Hilfe für das Ahrtal

Wer den Opfern der Flutkatastrophe helfen möchte, kann beispielsweise Wein eines betroffenen Winzers aus dem Ahrtal bei sehen-und-hören Stephan an der Bissendorfer Straße in Mellendorf kaufen und den Preis selbst festlegen, erklärt Ansgar Stephan. Die verschlammten Flaschen wurden ganz bewusst nicht gereinigt. (Foto: A. Wiese)

Ansgar Stephan transportiert Ende Oktober die nächste Ladung Spenden

Wedemark/Burgwedel (awi). „Ich krieg die Bilder nicht mehr aus dem Kopf. Da muss man einfach helfen“, sagt Ansgar Stephan.
Bereits zum zweiten Mal ist der Optiker mit einer Ladung neuer Elektrogeräte ins Ahrtal gefahren. Die finanziellen Mittel zum Kauf der Geräte wurden von Freunden, Kunden und Mitarbeitern der Firma sehen-und-hören Stephan bereitgestellt. Der Transport wurde möglich durch die kostenlose Bereitstellung eines Firmenfahrzeugs der Firma Ranzenmaxx in Langenhagen. Bei der ersten Tour konnte Ansgar Stephan eine Palette Getränke, bei der zweiten Tour hatte Ansgar Stephan gespendete Pflanzen vom Gartencenter Klipphahn an Bord.
Diese Pflanzen wurden unter anderem auf dem Friedhof Dernau zur Wiederherstellung der Gräber verteilt. Ab sofort ist „Flutwein“ der Winzergenossenschaft Mayschoss, bei sehen-und-hören Stephan in Mellendorf und Burgwedel sowie beim Gartencenter Klipphahn käuflich zu erwerben. Die Erlöse aus dem Verkauf gehen direkt an die Winzergenossenschaft Mayschoss, beziehungsweise werden zum Kauf dringend benötigter Hilfsmittel eingesetzt, erzählt Stephan.
Ende Oktober fährt er mit der nächsten Hilfslieferung ins Ahrtal. Wahrscheinlich wird er auch noch einmal Waschmaschinen mitnehmen, vor allem aber Mikrowellen. Die elektrischen Geräte werden neu gekauft, daher sind vor allem Bargeldspenden willkommen. Ihm macht vor allem Sorgen, dass die Not der von der Flutkatastrophe im Ahrtal und den anderen Gebieten inzwischen angesichts der Evakuierung in Afghanistan und der Wahlen in Deutschland bereits wieder aus dem Fokus der Medien und der Menschen verschwunden ist. Die Folgen dort vor Ort sind es aber noch lange nicht. Davon hat er sich bei seinen Hilfstouren überzeugen können.
Darauf gekommen ist er durch ein Mitglied seiner Marschwander-Whats-App-Gruppe, das zu den Flutopfern gehörte. Die Gruppenmitglieder organisierten eine Spendenaktion. Dabei kam viel mehr zusammen, als die Organisatoren zu hoffen gewagt hatten und die Wanderfreundin bat darum, nicht nur ihr, sondern auch anderen Flutopfern zu helfen.
Im Juli direkt nach der Katastrophe waren es vor allem Waschmaschinen und andere Weißgeräte, die im Ahrtal und anderswo dringend gebraucht wurden. „Und so habe ich einen Deal mit Media-Markt gemacht, acht Waschmaschinen gekauft, sie auf den Anhänger gepackt und bin losgefahren“, erinnert sich Ansgar Stephan.
Was er vor Ort in Mayschoss und anderen Orten zu sehen bekam, durch die die acht Meter hohe Flutwelle gerollt ist, ging ihm unter die Haut. Zerstörte Häuser und Straßen, übereinandergestapelte Auto- und Wohnwagenwracks und vieles mehr. Aber auch Helfer, die unermüdlich schaufelten und räumten. Ihm sei sofort klar gewesen, dass es mit einer Hilfslieferung nicht getan war, erzählt Ansgar Stephan.
Neben Mikrowellen will er bei der nächsten Tour Ende Oktober auch Kabeltrommeln mitnehmen. Auch so etwas wird dort dringend benötigt. Ansgar Stephan würde sich sehr freuen, wenn möglichst viele Wedemärker und Burgwedeler seine Mission mit Spenden unterstützen würden. Er ist per E-Mail an as@sehen-und-hoeren.de oder telefonisch unter (0 51 30) 81 21 in Mellendorf beziehungsweise (0 51 39) 48 67 in Burgwedel erreichbar.