Hohe Dienstbeteiligung in Thönse

Marco Reichstein (Mitte) ist "Feuerwehrmann des Jahres" (l. Ingmar Franke und Björn Schimkewitsch).
 
Seit über einem halben Jahrhundert in der Feuerwehr: Der stellvertretende Stadtbrandmeister Dirk Hemmann (v. r.) ehrte Franz Krüger für seine 70-jährige und Heinrich Brennecke für seine 60-jährige Mitgliedschaft.

Bei der Jahreshauptversammlung lobte Ortsbrandmeister Ingmar Franke, dass im vergangenen Jahr 90 Prozent der Mitglieder ihre Pflichtstunden abgeleistet haben

THÖNSE (bgp). „Es gab im letzten Jahre einige Neuerungen, auf die ich sehr positiv zurückschaue“, eröffnete Ortsbrandmeister Ingmar Franke die Jahreshauptversammlung mit Blick auf ein „ruhiges Jahr“ der Thönser Ortswehr. Mit 4470 Dienststunden seien diese in etwa auf dem Vorjahresniveau, verteilten sich aber mehr über die Breite, sodass 90 Prozent der Kameraden ihre Pflichtstunden ableisteten. Für die übrigen 10 Prozent lägen die Gründe bei den Führungskräften vor. Mittlerweile sei das Verwaltungsprogramm FeuerOn zunehmend etabliert, in dem Dienste und Berichte dokumentiert werden. „Unser Feuerwehrprogramm ´Divera´wurde auch eingeführt und erleichtert mir sowie allen Führungspersonen wie auch den Kameraden das Feuerwehrwesen“, resümierte der Ortsbrandmeister. Termine, Gruppendienste oder auch die Einsatzverfügbarkeit seien mit dem Programm gut zu handhaben. Für die Wehr fielen keine Kosten an, da die Stadt diese nun übernommen habe, freute sich Franke.
Lob gab es für den stellvertretenden Ortsbrandmeister Björn Schimkewitsch, der vor einem Jahr auf den Posten seines Vorgängers Brian Green gewählt wurde. „Björn macht seine Sache hervorragend“, so Franke.
Weniger positiv stimmte den Feuerwehrchef der Schnupperdienst, den die Ortswehr unter dem Thema „Aktive Kameraden“ im Vorjahr veranstaltet hatte. 500 Flyer seien an jeden Haushalt im Ort verteilt worden, die Resonanz sei „schon etwas enttäuschend für uns“ gewesen. Lediglich zwei Thönser Bürger hätten Interesse gehabt. Allerdings wolle sich die Wehr davon nicht entmutigen lassen: „Wir werden keine Kosten und Mühen scheuen, um Quereinsteiger oder Jugendliche für die Feuerwehr zu begeistern“, gab sich der Ortsbrandmeister kämpferisch. Dabei müssten vielleicht neue Wege gefunden werden, um Kameradinnen und Kameraden zu gewinnen. An der Stelle bat Franke den anwesenden Bürgermeister Axel Düker, durch Politik oder die Verwaltung prüfen zu lassen, ob nicht etwaige Vorteile für gemeinnützige Arbeit gewährt werden könnten.
Leider seien zwei aktive Kameraden aus der Feuerwehr ausgetreten. 2018 hatte die Thönser Wehr noch 293 Mitglieder, nun seien es mit fünf Neueintritten immerhin schon mehr. „Mein Wunsch ist es, wieder auf die ehemals 320 Mitglieder zu kommen, die wir noch 2014 hatten“, schwärmte Franke von besseren Jahren. Irritiert habe ihn, dass manche Einwohner nicht einmal wüssten, dass es im Ort eine Freiwillige Feuerwehr gebe. Während eines Einsatzes sei er schon mal überrascht gefragt worden: „Wo kommt ihr denn so schnell her?“
Der Tagesordnungspunkt „Wahlen“ wurde binnen weniger Minuten abgehakt. Die Versammlung wählte den vorgeschlagenen Brian Green einstimmig als Nachfolger von Schriftwart Jürgen Franke, der auf eigenen Wunsch aus dem Amt ausscheiden wollte.
Der Ortsbrandmeister beförderte Julian Hedler zum Oberfeuerwehrmann, Kayleigh Window wurde Hauptfeuerwehrfrau. Sven Drossel erhielt die Beförderung zum Hauptfeuerwehrmann, Mark Feldmann wurde 1. Hauptfeuerwehrmann, Björn Schimkewitsch 1. Hauptlöschmeister. Maik Brosdowski wurde für seine 25-jährige Mitgliedschaft geehrt. Über ein halbes Jahrhundert sind Heinrich Brennecke und Franz Krüger Mitglied der Feuerwehr. Erster wurde für seine 60-jährige Mitgliedschaft, Krüger sogar für „70 Jahre Mitglied der Feuerwehr“geehrt. Für Ingmar Franke hatte Stadtbürgermeister Axel Düker eine Ehrung parat. Er würdigte ihn für seine 15-jährige Tätigkeit als Ehrenbeamter der Stadt Burgwedel. Ein ganz besonderer Titel wurde Marco Reichstein verliehen: Er wurde Thönser „Feuerwehrmann des Jahres“.