Hitze zum Schützenfest hielt Besucherzahl in Grenzen

Königstanz inmitten der Menge anwesender Würdenträger bei Schützenkönig Lothar Hauth. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Die Vorderladerschützen des Schützenvereins Kleinburgwedel schossen dreifachen Salut. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Beteiligung am Schützenfestsonntag war ungebrochen stark

FUHRBERG (hhs). Kaiserwetter zum Fuhrberger Schützenfest, das hat es in den vergangenen Jahren häufig gegeben von Petrus. Aber so heiß wie in diesem Jahr hätte es nicht unbedingt sein müssen, es war etwas zuviel des Guten. Trotzdem, die beiden Ausmärsche fanden wie gewohnt statt, vielleicht etwas langsamer und kürzer. Auch der Kommers am Freitagabend auf dem Festzelt war schon schön kuschelig warm aber dennoch gut besucht..Die Gäste ließen sich das Festessen schmecken und folgten der Proklamation der Preisträger und Könige. Und dann gab es auch noch die wichtigste Neuigkeit für die Ortschaft Fuhrberg von Ortsbürgermeister Heiner Neddermeyer zu hören: Der Frischmarkt in Fuhrberg nehme nun Gestalt an: Die Finanzierungsgesellschaft sei an diesem Freitag offiziell gegründet worden und habe die Geschäftsform einer GmbH & Co Kg. Starken Applaus gab es dafür, ein besseres Forum zur Verkündung der Neuigkeit hätte der Ortsbürgermeister nicht wählen können.
Am Samstag werden in Fuhrberg traditionsgemäß alle Königsscheiben zu ihren Gewinnern gebracht und angenagelt, nur der Schützenkönig muss sich noch einen Tag gedulden, als wichtigster Würdenträger erhält er seine Scheibe mit größtmöglichen Ehren, die Gastvereine begleiten die Scheibe dann bis zu ihrem Bestimmungsort. Insofern finden die Feierlichkeiten am Samstag in etwas kleinerem Rahmen statt. Um 13.00 Uhr hieß es Antreten vor dem Jugendtreff in der Ortsmitte: Die Schützen und ihre Würdenträger, der Scheibenannagler, der Feuerwehrmusikzug Kleinburgwedel-Fuhrberg dahinter, dann die Flying Drums aus Hannover, die nun schon zum zweiten Mal mit dabei waren und die Fuhrberger mit ihren Märschen und Fanfaren begeisterten, sowie, unterdessen auch schon traditionell Annette Hahne, die in ihrer offenen Kutsche einige ältere Schützen von Station zu Station fuhr.
Normalerweise treffen sich zu diesem Ausmarsch am Samstag in Fuhrberg auch viele Mitbürger mit Kind und Kegel vor dem Jugendtreff, um die Marschkolonne von „hinten aufzufüllen“. Dieses Interesse hielt sich am vergangenen Samstag allerdings in Grenzen, nur wenige Fuhrberger folgten dem Umzug. Auf die Frage, wo denn ihre Kinder abgeblieben seien, erhielt man immer wieder die Antwort: „Zum Baden gefahren“.
Als die Schützen wieder zum Festzelt zurückkamen, gab es dort Kaffee und Kuchen zur Stärkung. Für die eher jüngeren Schützenfestbesucher wurde dann der Kindernachmittag eingeläutet, zu dem traditionell alle Kinder der Ortschaft eingeladen sind. Am Abend stand Festball auf der Tagesordnung, und der dauerte bis in den frühen Morgen.
Am Sonntag geht es in Fuhrberg immer Schlag auf Schlag, sagen die Veranstalter vom Schützenverein. Der offizielle Teil des Tages beginnt immer mit dem Gottesdienst auf dem Festzelt. Anschließend wird gemeinsam die Königsvesper eingenommen. Auch in dieser Beziehung scheint sich so etwas wie eine Tradition zu entwickeln. Der Festwirt bot nun zum wiederholten Mal „Sülze mit Bratkartoffeln“ an und als Alternative „Matjes mit Bratkartoffeln“. Was für den Einen die Königsvesper ist für den Anderen das Katerfrühstück...
Um 13.30 Uhr waren Gedecke und Gläser von den Tischen verschwunden. Die Begrüßung der befreundeten Vereine stand auf der Tagesordnung. Und hier hatte Fuhrbergs Schützenchef Karsten Segger eine lange Liste vor sich: Mit dabei waren die Freiwillige Feuerwehr Fuhrberg nicht nur mit dem Musikzug sondern auch mit ihrer Historischen Löschgruppe und der Jugendfeuerwehr, ein Abordnung des Schützenvereins Edelweiß Thönse, der Fanfarenzug Thönse, der Tanzsport Club Fuhrberg, der Männergesangverein Liederkranz Fuhrberg, die Soldatenkameraden, der Kindergarten, die Grundschule und die Vorderladerschützen des Schützenvereins Kleinburgwedel. Nach der Begrüßung nahm man allgemein Aufstellung zum Großen Ausmarsch zum Anbringen der Scheibe des Schützenkönigs. Lothar Hauth hatte diese Ehre gewonnen und das erwies sich als ein wahrer Glücksfall. Nicht nur weil er so gut geschossen hat, sondern weil er nur vier Steinwürfe vom Schützenplatz entfernt wohnt. Bei gut 30 °C und einer beinahe durchweg beschatteten Marschroute empfanden das alle Beteiligten als ein Geschenk des Himmels.
Bei Hauths zu Hause wurde es dann eng auf dem hübschen Hof. Karsten Segger behielt die Übersicht und ließ die teilnehmenden Gruppen in drei Reihen aufmarschieren, die Musik vorn alle anderen weiter hinten. Dort war alles aufs Beste vorbereitet: Die Leiter stand am Giebel, die Flasche Sekt stand bereit. Schnell erklomm der Zimmermann die Leiter, hielt die Scheibe an die Wand und hämmerte im Takt der Musik, dann saß die „Bärenscheibe“, wie es sich gehört, der Zimmermann nahm eine Schluck aus der Sektflasche, dann bespritzte er mit dem Rest die Scheibe und daneben liegende Fenster. Seine Arbeit war an diesem Nachmittag getan. Nun stimmte der Feuerwehrmusikzug den Königswalzer an und nicht nur Lothar Hauth wurde zum Tanz gebeten, auch alle anderen Schärpenträger mussten an diesem Nachmittag ein paar Takte mittanzen. Eine halbe Stunde später ging es zurück zum Festplatz, wo es ein großes Kuchenbüfett gab. Anschließend um 17.30 Uhr fand die Siegerehrung im Dorfpokalschießen statt und ab 20.00 Uhr klang das Fuhrberger Schützenfest mit gemütlich aus.