„Her mit der Maus“ und keine Scheu vor dem Rechner

Gruppenbild zum Abschluss des erfolgreichen Projektes. (Foto: Renate Tiffe)

Realschüler schulen Senioren am Computer

GROSSBURGWEDEL (ti). Es ist ein überaus erfolgreiches Projekt. Zum vierten Mal hat die Realschule Großburgwedel einen Computerkurs für Senioren angeboten. 15 Schülerinnen und Schüler aus den neunten und zehnten Klassen standen zweimal nachmittags bereit, um ihre Kenntnis von dem Medium weiter zu geben, das der Generation ihrer Großeltern weitgehend verschlossen ist, das viele aber aus den unterschiedlichsten Gründen auch für sich nutzen möchten.
Die Bereitschaft zur Teilnahme ist von beiden Seiten groß. Nach der öffentlichen Bekanntgabe der Termine war der Kurs binnen kürzester Zeit ausgebucht und auch die Schüler hatten kein Problem, einen Teil ihrer Freizeit herzugeben. Ihr Wissen anderen vermitteln zu können ist eine neue Erfahrung für die Jugendlichen, die sie durchweg gewissenhaft und sensibel übten. „Auch unsere Schüler lernen in der Zusammenarbeit“, sagt die Schulleiterin Renate Koch, die für das Projekt verantwortlich zeichnet.
Und so hieß es: „her mit der Maus“. Die 1 : 1-Lernsituation ließ kein Zugucken für die älteren Herrschaften zu. Selbstverständlich wurden sie dort abgeholt, wo sie selbst standen und das war so unterschiedlich wie ihre Wünsche, wo sie hinkommen wollten in diesem Kurs. Jeder Klick wurde erklärt, konnte hinterfragt werden, musste aber schließlich selbst getan werden. „Es ist wie in der Tanzstunde“ bemerkte einer der Teilnehmer. Man weiß, wo man hin will: Langsamer Walzer oder Foxtrott. Aber die einzelnen Schritte muss man sich richtig „einbimsen“. Verfassen eines Textes, eine Datei anlegen und abspeichern, Schriften bestimmen, unterstreichen, Seiten farbig gestalten schließlich der Umgang mit der E-Mail, schreiben, abschicken, empfangen, weiterleiten, auch mit Foto, alles wurde angefangen und meist am eigenen PC weiter geübt. „Als nichts mehr ging, kam Felix zu uns nach Hause und hat den Computer ganz schnell wieder gerichtet“, wunderte sich eine Teilnehmerin.
Am zweiten Kurstag erschienen mehrere Senioren mit Schreibblock bewaffnet. Das Gelernte sollte nicht wieder vergessen werden. Neues kam hinzu: die Bedienung einer Suchmaschine, das Herunterladen von Bildern. Ganz Ziestrebige freuten sich am Ende, eine Zugreise selbst planen zu können. Fragen werden auch hinterher beantwortet, möglich über ein neu geschaffenes Internetforum des Vereins n-21 Schulen in Niedersachsen online, der das Projekt „Schüler schulen Senioren“ initiiert hat.
Gern lassen sich aber auch die Schüler mit Hilfe einer E-Mail erreichen. Das Schönste an dem Realschulprojekt ist, dass es in einer aufgeschlossenen Atmosphäre des Miteinanders stattfand. „Superatmosphäre, wie das hier zusammenpaßt“, lobte Rudolf Jentsch von der Sparkase Hannover und übergab den Jugendlichen ein Präsent. Das Geldinstitut fördert das Projekt von Anfang an.