Härtetest für Feuerwehrleute

Kräftezehrender Einsatz der Atemschutzgeräteträger der Burgwedeler Feuerwehren.

Heißausbildung für 24 Einsatzkräfte aus allen Ortswehren Burgwedels

GROSSBURGWEDEL (bs). Was erwartet einen Feuerwehrmann oder eine Feuerwehrfrau bei einem Brand innerhalb eines Gebäudes?
24 Atemschutzgeräteträger aus allen Ortswehren Burgwedels können diese Frage jetzt sehr konkret beantworten: eine schier unerträgliche Hitze.
Eine Brandbekämpfung im Innenangriff realistisch und sicher zu üben, diese Möglichkeit hatten am Samstag Burgwedeler Feuerwehrleute bei einer sogenannten „Heißausbildung“, die auf dem Bauhof der Stadt durchgeführt wurde.
Dichter Qualm lag über dem ganzen Gelände und sorgte bei den ersten Gartenbesitzern, die eintrafen um ihr Grünzeug entsorgen, für Irritationen. Doch bei genauerem Hinsehen wurde schnell klar, dass es sich hier um eine außergewöhnliche Übung der Feuerwehr handelte.
„Die Heißausbildung ist in einen theoretischen und einen praktischen Teil aufgegliedert“, erläutert Feuerwehrsprecher Ingo Bähre. Im Mittelpunkt stehen das Erleben der großen Hitze, die eine immense Herausforderung für die Einsatzkräfte bedeutet und die Einschätzung der Gefahrenlage anhand der Farbe des Rauches.
„Wir rücken immer seltener zu Wohnungs- und Zimmerbränden aus, technische Hilfeleistungen nehmen einen immer größeren Raum ein“, führt Ausbildungsleiter Roman Kaste näher aus. Aus diesem Grund sei es für die Helfer lebenswichtig, die Gefahr richtig einzuschätzen und trotz der großen Hitze agieren zu können.
Kernstück der Heißausbildung ist ein Brandcontainer, in dessen hinterem abgetrennten Bereich Holzpaletten verbrannt werden. Durch das Öffnen einer Tür gelangen Brandrauch und brennbare Gase in den restlichen Container. Kommt Luft dazu, führt dies zu einer Entzündung des gesamten - bis dahin schwelenden – Brandrauches, dabei ist ein deutlicher Druckanstieg spürbar.
Im Deckenbereich des Containers herrschen rund 800 Grad Celsius, im Arbeitsbereich der Feuerwehrleute sind es immerhin noch 50 bis 70 Grad.
Welch enorme Kraftanstrengung das Arbeiten unter solchen Voraussetzungen nach gerade einmal 10 Minuten bedeutet, ist den Einsatzkräfte nach der Übung anzusehen: Hochrote Gesichter und der Schweiß läuft noch in Strömen. „Nur wer auf die Hitze vorbereitet ist, kann sich auf die lebenswichtigen Fragen konzentrieren und seine Aufgaben verrichten“, so Ingo Bähre. Ist der Rauch weiß, ist alles gut. Doch wenn der Qualm die Farbe verändert, wird es gefährlich. Und was passiert, wenn die Helfer bei starker Rauchentwicklung eine Tür öffnen müssen? Den Brandrauch richtig zu deuten und eine mögliche Gefahr zu erkennen ist das Entscheidende.
Bei dieser Übung nutzten die Feuerwehrkräfte die Gelegenheit, eine Auswahl neuer Wärmebildkameras, die zum Aufspüren von vermissten Personen und von Glutnestern genutzt werden, zu testen. Derzeit verfügt jede Ortswehr über eine Wärmebildkamera, die Kleinburgwedeler Ortswehr über zwei und Großburgwedel über drei. Bei einem Defekt, sollen die in die Jahre gekommenen Geräte durch neue ersetzt werden.