Hannover Harmonists bei Kunst und Kultur für Kinder

Telefonat mit der Forschungsstation? Kein Problem mit Plüschtelefon „Giselle“. (Foto: Birgit Schröder)

„Kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich für mich...“

GROSSBURGWEDEL (bs). Zu einer außergewöhnlichen Reise „In ein unbekanntes Land...“ hatte die Initiative Kunst und Kultur für Kinder in Burgwedel eingeladen. Zu Gast waren die bekannte a-cappella-Gruppe Hannover Harmonists und Britt Wolfgramm vom Figurentheater Marmelock. Trotz dieser namhaften Künstler, kostenlosen Eintritts und einem vielsprechenden Programm war der Amtshof leider nicht voll besetzt. Vermutlich ist dieser Umstand „König Fußball“ geschuldet, da die Veranstaltung zeitgleich mit der Eröffnung der EM lief.
Ganz offiziell handelte es sich bei der Aufführung um ein Kinderkonzert. Aber nicht nur die Kinder, auch Eltern und Großeltern kamen auf mehr als ihre Kosten. Der titelgebende Song „In einem unbekannten Land ...“ aus „Biene Maja“ gab schon einen Hinweis darauf, wohin die Reise, zumindest musikalisch, gehen sollte: Es waren einmal fünf singende Pinguine, die am Südpol überraschend Besuch bekamen von Bruneau, einer reizenden französischen Kanalratte aus Paris. Und da man als echte Kanalratte für alle Situationen gewappnet sein muss, hatte Bruneau auch ein Köfferchen dabei, aus dem er dann „Madame Giselle“ zauberte, ein rosafarbenes Plüschtelefon. „Nur für den Fall, dass jemand telefonieren möchte“, wie Bruneau, zauberhaft von Britt Wolfgramm in Szene gesetzt, den schallend lachenden Pinguinen erklärte. „Da kann man doch nicht mit telefonieren und hier am Südpol schon gar nicht”, glucksten die in Pinguinfracks gewandeten Hannover Harmonists und hatten die Lacher im Publikum auf ihrer Seite.
„Pah“, antwortete das Plüschtelefon, „alles, was ein I-Phone kann, kann ich schon längst.“ Dann könne er also bei der Forschungstation anrufen, um zu erfahren, ob seine Mutter dort schon eingetroffen sei, fragte einer der Pinguine und inspizierte mit skeptischem Blick die aus den 50er Jahren stammende Wählscheibe. „Natürlich“, so Madame Giselle, er bräuchte auch nicht zu wählen, denn selbstverständlich verfüge sie über ein Spracherkennungsmodul. Gesagt, getan. „Sie rufen gleich zurück“, erklärte der Pinguin. „Toll“, freute sich Giselle, „wo mich doch sonst nie einer anruft“. Das war das Stichwort für die Sänger: „Kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich für mich ...“.
Rund um das Thema Freundschaft und die jeweils unterschiedlichen Lebenswelten von Pinguinen und der Pariser Kanalratte entspann sich ein musikalischer Bilderbogen aus Gassenhauern, allseits bekannten Filmmelodien von Pipi Langstrumpf bis Sesamstraße und weltberühmten Popsongs. Ein sehens- und hörenswertes Erlebnis der besonderen Art.