Hochwertige Eiche bringt gute Preise bei Holzauktion

Auch imposante Eschenstämme finden sich auf dem Holzlagerplatz. Sie sind ein begehrtes Holz in der Möbelindustrie. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Forstamt Fuhrberg ist zufrieden mit Versteigerungsergebnissen

FUHRBERG (hhs). Der Holzversteigerungsplatz „Fuhrenkamp“ der Niedersächsischen Landesforsten nahe Fuhrberg hat sich wieder einmal bewährt: Knapp 700 Kubikmeter – überwiegend Eichenholz – wurden potentiellen Holzkäufern aus ganz Europa zum Kauf in einer Holzauktion angeboten. Das Holz war zuvor bedarfsgerecht in 113 Lose eingeteilt und lagen seit Wochen bereit für potentielle Käufer und Interessenten zum Anschauen. Am Ende zeigten sich die Förster mehr als zufrieden mit dem Ergebnis: Man erzielte im Durchschnitt einen Preis von 369 Euro je Kubikmeter.
Die Stämme stammen aus nachhaltig bewirtschafteten und zertifizierten Wäldern in der gesamten Region Hannover, darauf legen die Niedersächsischen Landesforsten großen Wert. Anbieter waren neben dem Forstamt Fuhrberg auch die Städte Hannover und Walsrode sowie die Landwirtschaftskammer Hannover. Diese hatte auch den teuersten Einzelstamm auf den Versteigerungsplatz in der Nähe Fuhrbergs transportiert. Mit seinen fast sechs Kubikmetern Inhalt erzielte er einen Erlös von knapp 3000,-Euro.
„Wir hatten überdurchschnittlich viele Gebote auf das Holz“, berichtete Forstamtsleiter Karl-Heinz Bremus, „das ist ein Beleg für die gute Konjunktur aber auch für die attraktive Lage dieses Platzes. 19 Käufer haben Gebote auf unser Holz abgegeben. Wir haben nahezu alle Lose verkauft“, so sein Fazit.
Das Eichenholz und auch die angebotenen Eschen- und Ulmenstämme finden überwiegend Verwendung im Möbel- und Innenausbau. Besonders hervorzuheben ist hier, dass überhaupt wieder Ulmenstämme angeboten werden. Diese Baumart war in der Vergangenheit selten geworden in Mitteleuropa. Schuld daran war ein Schädling, der Ulmenslintkäfer, der einen aus Ostasien eingeschleppten Pilz überträgt. Damit wurde Ende der Zwanziger Jahre das sogenannte Ulmensterben ausgelöst, dem beinahe alle mitteleuropäischen Ulmen zum Opfer vielen. Ulmenholz wird auch „Rüster“ oder „Effe“ genannt und wegen seiner Seltenheit meistens zu Furnieren verarbeitet. Das Holz verfügt insbesondere im Kern über eine sehr schöne Maserung. lässt sich leicht verarbeiten, obwohl es zäh, schlagfest und mäßig hart ist. Früher wurden Vertäfelungen, Wagenkästen, Felgen und Speichen aus Ulmenholz gefertigt. Neben dem Eibenholz war das der Ulme im Mittelalter das zweitwichtigste Material zur Herstellung von Langbögen.
Das Angebot in Fuhrberg war Teil der Submission der Niedersächsischen Landesforsten „Eiche zwischen Ems und Elbe“. Insgesamt waren auf fünf Versteigerungsplätzen dreieinhalbtausend Kubikmeter Eichenholz angeboten worden. Mit dem Durchschnittserlös von 363 Euro je Kubikmeter und einem Gesamtumsatz von 1,3 Millionen Euro sind die Landesforsten insgesamt sehr zufrieden.
Die Versteigerungen sind, obwohl hier nur etwa ein Prozent der gesamten Holzerntemenge in den Landesforsten angeboten wird, ein sehr wichtiges Barometer für die Entwicklungen an den Holzmärkten und eine Richtschnur für die Preisfindung beim Freihandverkauf des wertvollen Rohstoffes Holz.