Große Überraschung: die Zahl der Hauptschüler ist gestiegen

Freude in Burgwedel über die 17 Neuzugänge zur Hauptschule. Alle Fünftklässler erhielten zur Erinnerung an den ersten Tag noch einmal eine Schultüte überreicht. (Foto: Renate Tiffe)

Siebte Klasse der Hautpschule Burgwedel ist wieder zweizügig

ISERNHAGEN/BURGWEDEL (ti). Das neue Schuljahr hat begonnen und die Kommunen legen ihre Statistiken vor. Wie viel Neueinschulungen gibt es angesichts insgesamt immer noch sinkender Geburtenzahlen, wie verteilen sich die Grundschüler auf die weiterführenden Schulen, wie viel Abwanderung gibt es in benachbarte Einrichtungen? Die diesjährigen Aufstellungen weisen da einige Überraschungen aus.
Die größte Überraschung zuerst: Die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den Hauptschulen ist gestiegen. Zwar war in Isernhagen bei 26 Kindern als Schullaufbahnempfehlung die Hauptschule angegeben worden, von denen zuerst nur 7 angemeldet wurden (so sagt es die Statistik). In die fünfte Klasse gehen aber 10 Kinder, mit steigender Tendenz wie der Schulleiter Dr. Martin Bruns aus Erfahrung weiß. Im vergangenen Jahr gab es eine ähnlich geringe Zahl von Anmeldungen. In die sechste Klasse wurden jetzt jedoch 15 Mädchen und Jungen versetzt.
Geradezu sensationell stellt sich die Entwicklung in Burgwedel dar. 17 Fünftklässler in der Hauptschule – eine solch hohe Zahl habe es lange nicht gegeben, freut sich die Schulleiterin Evelyn Polke. Auch im Vergleich zu den Nachbarschulen sei die Zahl sehr hoch. Möglicherweise sei der Erfolg auf die Elternbriefe zurückzuführen, welche die Schule im vergangenen Jahr verschickt hatte, mit Informationen u.a. über die Durchlässigkeit der Schule von unten nach oben, vermutet sie. Und weist darauf hin, dass die siebte Klasse wieder zweizügig ist in Burgwedel. 
Positiv gesehen werden  kann in Isernhagen auch die Zahl der Schulanfänger. Waren es im Jahr 2009 nur 185 Kinder, die eingeschult wurden, so sind es diesmal 227. 42 Kinder mehr im neuen Jahrgang? Frank Niemeier, der Erste Gemeinderat sieht es gelassen. Die gestiegene Zahl werde sich in den nächsten Jahren wieder relativieren.
Interessant sind die Unterschiede zwischen Schullaufbahnempfehlungen  und der Elternwahl – nicht nur im Fall der Hauptschule. In Isernhagen wurden 85 Empfehlungen für die Realschule gegeben, aber nur 57 Schülerinnen und Schüler werden in die erst im vergangenen Jahr in Betrieb genommene neue Realschule im Schulzentrum am Helleweg wechseln. Aufs Gymnasium in Altwarmbüchen gehen  94 von den 102 empfohlenen Schülerinnen und Schülern. In Prozentzahlen  angegeben betragen die Übergänge an die weiterführenden Schule nach der Statistik bei der Hauptschule 3,3 Prozent, bei der Realschule 26,8 Prozent und beim Gymnasium 44, 1 Prozent. Der verhältnismäßig große Rest von knapp 26 Prozent verteilt sich auf Schulen außerhalb der Gemeinde Isernhagen. Mit Abstand favorisiert wird dabei die IGS Langenhagen, die 14 Kinder besuchen, gefolgt vom Gymnasium Burgwedel, für das sich 7 entschieden haben. Begehrt sind außerdem die Freie Schule (7) und die Realschulen (6) sowie das Freie Gymnasium (2), die Käthe Kollwitz-Schule und das Ratsgymnasium (2) in Hannover.
Die verhältnismäßig große Zahl an Abwanderern erklärt Niemeier so, dass die Verkehrsanbindungen eine Rolle spielen. 33 der 55 Schülerinnen wohnen in HB und NB. In finanzieller Hinsicht hat die Gemeinde nur aufzukommen, wenn der Wechsel in Schulformen mit besonderer Ausrichtung geschieht, die es in Isernhagen nicht gibt. Im Übrigen handele es sich über die Jahre um eine konstante Zahl. - Die entsprechenden Zahlen für Burgwedel liegen noch nicht vor, weil der aktuelle Stand nach den Sommerferien abgewartet wird.