Hauke Jagau zu Besuch im Burgwedeler Rathaus

Brennpunkt Würmseesiedlung. Axel Düker wies Jagau auf das Problemgebiet hin, dass schon länger einer Lösung harrt. (Foto: Renate Tiffe)

Viele Probleme lassen sich nur gemeinsam mit der Region lösen

GROSSBURGWEDEL (bs). War es die freundschaftliche Aufwartung für den Burgwedeler Bürgermeister und Parteifreund, der exakt zwei Monate im Amt ist? Oder war es der übliche Besuch innerhalb des Wahlkampfes um die Präsidentschaft in der Region? Der Regionspräsident Hauke Jagau (SPD), der am 25. Mai wiedergewählt werden möchte, besuchte in dieser Woche für eine halbe Stunde das Rathaus, bevor er sich zu einem anderen Burgwedeler Termin begab.
Probleme in Burgwedel? Axel Düker nannte als erstes die Stromtrasse, die nach der derzeitigen Linienführung das Gebiet der Stadt durchschneidet. Da seien benachbarte Kommunen auf eine intensive Zusammenarbeit angewiesen, wenn sie eine Veränderung erreichen wollen, so Düker. Leider funktioniere dies im Augenblick wegen der bevorstehenden Bürgermeisterwahl in Isernhagen nicht. Jagau versprach, dass die Region gemeinsam mit den Nachbarkreisen initiativ werden wolle. Hannover sei der größte Ballungsraum, durch den die Trasse führt. Es gebe da Alternativlösungen. Sie müssten in Stufen miteinander abgestimmt werden. „Ihr seid nicht die Einzigen, mit dieser Schwierigkeit“, versicherte er.
Zweites Thema, das die Stadt stark beschäftigt ist nach Aussage Dükers die Unterbringung der Asylbewerber. 140 seien es zurzeit, die dank großer privater Bereitschaft noch untergebracht werden konnten. Aber die Zeiträume der Zuweisungen werden immer kürzer. Die Voraussetzungen in den Ortsteilen müssten stimmen, auch mit Blick auf Kitas und Schulen.
Überlegungen zur Sprachförderung finden jetzt mit der Volkshochschule statt. Integration könne nur über die Sprache erfolgen. Da müsse es mehr Unterstützung geben, meinte Düker. Das sei schwierig, gab Jagau zubedenken, weil die Voraussetzungen in den 21 Kommunen der Region sehr unterschiedlich seien. Auch das Land sei gefordert. Wie sie mit den Ärmsten umgehe, bestimme schließlich das Gesicht der Gesellschaft.
Ein anderes Problemfeld seien die Schulen, gab Düker an. Die Inklusion bringe schwierige Situationen für Lehrer und Schüler mit sich. Jagau bestätigte, dass auch immer mehr Kinder eine schulische Begleitung brauchen. Da kämen „große Kostenströme“ auf das Land zu, das für das Personal verantwortlich ist. Aber auch die Kommunen als Schulträger sind gefragt. Düker sprach als Beispiel von einem Gymnasiasten mit einer Hörbehinderung, für den ein Klassenraum schallgedämmt werden musste. Bei der Turnhalle sei dies allerdings nicht mehr möglich.
Ein Blick aus dem Fenster der Bürgermeisterzimmers brachte Jagau auf ein weiteres Problem, das die Burgwedeler bewegt. Die Klinik hier sei ein großes Haus, das unbedingt erhalten bleiben muss, bekräftigte er. Der gegenwärtige Baustop habe den Zweck, noch einmal zu überprüfen, was in welcher Dimension und in welcher Reihenfolge umgesetzt werden kann, damit das Regionsklinikum, zu dem zwölf Krankenhäuser gehören, auf Dauer kostendeckend arbeiten kann. Alles ginge nicht auf einmal.
Beim gemeinsamen Foto vor der Burgwedeler Karte wies Düker noch einmal auf die Würmsee-Siedlung hin. Er gab sich zuversichtlich, dass es dort bald zu einer Lösung kommen werde. Da habe es in der Vergangenheit Fehler auf allen Seiten gegeben, meinte Jagau, die jetzt „gerade gezogen“ werden müssten.