Große Resonanz auf den traditionellen Neujahrsempfang der Fuhrberger CDU

Der Vorsitzende der Fuhrberger CDU, Hermann Wöhler, hält die Laudatio auf Heinrich Möhlenbrink, den Fuhrberger Bürger des Jahres. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Die „Causa Wulff“ wurde lediglich im Hintergrund thematisiert

FUHRBERG (hhs). „War bis Dreikönig noch kein Winter, kommt auch keiner mehr dahinter“, begrüßte Hermann Wöhler, der Vorsitzende der Fuhrberger Christdemokraten im Heidehotel Klütz am Sonntag. Damit zitierte er als Landwirt eine alte Bauernregel und stellte damit gleichzeitig eine erste Erwartung unter den vielen anderen an das neue Jahr 2012 klar. „Was erwarten wir?“, fragte Wöhler in die Runde. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass am Ende des Jahres ein jeder bei seiner persönlichen Bilanz für 2012 zu einem guten Ergebnis komme.
Die Begrüßung der Gäste zeigte die überregionale Bedeutung dieses Neujahrsempfangs: Der Europaabgeordnete Burkhard Balz war anwesend, Dr. Emil Brockstedt als Landtagsabgeordneter, die ehemalige Bundestagsabgeordnete Monika Brüning, Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt, Rainer Fredermann als Regionsabgeordneter, viele Ortsbürgermeister und Stadtratsmitglieder.
Besonders begrüßte Hermann Wöhler zwei neue Pressekollegen. Sie kamen vom Magazin Stern, um „die Stimmung auf dem Dorf auszuloten“, also das, worüber sich Bundespräsident Wulff beklagt hatte in dem Fernsehinterview, als er von „einem aufgeschreckten Dorf“ gesprochen hatte.
Um es vorweg zu sagen, die „Causa Wulff“ war bei diesem Neujahrsempfang nicht Thema des offiziellen Teils der Veranstaltung, wohl aber wurde sie an den Tischen rege diskutiert. Dabei bemängelten die Gäste nicht die Annahme des privaten Kredits des damaligen Ministerpräsidenten. Die Aufnahme privater Kredite gehört im ländlichen Bereich schließlich zu den üblichen Finanzierungsmodellen. Kritik übten viele allerdings am Vorgehen des jetzigen Bundespräsidenten. Dessen Salamitaktik gefalle ihnen gar nicht, hieß es immer wieder.
Der Begrüßung folgten die Berichte der gewählten Vertreter der CDU aus den Parlamenten. Den Beginn machte Burkhard Balz, der hiesige Europaabgeordnete. Die Erinnerung des vergangenen Jahres führe ihm ganz unterschiedliche Ereignisse vor Augen, es sei ein Jahr voller Kämpfe um die Staatsschulden gewesen. Er hoffe, 2012 werde ein gutes Jahr, aber es werde weiter unter der Frage stehen, wie es weitergehe mit dem Euro und Europa. Es werde damit mit Sicherheit ein herausforderndes Jahr, in dem krisenfeste Regulierungsprojekt für Finanzmärkte und Banken auf der Tagesordnung stünden.
Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt zog eine positive Bilanz 2011 für die Ortschaft Fuhrberg. Hier sei die erste Ganztagsbetreuung an einer Grundschule der Stadt eingeführt worden und es nähmen schon mehr als die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler daran teil. Der neu gestaltete Dorfplatz sei zu einer Visitenkarte für das Dorf geworden und es sei endlich gelungen, die Nahversorgung sicher zu stellen. Der Frischmarkt werde im Sommer eröffnet.
In seinem Ausblick auf 2012 kündigte er einige Veränderungen an: Mit zwei Blitzgeräten an der L 310 werde die Stadt das nächtliche Tempo-30 Fahrgebot durchsetzen, in diesem Jahr werde auch entschieden, welchen Weg man mit der örtlichen Abwasserbeseitigung einschlagen werde. Die alte Kläranlage habe inzwischen zu geringe Kapazitäten angesichts des Wachstums der Ortschaft. Auch die Alte Burgwedeler Straße werde saniert. Abschließend bewarb Dr. Hoppenstedt die zum neuen Schuljahr noch zu schaffende Oberschule. Er forderte die Eltern auf, ihre Kinder zu dieser Einrichtung zu schicken. Hier sei langes gemeinsames Lernen möglich und die Oberschule biete alle Abschlüsse.
Rainer Fredermann, der Regionsabgeordnete der CDU, berichtete aus seiner erst kurzen Amtszeit, in diesem Jahr wolle die Region Hannover 65 weiter P&R Parkplätze am Bahnhof Großburgwedel schaffen. Außerdem werde das neue Bettenhaus am Regionskrankenhaus gebaut, eine Aufwertung des Standorts Großburgwedel, wie er sagte. Außerdem plane die Region den Radfahrweg zwischen den Ortschaften Thönse und Neuwarmbüchen für 2014. Er werde versuchen, diese sinnvolle Verbindung schon eher umzusetzen. Dann lud er die Mitbürger ein zu seiner ersten Sprechstunde in Fuhrberg am Mittwoch, den 25. Januar um 17.15 Uhr im Feuerwehrhaus.
Dann folgte als Höhepunkt des Neujahrsempfangs die Ehrung eines verdienten Bürgers des Jahres. Die Wahl der Christdemokraten fiel in diesem Jahr auf Heinrich Möhlenbrink, ein Fuhrberger Urgestein, das über viele Jahrzehnte das Vereinsleben und die Kommunalpolitik mitgestaltet hat. In seiner Laudatio führte Hermann Wöhler aus, der Geehrte sei 1936 in Fuhrberg geboren, habe 1951 in Fuhrberg seine Maurerlehre begonnen, anschließend im Lehrbetrieb weiter bis 1965 gearbeitet.
Er gehöre zu den Gründungsmitglieder des Sportvereins Fuhrberg von 1954, habe dort 25 Jahre in der ersten Herrenmannschaft gespielt, Vorstandsämter ausgeübt und sei obendrein noch Schiedsrichter gewesen und nun seit einigen Jahren Ehrenmitglied des Vereins.
Seit November 1965 sei Möhlenbrink Mitglied der SPD. Heute ist er ältestes Mitglied des Ortsvereins. Acht Jahre war er Kassierer der Partei, 1968 wurde er Ratsherr der damals selbständigen Gemeinde Fuhrberg, und blieb das bis zur Gebietsreform 1974. Heinrich Möhlenbrink habe insbesondere um die Zusammenfassung und den Bau des Fuhrberger Rathauses und des Feuerwehrhauses verdient gemacht, sowie um den Bau des Sporthauses und des Sportgeländes. Außerdem sei Möhlenbrink länger als 50 Jahre Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und des Schützenvereins. Er habe nach dem Grundsatz seiner Vorfahren gelebt „bleibe im Lande und ernähre dich redlich“. Im Mittelpunkt seines politischen Handelns habe immer die soziale Gerechtigkeit gestanden. Dafür gab es einen Restaurantgutschein für Heinrich Möhlenbrink, einen großen Blumenstrauß und Präsentkorb für seine Lebensgefährtin Bärbel Zygowski.