Heimatverein lädt am Donnerstag zum Richtfest der Bockwindmühle

Wann? 16.09.2010 16:00 Uhr

Wo? Bockwindmühle Wettmar, Auf der Horst, 30938 Burgwedel DEauf Karte anzeigen
Der neue Steert der Mühle hängt am Kranhaken und soll eingebaut werden. Mit ihm wird die restaurierte Bockwindmühle später wieder in den Wind gedreht. (Foto: Renate Tiffe)
 
Der Abbau der Wettmarer Bockwindmühle begann am 8. April. Nun soll morgen am neuen Standort Richtfest gefeiert werden. (Foto: Hans Hermann Schröder)
Burgwedel: Bockwindmühle Wettmar |

Mühlenhaube wird gegen 16.00 Uhr mit Kran auf den Kasten gesetzt

WETTMAR (hhs). „Wenn wir die Haube oben auf den Mühlenkasten gesetzt haben und Richtfest feiern können, dann haben wir einen weiteren ganz großen Schritt nach vorn getan“, freute sich Gerhard Brenneke, der Vorsitzende des Heimatvereins für das Kirchspiel Engensen-Thönse-Wettmar im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten. Die Worte „nach vorn“ bedeuten dabei eigentlich „Rettung der Mühle“, ein Mammutprojekt für den Verein, der einen unglaublich hohen Einsatz aller Mitglieder erforderte. „Und ich danke auch den Wettmarern und allen Burgwedelern, die mit ihren Spenden oder ihrem Einsatz die Umsetzung des Baudenkmals unterstützt haben“, fuhr Brenneke fort.
Am morgigen Donnerstag ist es endlich soweit: Der Heimatverein lädt ein zum Richtfest der Bockwindmühle am neuen Standort. Wenn gegen 16.00 Uhr der große Kran die Haube der Mühle in die Höhe hebt, wird der Zimmermeister der alten Handwerkstradition entsprechend seinen Richtspruch halten. Und dann wird wie in Wettmar üblich gefeiert.
Der Weg bis zum Richtfest war steinig für den Heimatverein. Man erinnere sich: Das Baudenkmal verfiel am alten Standort und war zwischen hohen Bäumen eingewachsen. Die Flügel hatten sich seit Jahrzehnten nicht mehr gedreht, der letzte Arbeitstag der Mühle soll kurz nach Kriegsende stattgefunden haben, dann aber schon mit elektrischem Antrieb. Das Grundstück sollte anderweitig genutzt werden. Der Heimatverein entwickelte die Idee, das Wettmarer Wahrzeichen zu retten. Der Mühlenfachmann Michael Hagen wurde hinzugezogen und kam zu dem Schluss, die Bockwindmühle sei von ihrer Substanz her erhaltungswürdig und es bestehe durchaus die Möglichkeit, sie wieder instandzusetzen.
Von nun an wurde für den Heimatverein die Rettung durch Umsetzung des Baudenkmals Programm. Mehrere Dinge waren in dieser Phase nun gleichzeitig zu erledigen: Ein Kostenplan musste her, die Finanzierung musste geklärt werden, die Genehmigungen zum Abbau und zum Wiederaufbau standen an und es musste vor allen Dingen ein Grundstück gefunden werden, was allen Anforderungen als Mühlenstandort entsprach. Letzteres ging im ersten Anlauf schief, schließlich gelang es Anfang dieses Jahres, ein Grundstück zu erwerben, das allem entsprach.
Anfang April wurde mit dem Abbau der Bockwindmühle begonnen, ein Anblick, der vielen Wettmarern die Tränen in die Augen trieb. Es stellte sich dabei, wie befürchtet, heraus, dass die Schäden insbesondere an der Verkleidung des Bauwerks schlimmer waren, als gedacht. Die noch wieder zu verwertenden Teile nahm die mit den Arbeiten betraute Zimmerei mit. Im Mai erfolgte am neuen Standort der Mühle die Grundsteinlegung unter Verwendung der ursprünglichen Fundamente des Mühlenbockes. Der Mühlenbaum wurde aufgestellt und das Fachwerk des Kastens steht nun auch schon einige Wochen. Vor knapp drei Wochen wurde der „Steert“, mit dem die Mühle später in den Wind gedreht werden wird, eingebaut. Die Mühlenhaube ist fertig und wartet nun darauf, oben auf den Kasten gesetzt zu werden.
Wenn Richtfest gewesen ist, bleiben bis zum Winter noch eine Menge Dinge zu tun. Die Mühle muss verkleidet werden, um wetterfest in die nasse Jahreszeit zu gehen, Zwischenböden müssen gelegt werden und die Mühlentechnik, vor allem die Mahlwerke, müssen wieder einziehen. Im kommenden Frühjahr geht es dann weiter mit der Restaurierung. Wenn die Flügel angesetzt werden, soll hier wieder Korn gemahlen werden.