Glück gehabt: Kein Regentropfen störte Jazz unter Sternen

So hatten sich die Veranstalter von der IGK es sich vorgestellt: Gute Jazzmusik und ein großes Massenpicknick im Rathauspark.
 
Die Alexander Ragtime Band begeisterte die Burgwedeler mit einer großen musikalischen Bandbreite in allen unterschiedlichen Richtungen des Jazz.

Alexander Ragtime Band begeisterte Burgwedeler aufs Neue

GROSSBURGWEDEL (hhs). Niemand in Burgwedel wurde am vergangenen Donnerstag so häufig dabei beobachtet, wie er seinen Kopf in den Nacken legte und seine Hand über die Augen legte und so in den Himmel schaute wie Karlheinz Schridde, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Großburgwedeler Kaufleute. Diese Angewohnheit zeigt Schridde nur zweimal im Jahr, immer bei Jazz unter Sternen, diesem einzigartigen Musikevent, der sich zudem zu einem Massenpicknick entwickelt hat und immer im Rathauspark stattfindet. Bei Regen muss man dann in den Amtshof ausweichen wegen der gegen Regen empfindlichen Instrumente. Aber das Ambiente dort kann das des Rathausparks mit seinen einzigartigen Picknickmöglichkeiten keinesfalls toppen.
Irgendwann am Nachmittag hatte Schridde die Nase voll von dem Geschaue in den Himmel, der sich mal von hellgrau, dann aber wieder tiefdunkelgrau und ab und an sogar bis bedrohlich schwarz verfärbte. Der IGK-Vorsitzende sprach sich selbst ein Machtwort: „Wir spielen im Rathauspark!“ dabei blieb es, und das war gut so, denn bis auf ein Donnergrummeln aus weiter Entfernung hatte Petrus ein Einsehen mit den Veranstaltern. Jazz unter Sternen konnte als harmonisch-gemütliches Massenpicknick stattfinden.
Um Kurz vor 19.00 Uhr begann der Run auf die freien Plätze vor dem improvisierten Bühnenpavillon so richtig in Gang zu kommen. Die Burgwedeler strömten aus allen Richtungen in den Rathauspark, die meisten mit mehr oder weniger professionellen Picknickausrüstungen. Da sah man die Typisch britischen Utensilien: Grün oder rosafarbene karierte Decken, gepflegte Rattankörbe, Sektkübel mit Eis, oder eben norddeutsches Terrassenflair mit Campingtisch- und -stühlen, Sonnenschirm im stabilen Ständer. Andere zeigten sich lässig mit Regiesesseln, an deren Gestänge sich Speisen und Getränke in den Seitentaschen befanden. Viele andere aber, meistens Burgwedeler Geschäftsleute, die erst spät ihr Tagesgeschäft beendet und dann erst zum Einkaufen Zeit gefunden hatten, trugen einfach nur eine Tasche am Arm, aus der Baguettes und Sekt ein wenig herausschauten. So vielfältig hatten sich die Veranstalter der IGK damals im Jahr 2010 beim ersten Jazz unter Sternen die Entwicklung gewünscht. Ihr damaliger Plan ist voll und ganz aufgegangen.
So konnte Karlheinz Schridde ein paar hundert Gäste begrüßen. Er habe auf vielfachen Wunsch der Burgwedeler Jazz-Fans die Alexander Ragtime Band aus Hannover eingeladen. Die war schon einmal Gast bei Jazz unter Sternen und hatte die Burgwedeler Jazzfreunde mit einer großen musikalischen Bandbreite vollauf begeistert. Die Musiker spielen seit mehr als 30 Jahren in unterschiedlichen Formationen zusammen, sagte Schridde. Er freute sich, dass es auch in diesem Jahr wieder möglich gewesen ist, zwei Veranstaltungen Jazz unter Sternen zu finanzieren, ohne von den Burgwedelern Eintritt fordern zu müssen. Er dankte den Sponsoren für ihren Einsatz und reichte seinen allen bekannten Glaszylinder herum und bat um weitere Spenden.
Dann war die Alexander Ragtime Band an der Reihe. Die Herren schafften es beinahe mühelos, die Burgwedeler zu Beifallstürmen hinzureißen. Und sie glänzten mit einer wirklich einzigartigen Mischung aus Dixie, Jazzrock, Swing, Blues und Skiffle. Die doch schon in die Jahre gekommenen Herren begannen mit den „White Cliffs of Dover“ bis hin zum namensgebenden Song für die Alexander Ragtime Band, dem gleichlautenden Titel aus der Feder Irving Berlin aus dem Jahr 1911. Die Burgwedeler zeigten sich wieder begeistert und es wird sicherlich nicht das letzte Gastspiel der Alexander Ragtime band in Großburgwedel gewesen sein.