Grundstückskauf ist besiegelt

Der Haupteingang des Palliativzentrums wird über die Straße „An der alten Schmiede“ zugänglich sein. (Foto: Visualisierung: Architekturbüro Thomas Ladehoff)

In Fuhrberg entsteht ein Palliativzentrum mit ambulanter und stationärer Versorgung

FURHBERG (bgp). Seit vergangener Woche rückt der Bau eines Palliativzentrums in Fuhrberg merklich näher: Stadtbürgermeister Axel Düker sowie die Initiatoren Dr. Sven Andresen und Heiko Drangmeister besiegelten den Verkauf des städtischen Grundstücks in der Straße An der alten Schmiede mit der Vertragsunterzeichnung.
Für das geplante Palliativzentrum stehen 2.274 Quadratmeter zur Verfügung, rund 900 Quadratmeter Grundfläche wird der neue Gebäudekomplex umfassen. Die Eigentumsübergabe des Grundstücks wird voraussichtlich Mitte Dezember erfolgen, eine Bauvoranfrage bei der Region Hannover ist bereits gestellt worden.
Bevor die Gründungsarbeiten beginnen, muss zunächst der Abriss der bestehenden Altgebäude vorgenommen werden. „Das geschieht erst, wenn die Baugenehmigung vorliegt“, erläutert Sven Andresen. Erste Aufräumarbeiten mit der Fällung von rund 40 Bäumen seien jedoch bereits im Gange.
Das Konzept sieht eine integrierte Palliativversorgung vor, die unter palliativärztlicher Leitung die Betreuung der Patienten koordiniert. Die Versorgung erfolgt entweder ambulant, teilstationär oder stationär, mit dem Angebot eines Tages- und Nachthospizes. Die Wünsche der Patienten für ihren letzten Lebensabschnitt stehen im Vordergrund, sie bilden die Basis für die Betreuung.
„Die Mehrzahl der schwerkranken Patienten möchte so lange wie möglich zuhause im gewohnten Umfeld bleiben“, betont Palliativmediziner Andresen. Daher habe die ambulante Versorgung eine hohe Priorität. Doch wenn diese nicht mehr möglich sei, könne eine ortsnahe Weiterbetreuung im Palliativzentrum erfolgen. Manchmal biete sich auch die Möglichkeit, Patienten zur medikamentösen Einstellung erst einmal aufzunehmen und sie anschließend wieder in ihr häusliches Umfeld zu entlassen.
Der zentrale Standort biete neben der ortsnahen Betreuung auch die Chance, selbstverständlicher mit Sterbenden umzugehen, da sie dort nicht isoliert seien und noch im Rahmen ihrer Möglichkeiten am Leben teilhaben könnten, sagt er.
„Die neu entstehende Einrichtung versteht sich als Ergänzung zu den bereits bestehenden Versorgungsstrukturen in der Region Hannover und strebt eine enge Zusammenarbeit mit allen an der Versorgung von Palliativpatienten beteiligten Einrichtungen an“, bringen die Initiatoren das Konzept auf den Punkt. Wichtig ist ihnen auch, dass die Einrichtung offen für alle Patienten ist. Laut Sozialgesetzbuch haben die Versicherten Anspruch auf Übernahme von 95 Prozent der Kosten durch die Krankenkassen, die restlichen 5 Prozent müssen von der Betreibergesellschaft mit angeschlossenem Förderverein generiert werden. Das Palliativzentrum wird von einer gemeinnützigen Gesellschaft betrieben, die den Namen „Infinitas-Palliativzentrum/Hospiz Burgwedel gGmbH“ trägt, lassen die Gründer wissen.
Bis das Zentrum in Betrieb genommen werden kann, ist deren Aufgabenliste noch lang. Sie hoffen auf eine zeitnahe Erteilung der Baugenehmigung und den Baubeginn im Frühjahr 2021. Die geplante Bauzeit ist mit knapp einem Jahr angesetzt. „Wenn alles gut läuft, können wir hoffentlich Anfang 2022 mit der Arbeit im Palliativzentrum starten“, ist Andresen zuversichtlich.