Geschäftsführer zum Februar nächsten Jahres gekündigt

Kosten für den Kulturbetrieb im Isernhagenhof müssen gesenkt werden

ISERNHAGEN (ti). Spätestens seit Februar dieses Jahres war für den Kulturverein klar: in der Form wie bisher kann der Kulturbetrieb im Isernhagenhof nicht weitergeführt werden. Zum dritten Mal überstiegen die Ausgaben für den Betrieb und die Unterhaltung des Gebäudes die Einnahmen,  die sich im wesentlichen aus dem Zuschuss der Gemeinde und aus Einkünften aus Vermietungen zusammensetzen. „Wir müssen die Notbremse ziehen“, hieß es und es gab dafür nur eine Lösung: der größte Posten, die Personalkosten, mussten gesenkt werden.
Nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung am vergangenen Dienstag hat der Vereinsvorstand unter Einbeziehung des achtköpfigen Beirates dann einstimmig (bis auf eine Enthaltung) beschlossen, dem langjährigen Geschäftsführer die Kündigung auszusprechen. Obwohl es für Jürgen Hanisch  bereits deutliche Anzeichen für eine Maßnahme dieser Art gegeben hat, muss sie doch überraschend für ihn gekommen sein. Die schriftliche Kündigung zum 28. Februar 2011 konnte ihm bis Donnerstagabend nicht übergeben werden.
Nach Auskunft des neuen Vereinsvorsitzenden Rudolf Scharff war Hanisch schon im Februar das Angebot einer Vertragsänderung gemacht worden, die eine Verringerung seiner Bezüge mit beinhaltete. Dies hatte er abgelehnt. Mehr als 66.000 Euro – das entspricht in etwa dem Gehalt eines Oberarztes – waren aber auf die Dauer für den Verein nicht zu tragen. Dazu kam mit Werner Hinz noch eine festangestellte Bürokraft. 77.000 Euro als Zuschuss lässt sich die Gemeinde Isernhagen jährlich die Kulturarbeit im Isernhagenhof kosten, Geld, das sich im Großen und Ganzen gelohnt hat, denn in den 16 Jahren seines Bestehens hat das Veranstaltungszentrum in Isernhagen FB eine Entwicklung genommen, deren Ausstrahlung über die Gemeindegrenzen hinausgeht.
Jetzt geht es darum, eine solide finanzielle Grundlage für die künftige Kulturarbeit zu schaffen und sie gleichzeitig zu stärken. Die Weichen dafür sind mit dem neuen Vorstand gestellt (wir berichteten). Verstärkt um den achtköpfigen Beirat, den die Mitgliederversammlung nach der neuen Satzung gewählt hat, wird der Vorstand in der Übergangszeit selbst das Heft in die Hand nehmen. Das Programm für die nächsten Wochen und Monate verspricht einige Neuerungen, die sicher ihr Publikum finden werden. Eine Menge Mehrarbeit wird auf  Hinz zukommen, den als sehr fähig gelobten Büroangestellten. Auf Dauer wird man aber ohne eigene Geschäftsführung nicht auskommen. Scharff kündigte an, dass der Mitgliederversammlung bereits im September eine neue Konzeption vorgestellt werden soll.
Auch innerhalb des Kulturvereins Isernhagenhof hat sich in letzter Zeit viel getan. Die Zahl der Mitglieder stieg um 14 auf jetzt 87 Personen.  Überraschend groß war die Beteiligung bei der Mitgliederversammlung in dieser Woche. Als Beirat fungieren Friedrich Redeke, Michael Koch, Kurt Erping, Andreas Fingberg-Strothmann, Stefan Rautenkranz, Andreas Schütte, Anne Beken und Thomas Hahn. Geplant ist ein monatlicher Stammtisch, zum besseren Gedanken- und Ideen-Austausch unter den Mitgliedern.