Herausforderungen für die Kirchengemeinde

Die wieder aufgenommenen Sonntagsgottesdienste werden im Gemeindehaus abgehalten. Claus Witte vom Männergesangverein freut sich, dass dort auch Treffen mit Abstand wieder möglich sind. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Derzeit ist noch offen, ob und in welchem Rahmen Konzerte in der Kirche veranstaltet werden können. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Einschulungsgottesdienst und Konfirmationen finden mit Einschränkungen statt – Weihnachtsmarkt und Konzerte stehen noch nicht fest

Fuhrberg (bgp). Neue Ideen zur Kirchenarbeit entwickelt Rainer Henne zurzeit in Fuhrberg.
Als Pastor der Ludwig-Harms-Gemeinde hat er den Kirchenvorstand, Arbeitskreise und Ausschüsse an der Seite, die sich gemeinsam mit anderen ehrenamtlich einsetzen. „Die Corona-Krise hat die Gemeinde vor ganz neue Herausforderungen gestellt“, sagt Henne.
Gerade im Hinblick auf die Gottesdienste, die krisenbedingt zeitweise ausgesetzt werden mussten, habe man neue Wege beschreiten müssen. Mittlerweile seien zwar wieder Gottesdienste möglich, jedoch mit Einschränkungen, so Henne. „Allerdings können wir die geltenden Regelungen in unserer Kirche im Eingangsbereich nicht einhalten, sodass wir momentan die Gottesdienste in das Gemeindehaus verlegt haben“, erklärt er.
Die Stühle werden dazu in 1,50 Meter Abstand aufgestellt, Liederzettel draußen ausgelegt und nur einmal verwendet, danach alles wieder desinfiziert. Durch drei Eingänge sei der Besucherstrom gut zu regeln. Trotz aller Einschränkungen sei das Bedürfnis nach Gemeinschaft offenbar so groß gewesen, dass bereits im ersten Gottesdienst rund 45 Besucher gezählt wurden, freut sich der Pastor.
Überhaupt werde diese große Krise langfristig starke Veränderungen hervorrufen, ist er sich sicher: „Das wird tief sitzen.“ Lieb gewonnene Gewohnheiten und Veranstaltungen könnten im bisherigen Rahmen nicht mehr beibehalten werden. Noch im vergangenen Jahr wurde das 250-jährige Jubiläum der Ludwig-Harms-Kirche mit einer Reihe von Veranstaltungen gebührend gefeiert, in diesem Jahr sei an so etwas nicht mehr zu denken.
Kopfzerbrechen bereiten Henne schon jetzt die Weihnachtsgottesdienste. Gemeinsam mit dem Kirchenvorstand soll ein Konzept erarbeitet werden, wie man diese ansprechend gestalten und die Abstandsregelung einhalten kann. Dabei müssen auch mögliche Einschränkungen der geltenden Regelungen in Betracht gezogen werden, sollte sich die Lage wieder verschärfen. Denkbar sei auch ein Freiluftgottesdienst, doch festlegen mag sich Henne zurzeit noch nicht.
Immerhin steht der Einschulungsgottesdienst für die diesjährigen ABC-Schützen auf dem Programm: „Darauf freue ich mich schon“, sagt der Pastor, auch wenn pro Kind zu seinem Bedauern nur zwei weitere Personen zugelassen sind. Die feierliche Einschulung nach den Sommerferien wird in diesem Jahr von Grundschule und Kirche gemeinsam veranstaltet.
Die Konfirmationen finden mit Einschränkungen immerhin auch statt. „Diese mussten wir vom Frühjahr auf den September verschieben“, erklärt er. Taufen dürften zwar nicht mehr im normalen Gottesdienst vorgenommen werden, im Anschluss habe sich das jedoch schon einmal sehr gut organisieren lassen.
Offen sei jedoch, ob und in welchem Rahmen beispielsweise Konzerte im zweiten Halbjahr veranstaltet werden können. Unklar sei auch, ob der Fuhrberger Weihnachtsmarkt stattfinden wird. Laut Henne wird darüber Anfang September entschieden: „Bei den derzeitigen Auflagen, die dann möglicherweise noch verschärft werden, kann ich mir das eher nicht vorstellen.“