taschengeld auszukommen“, sagt der Schulleiter. Der 7. Jahrgang befasst sich dann mit dem „Arbeitsplatz Küche“.
„Der Schwerpunkt wird so gelegt, dass die Schülerinnen und Schüler ab der 3. Stunde ihr eigenes Mittagessen zubereiten“, so Schinze-Gerber. In den drei Jahren durchlaufen die Kinder alle Module, passend dazu sollen bald Wahlpflichtkurse zur Vertiefung angeboten werden. Allerdings müssten dazu erst die rechtlichen Bedingungen wegen der Corona-Pandemie geklärt sein, dann könne man Vertiefungsmodule anbieten, stellt er in Aussicht.
Das Wahlpflichtangebot für den 9. Jahrgang soll noch vielfältiger werden. Ein Teil kann eine 2. Fremdsprache wie Französisch oder Spanisch belegen, alle anderen wählen aus zwei Bändern wie das Kultur- und Aktivprogramm mit Kunst, Musik und Sport oder im AWT-Band zur Berufs- und Studienorientierung etwa Hauswirtschaft oder eine Schülerfirma.
Im Kurs „Elemente der Elektrotechnik“ werden Raspberry Pi-Rechner in der Größe einer Kreditkarte gebaut und programmiert. Zur Berufsorientierung sollen vorhandene Kooperationen mit Unternehmen und Handwerksbetrieben vor Ort intensiviert und neue generiert werden. Einen Vorgeschmack auf Berufspraxis und motorisierte Teilnahme am Straßenverkehr gibt es auch in der Mofa-AG, in der neben technischem Verständnis auch der Mofa-Führerschein erworben werden kann: „Das Angebot erfreut sich größter Beliebtheit und ist ständig ausgebucht“, sagt der Schulleiter.
Nicht nur inhaltlich, sondern auch technisch wird die IGS für die Zukunft gerüstet: Im Rahmen des Medienentwicklungsplans der Stadt Burgwedel ist in den Schulen das flächendeckende WLAN eingeführt. Die IGS verfügt schon länger über I-Serv für Kalenderführung und E-Mail-Kontakt. Die Möglichkeit für Videokonferenzen sei neu dazugekommen.
Als nächstes sollen die Lehrkräfte mit Dienst-Ipads ausgestattet werden. Damit ließe sich auch das Digitale Klassenbuch verwirklichen: „Die Software haben wir schon parat, wir brauchen jetzt nur noch die Geräte“, so Schinze-Gerber. Er rechnet zum Start des neuen Schuljahres damit. Einige Ipad-Klassensätze für Schüler stehen ebenso auf dem Plan wie die Ausstattung mit digitalen Tafeln.
„Wir setzen allerdings nicht auf Smartboards, da diese ziemlich teuer und wegen eines kleineren Platzfeldes nur eingeschränkt nutzbar sind“, führt der Direktor aus. Über einen Beamer mit TV-Schnittstelle sind Eingaben über Ipads oder Mobiltelefone möglich. Die Antworten und Bearbeitungen werden dann an die Wand projiziert.
In punkto Schulungen ist bereits im Vorfeld einiges gelaufen: „Wir haben ein technikaffines junges Kollegium, einige Lehrkräfte arbeiten als Multiplikatoren neue Kolleginnen und Kollegen ein, zeigen Tricks und Kniffe.“ Trotz Digitalisierung legt Schinze-Gerber Wert auf „das Beste aus zwei Systemen“. So soll das Haptische wie etwa im Mathe-Unterricht mit Geodreieck und Lineal weiterhin Bestand haben: „Die alte Tafel bleibt!“