Großes Interesse an der Finanzierung des geplanten Frischmarktes

Heiko Drangmeister, Diplomökonom, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater stellte die Finanzierungsmodelle vor. (Foto: Hans Hermann Schröder)

„Wenn den Fuhrbergern niemand hilft, dann müssen sie sich selbst helfen“

FUHRBERG (hhs). Auf der Sitzung des Ortsrates in Fuhrberg am Mittwochabend stand neben den Formalien nur ein Tagesordnungspunkt: „Fischmarkt in Fuhrberg“. In Erwartung einer hohen Anzahl interessierter Teilnehmer hatte das Gremium diese Sitzung in den Saal des Gemeindehauses verlegt, eine richtige Entscheidung, denn auch in dem großen Raum blieb kein Stuhl unbesetzt: 174 Besucherinnen und Besucher fanden sich dort ein, eine imposante Kulisse auch für Ortsbürgermeister Heiner Neddermeyer, der die Anwesenden begrüßte: „Dies ist heute ein anderer Rahmen als der gewohnte. Aber er ist durchaus dem Thema angemessen, denn wir bauen hier heute Abend keine Luftschlösser, wir wollen einen Frischmarkt bauen“, begrüßte er die Versammlung. Anschließend beeilte sich der Ortsbürgermeister mit einem Bericht: 2280, 40 Euro habe die Kriegsgräbersammlung gebracht, freute er sich, und bedankte sich bei den Fuhrbergern für ihre Spenden.
Dann ging es schnell zum Thema „Bau eines Frischmarktes in Fuhrberg“. Dazu hatte der Ortsrat das Architektenbüro Heinkru, den potentiellen Marktbetreiber Torsten Pagel, Vertreter des angedachten Zulieferers „Max Lüning Lebensmittel Großhandel“ und einen Fuhrberger Fachmann für Finanz- und Wirtschaftsfragen, den Ökonom, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Heiko Drangmeister eingeladen. Für den Beginn der Informationen sorgte Architekt Ralf Krumwiede. Er stellte die gegenwärtigen Planungen vor. Der Fuhrberger Markt solle etwa dem in Resse entsprechen, nur spiegelverkehrt aufgestellt werden. Verkaufsfläche 600 Quadratmeter, zusätzliche Flächen im Eingangsbereich für einen Bäcker mit Coffeeshop, einen Blumenladen und einen Bankautomaten. Das Investitionsvolumen bezifferte Krumwiede auf 920.000 Euro. Nicht darin enthalten sind Baukosten für eine Fußgängerbedarfsampel und eine Abbiegespur. Diese Kosten würden sich auf etwa 80.000 Euro belaufen. Es werde gegenwärtig sondiert, ob die Stadt Burgwedel Zuschüsse dafür bereitstellen wird. Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung habe ergeben, dass das angedachte Konzept durchaus erfolgreich sein wird. „Zu guter Letzt liegt es an Ihnen. Wenn den Fuhrbergern niemand hilft, dann müssen sie sich selbst helfen“, endete er.
Torsten Pagel, der den Fuhrberger Frischmarkt als Filiale des Resser Vorbildes betreiben will, stellte zunächst klar, dass er hier keinen Discounter eröffnen wird. „Es wird ein Vollsortimenter mit 10.000 Artikeln und zusätzlich werden wir hier Waren aus der Region anbieten“. Der Vertreter des Lebensmittelgroßhändlers fügte noch an, dass sich in dem Warenbestand immer mehr als 600 Artikel als Sonderangebote befinden werden.
Schließlich ging es an die Finanzierung des Vorhabens. Heiko Drangmeister erläuterte eingangs, dass es ausgesprochen wichtig sei, dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen, um in Fuhrberg eine Rundumversorgung zu schaffen. Das sorge für mehr Lebensqualität und steigere letztlich auch den Immobilienwert. Zur Finanzierung des Objektes sei eine Eigentümergemeinschaft zu gründen, die das Grundstück und das Gebäude an eine Betriebsgesellschaft vermiete. Dazu benötige man 460.000 Euro Eigenkapital. Eine genossenschaftliche Lösung sei ein ideales Modell für alle Interessenten. Er schlug vor, Beteiligungen in Höhe von 500 Euro anzubieten. Um das alles umzusetzen, müssten sich 300 Fuhrbergerinnen und Fuhrberger jeweils mit 1.500 Euro an dem Projekt beteiligen.
In der anschließenden Diskussion wurde klar, dass eine genossenschaftliche Lösung klar bevorzugt wird. „Die Fuhrbergerinnen und Fuhrberger müssen zu dem Bewusstsein gelangen: Ich kaufe in meinem Markt ein“, brachte es Ekkehard Kunstmann, Fuhrberger Einwohner und Filialdirektor der Volksbank in Großburgwedel auf den Punkt. „Das geht nur, wenn alle Einwohner mitziehen. Das ist das wichtigste Signal für mich, entscheidend bleibt, dass wir alle in dem neuen Markt einkaufen“.
In den kommenden Wochen will Ortsbürgermeister das Interesse der Fuhrberger zur Teilnahme an der Finanzierung des Marktes ausloten. Dazu hat er Vordrucke vorbereitet, die in diesen Tagen im Gemeindehaus auslegt und auch im Ort an die Haushalte verteilt werden. Die Erklärung darauf ist natürlich unverbindlich. „In etwa vier Wochen müssen wir wissen, mit wie viel Kapital wir rechnen können“, sagte Neddermeyer, Ende März müsse sicher sein, ob man die Pläne mit dem Frischmarkt umsetzen kann. Diese Formulare sind auch bei Ortsratsherr Andreas Witte zu haben. Wer Interesse hat, sich an der Finanzierung zu beteiligen, stecke das Formular bei Heiner Neddermeyer, Alte-Burgwedeler-Straße 8 in den Briefkasten. Wer noch weitere Informationen benötigt, komme bis Ende Februar jeweils Mittwochabend in der Zeit von 18.00 bis 19.00 Uhr zur Sprechstunde des Ortsbürgermeisters in den Ortsratsraum im Feuerwehrgerätehaus.