Großer Zapfenstreich anlässlich des Schützenjubiläums war ein einmaliges Ereignis

Der Festumzug der Niedernhägener Schützen zur Buhrschen Stiftung wurde von Schützenchef Swen Laske (links), dem Schützenkönig des Jahres 2009 Jörg Kaula (Mitte) sowie Isernhagens Bürgermeister Arpad Bogya angeführt. (Foto: Sina Balkau)
 
Schützenchef Swen Laske hängt N.B.s neuem Schützenkönig Michael Graeber die Kette um. (Foto: Sina Balkau)

Verregneter Kreisfahnenaufmarsch am Sonntag enttäuschte ein wenig

ISERNHAGEN (sib). Wenn die vier Altdörfer Isernhagens Schützenfest feiern, dann gemeinsam – so erfordert es die Tradition. Ganz besonders große Aufmerksamkeit wurde dieses Jahr jedoch dem Schützenverein Isernhagen N.B. zuteil, immerhin feierten die Niedernhägener Schützen ihr 100-jähriges Bestehen. Solch ein Jubiläum will angemessen zelebriert werden und so jagte ein Highlight an dem viertägigen Feiermarathon das nächste.
Romantischer Fackelschein erhellte die Dämmerung der anbrechenden Nacht, dazu erklang eine bekannte Melodie: Der Große Zapfenstreich war der erste Höhepunkt des Schützenfestes 2010, der am Freitagabend zu Ehren der Jubilare auf dem Wöhler-Dusche-Hof stattfand. Es spielten Musik- und Spielmannszug aus Groß Hehlen. „Das war sehr beeindruckend. Ambiente, Beleuchtung und Musik waren nicht mehr zu toppen“, schwärmte Schützenchef Swen Laske. Auch die Zuschauer zeigten sich begeistert von diesem einmaligen Ereignis. „Schöner könnte ein Zapfenstreich nicht sein“, lobte Ortsbürgermeisterin Renate Matz-Schröder.
Der Samstag ging dann wieder ein wenig routinierter vonstatten. Die Schützenvereine der vier Isernhägener Bauerschaften und ihre Gastvereine versammelten sich an vorher vereinbarten Treffpunkten zu den traditionellen Festumzügen. Der Jubiläumsverein N.B. traf sich beispielsweise am Fuhrbleek. Gemeinsam mit dem Musikzug Groß Hehlen und der Freiwilligen Feuerwehr N.B. marschierten die Schützen als erstes zu ihrem scheidenden Schützenkönig Jörg Kaula – angeführt vom Vereinsvorsitzenden Swen Laske und Bürgermeister Arpad Bogya, der sich anlässlich des 100-jährigen Geburtstages erstmals in eine Schützenuniform geworfen hatte.
Bei „Jörg, dem Dritten“ – drei Mal hat er schon die Königswürde errungen – angekommen, wurde dieser von seinen Untertanen verabschiedet. „Deine Amtszeit geht nun leider zu Ende. Vielen Dank, du warst ein guter König“, sagte Laske. Nach einem letzten Umtrunk mit König Kaula ging es weiter zur Buhrschen Stiftung, wo auch die anderen Majestäten des Jahres 2009 abdankten und ihre Ketten abgeben mussten.
Anschließend wurden ihre Nachfolger proklamiert: Schützenkönig wurde Michael Graeber, sein Sohn Luis ist als Jugendkönig sozusagen sein Thronfolger. Damenkönigin 2009 Monika Matz wurde von Erika Methe abgelöst. Erstere ging trotzdem nicht leer aus, sie hat sich die Jubiläumsscheibe erschossen. Mit dem Titel Bürgerkönig darf sich nun Uwe Matz schmücken. Auch die Bogenabteilung hat ein Königsschießen veranstaltet: Der so genannte Adlerkönig heißt Karl Zimmermann, bei der Jugend war Reik Elolf siegreich. Nach der Proklamation wurden die Scheiben von Bürger-, Jugend- und Jubiläumskönig angenagelt, inklusive Scheibentaufen und Ehrentänzen.
Der Kreisfahnenaufmarsch hinter der Buhrschen Stiftung sollte das zweite große Highlight sein, das anlässlich des 100-jährigen Jubiläums auf dem Programm stand, enttäuschte jedoch ein wenig. Nur 19 Schützenvereine und sechs Musikzüge des Kreisschützenverbands Burgdorf marschierten auf dem Bolzplatz ein und präsentierten ihre Vereinsfahnen – angekündigt waren weit mehr Teilnehmer. Auch das Wetter wollte so gar nicht mitspielen: Es regnete in Strömen. „Das war ein wenig ärgerlich, weil dadurch kaum Zuschauer gekommen sind“, so Swen Laske. Die Festreden, unter anderem von Arpad Bogya und Renate Matz-Schröder, sowie die Fahnenweihe der Soldatenkameradschaft Isernhagen H.B., waren aber dennoch für alle Beteiligten sehr bewegend. Danach ging es früher als geplant zum Festplatz.
Der Montag, der wie immer ganz im Zeichen der Kinder und Familien stand, war dann zumindest ein wenig freundlicher. Begonnen wurde mit dem Kindernachmittag samt einem bunten Spielangebot sowie dem Schießen um den Volkskinderkönig. Abends ließ sich die Schützengesellschaft ein Festessen schmecken, in welches Proklamation, Ehrungen und Auszeichnungen eingebunden waren. Der große Festball, der in diesem Jubiläumsjahr besonders prächtig war, stellte den krönenden Abschluss der viertägigen Feierlichkeiten dar.