Hannover Bigband spielte im Amtshof anstatt „unter den Sternen“

Die Hannover Bigband in großer Besetzung gastierte am Donnerstagabend wegen des Unwetters im Amtshof. (Foto: Birgit Schröder)
 
Bernd Hübner, Basssaxophonist, mit vollem Einsatz bei einem Solo. (Foto: Birgit Schröder)

Tief „Cathleen“ machte Open Air einen Strich durch die Rechnung

GROSSBURGWEDEL (hhs). „Jazz unter Sternen“, diese Veranstaltung der IGK hatte sich Ende Juli im Rathauspark auf Anhieb als die erfolgreichste innovative Idee der Interessengemeinschaft seit Langem erwiesen.
Etwa 700 Besucherinnen und Besucher waren in den Park gekommen, um Lothar Krist und und seiner Band Deja Nero zu lauschen. Es wurde zu einem unglaublich schönen Erlebnis, die Besucher funktionierten den Open Air Auftritt in ein Massenpicknick um, wie es die Stadt Burgwedel vorher noch nie erlebt hatte. Nun wollte die IGK noch „eins drauflegen“ und bat am Donnerstag zu einem zweiten „Jazz unter Sternen“. Aus Open Air und Sternen wurde nichts, das Wetter spielte nicht mit. Am Donnerstag beherrschte Tief „Cathleen“ alles Leben unter freiem Himmel unnachgiebig. Starkregen, Sturmböen, keine Sterne am Himmel in Aussicht: Lothar Krist, der dieses Mal mit seiner Hannover Bigband die Burgwedeler begeistern wollte, musste kurzerhand in den Amtshof umziehen.
Das war großes Pech für die IGK und ein noch viel größeres für die Musikfreunde. Etwa 150 fanden sich dennoch ein bei dem Sauwetter, einige von ihnen mit entsprechender Picknickausstattung. Das allgemeine Bedauern war riesig. Das Wetter gestaltete sich nach 18.00 Uhr dermaßen garstig, dass einige der Musiker sich verspäteten wegen der Verkehrslage. Auf den Straßen herrschte zum Teil Chaos. Als letzter erreichte der Bassposaunist den Amtshof. Er kam hineingelaufen mit Notentasche über dem Kopf und seinem Instrumentenkasten unterm Arm und zuckte mit den Schultern: „Auf der Autobahn ging nichts mehr“, sagte er nur und verschwand in den Umkleideraum. Einen Augenblick später erschien die Hannover Bigband im Konzertsaal, erntete kräftigen Applaus, und dann ging es los mit einer guten halben Stunde Verspätung, für die aber alle Besucher vom ersten Takt der Hannover Bigband an voll und ganz entschädigt wurden.
Die Bigband war in voller Besetzung gekommen, 17 Musiker, fünf Saxophonisten (2 Klarinetten), jeweils vier Posaunen und Trompeten, Schlagzeug, Bass und Keyboard, die klassische Bigband Besetzung, wie sie sich in den vierziger Jahren in New Orleans entwickelt hatte. Lothar Krist begrüßte die Gäste kurz und bereitete sie auf einen musikalischen Abend in der Tradition von Count Basie, Duke Ellington, Benny Goodman und anderen vor. Die Hannover Bigband verzichte weitgehend auf die Nutzung der Verstärkeranlage. Diese werde nur zum Herausheben der Soloparts in Anspruch genommen. Und so wurde dieser Abend zu einem herausragenden Musikgenuss. Zum einen zeigten die Musiker, dass sie alle zur musikalischen Extraklasse zählen und auch mit der Akustik des Amtshofes nicht überfordert sind, zum anderen spannten sie einen Bogen von den populären Hits des Glenn Miller über die herausragenden Arrangements Duke Ellingtons bis in die Moderne. Die Burgwedeler waren fasziniert und umso größer war das Bedauern darüber, dass dieses Musikereignis nicht im Rathauspark stattfinden konnte. Aber während des Konzertes hatte es draußen knappe 30 Millimeter geregnet...