Gunter Hampel: „Die Kinder haben den Eifer, bei unserer Musik mitzumachen“

Musizierend betraten die Workshopteilnehmer, angeführt von ihrem Mentor Gunter Hampel, den Konzertsaal. (Foto: Sina Balkau)
 
Mithilfe eines Basketballs steuerten Gunter Hampel und seine Musiker das Musizieren der Kinder. (Foto: Sina Balkau)

Jazz- und Breakdance Workshop mit Aufführung im Amtshof

GROSSBURGWEDEL (sib). Seit beinahe 40 Jahren leitet die Jazzlegende Gunter Hampel Workshops für Kinder, in denen er die Freude am gemeinsamen Musizieren weckt. Zum dritten Mal war er am vergangenen Wochenende auf Einladung der Initiative Kunst und Kultur für Kinder zu Gast in Burgwedel. Beim finalen Abschlusskonzert im Amtshof zeigten Hampels Schüler, was sie in drei Tagen Jazz- und Breakdance Workshop alles gelernt haben.
Von Anfang an war eine geradezu elektrisierende Stimmung zu spüren. Die Kinder und Jugendlichen betraten – angeführt von ihrem Mentor Gunter Hampel – musizierend den Konzertsaal und entlockten ihren Instrumenten die verschiedensten Töne. Alle waren voller Energie und freuten sich sichtlich auf die bevorstehende Stunde. „So war es den ganzen Workshop über. Es hat am Freitag genau fünf Minuten gedauert, bis alle Kinder voll da waren und begeistert mitgemacht haben“, erzählte Regina Gresbrand, Initiatorin des Projektes Kunst und Kultur für Kinder.
Das Abschlusskonzert des Jazz- und Breakdance Workshops war etwas ganz Besonderes: Nichts war vorher einstudiert worden, alles war improvisiert – für die rund 30 Fünf- bis Sechzehnjährigen eine ganz besondere Herausforderung. „Improvisieren ist ein kreativer Vorgang. Da die meisten Kinder noch nicht viel Erfahrung haben, brauchen sie da Anleitung“, sagte Gunter Hampel. Ein Basketball half dem jung gebliebenen 73-Jährigen und den Musikern seiner Music + Dance Improvisation Company dabei, das Musizieren ein wenig zu steuern. Wem der Ball zugerollt wurde, spielte eine kleine Melodie auf der Trommel, dem Xylophon oder Saxophon, bevor er den Ball an den nächsten weitergab.
Daraus entwickelte sich mit der Zeit eine ganz eigene Dynamik und es entstand eine richtige Jamsession. Schnell trauten sich einige der Workshopteilnehmer auch, den Tänzern nachzueifern und ein paar Breakdancefiguren zur Musik zu versuchen. „Wir benutzen den Tanz, um darüber in den Rhythmus zu finden“, erklärte der legendäre Jazzmusiker, der für seine Kinderworkshops bereits mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.
Liefe der Musikunterricht in den Schulen genauso ab, wäre Musik wahrscheinlich das Lieblingsfach aller Schüler. „Unsere Musik packt die Kinder und sie haben den Eifer, da mitzumachen. Deshalb sind sie voll dabei“, verriet Gunter Hampel sein Erfolgsrezept. In der heutigen Zeit bekämen die Menschen fast nur noch kommerzielle Musik zu hören, die jedoch keine Seele besitze. „Jazzmusik dagegen hat einen Hintergrund, eine Geschichte. Dabei geht es nicht in erster Linie um Geld, sondern um Kommunikation.“ Die Seele dieser Musik sei das, was er seinen Schützlingen vermitteln wolle. Wichtig sei ihm außerdem, so Hampel, den jungen Menschen zu zeigen, dass sie als Team etwas schaffen können: „Kinder aus allen Bevölkerungsschichten können zusammen musizieren. Dadurch entsteht ein echtes Gemeinschaftsgefühl, eine gemeinsame Energie.“
Damit sprach der Musiker Regina Gresbrand direkt aus der Seele: Ihr liegt es sehr am Herzen, dass alle Kinder, unabhängig von den finanziellen Ressourcen ihrer Eltern, Zugang zu kultureller Bildung haben. Deshalb gründete sie vor drei Jahren die Initiative Kunst und Kultur für Kinder in Burgwedel, die nun schon zum dritten Mal dafür gesorgt hat, dass Burgwedels Nachwuchs kostenlos von Gunter Hampel lernen durfte.