Harfenklänge im Wasserwerk

An der letzten Station wartete die Harfenistin Isabel Moreton mit ihrer musikalischen Kunst auf. (Foto: Renate Tiffe)
 

Veranstaltungsreihe „Kirche trifft Wirtschaft“ in Fuhrberg

FUHRBERG (ti). In seiner neuen Veranstaltungsreihe „Kirche trifft Wirtschaft“ hat sich der Arbeitskreis Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen dem Thema Wasser zugewandt. Im Jahr der Taufe liege dies nahe, sagte Superintendent Martin Bergau und dankte für die Einladung ins Wasserwerk Fuhrberg.
Für Dr. Bernd Schneider, Betriebsingenieur der Stadtwerke Hannover, die das Wasserwerk betreiben, und den Wasserwirtschaftler Werner Raue war dies ein willkommener Anlass, einem durchaus vorgebildeten Kreis von Besuchern genauere Kenntnis zu verschaffen von den Abläufen und Problemen bei der Wassergewinnung und Wasserversorgung. Etwa 40 Prozent des Trinkwassers für Hannover kommen aus dem Fuhrberger Feld, einem Wasserschutzgebiet mit einer Fläche von 30.400 Hektar, das zu den größten Wassergewinnungsgebieten Deutschlands zählt. Ohnehin sei der norddeutsche Raum „grundwassergesättigt“, wie Raue erläuterte. 125 Liter verbrauche eine Person pro Tag, eine Menge, die übrigens in den letzten Jahren nicht gestiegen sei, wie angenommen. Die hohe Wasserqualität sei mit den käuflichen Mineralwassern nicht nur vergleichbar sondern mitunter besser. Für das Trinkwasser als Lebensmittel gebe es strenge gesetzliche Vorschriften, so Raue, für die Mineralwässer nicht.
Dass Wasser nicht einfach „aus der Leitung“ kommt, wie viele annehmen mögen, machte Bernd Schneider klar. Er schilderte den langen Weg von der Wassergewinnung in den fünf Brunnen mit 25 Meter Tiefe über den Mischturm und diverse Filtersysteme bis es im Reinwasserbehälter ankommt, um nach Hannover und in die Umlandgemeinden gepumpt zu werden. Eine besondere Eigenschaft des Fuhrberger Wassers sei sein verhältnismäßig hoher Anteil an Eisen und Mangan, sowie an Huminstoffen.
Der virtuellen Darstellung folgte eine Führung durch das Wasserwerk - mit einer Überraschung ganz eigener Art. An der letzten Station wartete die Harfenistin Isabel Moreton mit ihrer musikalischen Kunst auf. Stücke wie „Quelle im Wald“ „Am Ufer des Baches“ und „Am Springbrunnen“ hallten wunderbar wie Sphärenklänge im Raum wider, mit leisem Plätschern im Hintergrund.
Nach diesem besonderen Erlebnis hatte es Uwe Becker, im Kirchenkreis verantwortlich für „Brot für die Welt“, schwer, das christliche Verständnis vom Wasser aufzuzeigen, zumal die Zeit schon weit fortgeschritten war. Wasser sei stets etwas Kostbares gewesen, für das sich die Menschen anstrengen mussten, erklärte er, etwas dynamisches, elementares. Die Bibel sei voller Geschichten davon, angefangen mit dem Schöpfungsbericht. In allen Religionen werde das Wasser als lebensspendende Kraft dargestellt, als Urquelle des Lebens. Die Zeit lief dem Referenten weg, als er auf aktuelle Probleme zu sprechen kam, auf den Klimawandel, auf die Wasserverschwendung im Tourismus, bei der Erzeugung von landwirtschaftlichen Produkten und Fleisch und der christlichen Verantwortung im Handeln. Möglicherweise hätte sich eine Diskussion mit den Besuchern ergeben. Aber die angesetzten drei Stunden waren vorbei. „Wir gehen mit Fragen auseinander“, konstatierte Bergau am Schluss.