Granaten fangen klein an - „Elvis – geht gar nicht!“

Andy Lee brennt für seine Musik. Mit den „Rockin´Country Men“, Ted Herold, Chuck Meyer und Jürgen Weber bringt Lee den Isernhagenhof zum Brodeln. (Foto: Svenja Steinseifer)
 
Oh ja, er ist ein Mann – Ted Herold als Ehrengast beim Jubiläumskonzert von Andy Lee. (Foto: Svenja Steinseifer)

520 Fans feiern mit Andy Lee 25 Jahre Rock`n´Roll-Karriere/Ehrengast Ted Herold rockt

ISERNHAGEN (svs). Er sei „Champagner“ und eine „Granate“ und wenn es rockt, dann ist er dabei. Andy Lee rockt sich spielend durch 25 Jahre Bühnenkarriere, und das wortwörtlich – denn der Musiker beherrscht sein Piano stehend, sitzend, rückwärts und blind.
Er ist sein größter Fan und gleichzeitig sein größter Kritiker. Reinhardt Grunwald, Vater von Andy Lee, besitzt selbst tausende Schallplatten, CD´s und DVD aller Rock`n`Roll-Künstler. Seit den 60-igern ist Grundwald bei den Auftritten seines Sohnes immer dabei. Über das Bühnenjubiläum im zum bersten vollen Isernhagenhof am vergangenen Freitag freut er sich besonders. „Stimme und Piano von Andy Lee suchen seinesgleichen“, findet Grundwald und in einem sind sich Vater und Sohn absolut einig: „Jerry Lee ist der Beste!“
Zum Whiskey und damit zu Jerry Lee kommt der gebürtige Hannoveraner später. Andy Lee rockt sich erst einmal in Stimmung und fetzt über sein Piano. Er klettert hinauf, rückwärts, vorwärts. Mal spielt er blind, mal mit einer Farbrolle, der Isernhagenhof brodelt. „Seit seinem 12. Lebensjahr spielt Andy Piano“, weiß Grunwald, „ich habe schon früh erkannt, dass er ein Riesentalent hat“. Aber auch Granaten fangen klein an, auf einer süßen Bontempi-Orgel. Kurz vor Weihnachten habe Lee damals angefangen, „die Tasten zu sortieren“. Er tupft ein Weihnachtslied auf die Orgel. „Und dann habe ich Jerry Lee gehört“, raunt er ins Mikro und sortiert die Tasten gründlich.
Vor 20 Jahren sei der einstige Imitator noch ein Geheimtipp gewesen. Und auch Elvis Presleys erstes Bühnenurteil sei vernichtend gewesen: Elvis, das geht gar nicht. Heute, nach 25 Jahren rockt Andy Lee mit Jürgen Weber, lässt sich von Ted Herold gratulieren, der mittlerweile garantiert „ein Mann ist“. Sein Friseur sei Chuck Meyer gewesen, bis er nichts mehr zu tun gehabt habe. Vor allem „Tennessee Rain“ begleitete ihn als Band lange durch seine steile Karriere.
In Berührung mit großen Künstlern sei Andy Lee schon im Alter von vier Jahren gekommen. An seine persönliche Begegnung mit seinem großen Vorbild Jerry Lee Lewis erinnere er sich noch gut. „Mein Vater holte ihn damals ab“, erzählt Lee zwischen Bühnenkrachern a la Johnny Cash, Everly Brothers, Elvis und Jerry Lee, „kurz vor dem Hotel sagte Jerry Lee, wir müssen zurück, wir haben etwas vergessen.“ Na was, den Whiskey. Und statt ihn zu trinken sortiert Andy Lee mit der Whiskeyflasche lieber die Tasten.
Countryrock-Elemente mit zweistimmigem Gesang sind das Aushängeschild seiner aktuellen Bandformation „Rockin´ Country Man“. „Die Stimme kam bei Andy Lee später“, erinnert sich Reinhardt Grunwald, der seinen Sohn nicht in jedem Fall unterstützt hätte. „Wenn ich gemerkt hätte, dass er es nicht bringt, hätte ich seine Musikerlaufbahn nicht akzeptiert“, betont der leidenschaftliche Rock`n`Roll-Fan. Mittlerweile ist Grunwald überzeugt davon, dass Andys Stimme und vor allem seine Tastensortierung nicht nur in Deutschland seinesgleichen sucht. „Sondern in der ganzen Welt!“
Immer wieder erwähnt Lee zwischendurch seine Zeit im SUN Studio, Memphis, Tennessee und seinen Auftritt in der Rudi-Carell-Show. Stationen, die ihn auf seiner musikalischen Reise geprägt haben. Gegen 23 Uhr verlässt Andy Lee die Bühne, Schluss ist aber noch lange nicht. Jetzt wird im Isernhagenhof von der CD gerockt. Und wenn es rockt, dann ist Andy Lee bekanntlich auf jeden Fall dabei.