Hundeprüfung in den Revieren Isernhagens und Burgwedels

Hundeführer Walter Heuer aus Fuhrberg und seine Deutsch Drahthaarhündin Amsel, die späteren Suchensieger, und die drei Richter beginnen mit der Vorsteharbeit. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Helmut Hermann aus Wietze und die Langhaarhündin Cathy. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Junge Jagdhunde zeigten gute Anlagen und Arbeitsfreude

ISERNHAGEN/BURGWEDEL (hhs). Am Ostersamstag hatte der Jagdgebrauchshundverein Hannover-Celle in die Reviere Isernhagens und Burgwedels eingeladen zur so genannten Verbands Jugendprüfung (VJP). Das ist die erste Prüfung, die allen jungen Vorstehhunden offen steht und immer im Frühjahr stattfindet. Sie sind in aller Regel nicht älter als ein Jahr, plus/minus von etwa drei Monaten. Sie sollen ihre Anlagen, Eigenschaften, die ihnen von ihren Elterntieren mit in die Wurfkiste gelegt worden sind, zeigen.
Das Ergebnis der Prüfung gibt Hinweise auf den zukünftigen Zuchtwert dieser Nachwuchsjagdhunde. Da ist ihr natürliches Verhalten noch kaum von der Abrichtung überdeckt. Für jeden Hundefreund ist die Begleitung von Hund und Führern ein Muss, die reine Freude, einfach zu beobachten, welche Anlagen die Tiere mitbringen.
Vier Hundeführer hatten ihre Junghunde zur Prüfung angemeldet, eine geringe Teilnehmerzahl im Vergleich zu den Vorjahren, die nach Auskunft des JGV Hannover-Celle ihre Ursache zum einen in der steigenden Zahl der Anbieter dieser Prüfungen habe, zum anderen in der Tatsache, dass in den vergangenen Jahren die Zahl der zu prüfenden Hunde ständig gestiegen sei. So sei ein Rückgang nur natürlich und werde sich auch wieder in das Gegenteil verkehren. Viele neuen Prüfungsausrichter böten auch Ausbildungskurse für die Welpen an, und so sei es nur verständlich, dass die Hundeführer dann ihre Hunde im gewohnten Umfeld zur VJP melden würden.
Bei der VJP, von den Jägern als „Jugendsuche“ bezeichnet, werden die Hunde in fünf Anlagefächern geprüft: Spurarbeit, Nase, Suche, Vorstehen und Führigkeit. Bei gleicher Gelegenheit werden die Junghunde auf Schussfestigkeit geprüft und es wird die Art ihre Lautes festgestellt.
Es begann für alle Hunde mit der Prüfung der Schussfestigkeit: Die Führer mussten ihre Jagdgefährten frei Suchen lassen. Hatte der Hund eine gewisse Entfernung zum Führer, so schoss dieser mit einigen Sekunden Abstand zweimal in die Luft. Hier durfte der Hund keine Angst oder Scheu zeigen oder sich mit Flucht der Prüfung entziehen. Das klappte problemlos bei allen Prüflingen. Nächstes Prüfungsfach war die Spurarbeit. Hierzu wurden Hasen im Feld gesucht. Der Hund durfte sie nicht sehen. Meister Lampe wurde dann aufgescheucht, und wenn er außer Sicht war, wurde der Hund auf die Hasenspur angesetzt. Drei der vier angetretenen Hunde verfolgten den nicht sichtbaren Hasen laut bellend und erhielten das Prädikat „spurlaut“, was Zuchtziel bei allen Jagdhunden ist.
Schließlich ging es zum Vorstehen. Dabei wird der so genannte Vorstehhund auf die Eigenschaft hin geprüft, die allen Vorstehhundrassen ihren Namen gegeben hat. Der Hund muss bei der schnellen Suche stehen bleiben, wenn er Hasen, Fasane, Kaninchen, Rebhühner gewittert hat. Diese Eigenschaft ist bei den Vorstehhundrassen genetisch verankert und ermöglicht es dem Jäger, nahe an das Wild heranzukommen. Wenn die Ausbildung zum „fertigen Jagdhund“ beendet wird, soll der Hund sogar so lange vor dem Wild absolut still verharren, bis sein Führer das Wild geschossen hat.
Das Wild zum Vorstehen wurde an diesem Morgen auf Brachflächen gesucht, weil hier die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass Rebhuhn, Hase und Co die hier noch bestehende Deckung nutzen würden. Das Wintergetreide ist noch nicht hoch genug dazu. Die Hunde zeigten gute bis zufriedenstellende Leistungen, aber es gab dabei keinen Überflieger. Das, so wurde allgemein vermutet, läge an den wenigen Übungsmöglichkeiten infolge des überlangen Winters.
Schließlich ging es an die Suche. Der junge Hund soll aus Anlage eine weiträumige zügige Suche gegen den Wind vorführen und dabei planmäßig, die „Nase möglichst immer im Wind“ ein Feld vollständig absuchen und gefundenes Wild vorstehen. Hier geht es ganz wesentlich um die Art der Suche. Steht der Hund Wild dabei vor, kann er damit seine Punkte im Fach Vorstehen und Nase verbessern. das ist in diesem Frühjahr schwieriger als man denkt: Nur ein Hunde schaffte im Fach Suche zehn von elf möglichen Punkten.
Als letztes blieb die Benotung der so genannten Führigkeit. Unter Führigkeit versteht der Hundeführer die Bereitschaft seines Hundes, mit ihm freudig und fleißig zusammenzuarbeiten, darauf zu achten, was der Führer macht und will, auf dessen Zeichen zu reagieren. Dabei kann sich der Hund ruhig von seinem Führer entfernen, es wird auch nicht „krumm genommen“, wenn der Hund auf einen Hasen stößt und diesen verfolgt. Nur: Er muss zurückkommen. Gehorsam am flüchtigen Wild wird nicht verlangt, weil das erst Thema der weiteren Ausbildung ist. Nur einen gewissen Grundgehorsam soll der Hund nun zeigen. Die Richter hatten die Hunde den gesamten Morgen über bei der Arbeit beobachtet und erteilten für ihren Gesamteindruck immerhin dreimal ein unteres „sehr gut“.
Am Ende hatten schließlich alle Junghunde diese Prüfung erfolgreich hinter sich gebracht. Suchensiegerin wurde Amsel von der Isselaue, eine Deutsch Drahthaarhündin geführt von Walter Heuer aus Fuhrberg. Zweite wurde die Deutsch Langhaarhündin Cahty vom Brunsberg, geführt von Helmut Hermann aus Wietze/Celle. Der dritte Platz ging an den Drahthaarrüden Kim von der Bunten Stube, geführt von Jürgen Schröter aus Sehnde. Carla von den Reithen six, eine ungarische Vorstehhündin, geführt von Claudia Kunath, Braunschweig, wurde Vierte.