Gemeinde Isernhagen bot „Markt der Möglichkeiten“ im Rathaus

Auch das gab`s beim „Markt der Möglichkeiten“ Besucherin Argelia Schewe informiert sich bei Christa Thomann am Stand der Diakoniestation über Berufsaussichten in der Pflege. (Foto: Renate Tiffe)
 
Die Veranstalter Ralf Henneberg und Mona Achterberg im Gespräch mit Besucherinnen der Ausstellung. (Foto: Renate Tiffe)

Pflegende Angehörige brauchen Hilfe

ALTWARMBÜCHEN (ti) Überrascht waren die Veranstalter vom „Bündnis für Familie“ und der Gemeinde Isernhagen über das große Interesse, welches der „Markt der Möglichkeiten“ geweckt hatte - sowohl bei den Anbietern, als auch bei den Bürgerinnen und Bürgern, die in weitaus größerer Zahl ins Rathaus gekommen waren, als erwartet. Das bestätige, dass die Informationen im Bereich der Pflege nicht so flächendeckend verbreitet sind wie nötig, sagte Bürgermeister Arpad Bogya bei der Begrüßung.
Der Markt an Dienstleistern in den Bereichen von Pflege, Therapie und Beratung ist groß in Isernhagen. Die Gleichstellungsbeauftragte Mona Achterberg und Ralf Henneberg von der Stelle für Seniorenangelegenheiten hatten für die Ausstellung im Ratssaal eine sorgfältige Auswahl unter den Anbietern getroffen, die alle Bereiche abdeckten. Dazu haben sie mit dem Film „Darüber spricht man nicht“ aus der ZDF-Reihe 37 Grad die denkbar beste Einführung in das Thema getroffen.
Es ging um die Schattenseitenseiten bei der Pflege, wenn in der Situation der Überlastung die Nerven bei den Pflegenden reißen, die oft genug 24 Stunden am Tag für den kranken Angehörigen da sein müssen. Da kann es mitunter zu verbaler oder auch körperlicher Gewalt kommen, die hinterher große Schuldgefühle auslöst – was die Situation nicht verbessert. Der Film bot beklemmende Beispiele dafür. Aber er zeigte auch, wie mit den verschiedenen Hilfsangeboten Grenzsituationen aufgefangen werden können und eine entspanntere Pflege möglich wird.
Und genau diese Hilfsangebote waren an den Ständen rund um den Versammlungsteil in der Mitte aufgereiht. Die Besucher brauchten sich praktisch nur umzudrehen und konnten dort nachfragen, wo ihr Informationsbedürfnis am größten war. Das begann mit den Anbietern von ambulanten Pflegediensten, der privaten Pflegeberatung der Dana-Senioreneinrichtungen, die in Isernhagen ein Heim unterhalten. Viele betoffene Angehörige kennen ihre Ansprüche an die Krankenkassen nicht, meinte eine Vertreterin des Hauses, auch nicht die Ansprüche auf Beratung. Das Pflegezentrum Grote war vertreten und das Senioren-Landhaus Kirchhorst.
Wie weiter konkret geholfen, aber auch beraten werden kann, stellten die Johanniter-Unfallhilfe oder die Burgwedeler Diakoniestation dar. Die Menschen kommen hierher mit ihrem speziellen Anliegen und können sozusagen auf neutralem Boden ihre Fragen stellen. „Die Überlastungen gehen einem manchmal nahe“, erklärt Christa Thomann.
Sozusagen von übergeordneter Stelle wird auf dem Stand der Region informiert. Es geht um Vorsorgevollmachten, um Betreuungsrechte, um Patientenverfügungen. In Isernhagen sind im Rathaus regelmäßige Sprechstunden eingerichtet worden. Die nächste findet am 24. Februar um 14.00 Uhr statt.
Um Betreuungsangelegenheiten und Pflegeplanung kümmert sich die Gesellschaft Renafan Serviceleben. Noch zu wenig von Angehörigen wahrgenommen werde der Ambulante Hospizdienst, glaubt Angelika Beck, die Isernhagener Ansprechpartnerin der ehrenamtlichen Einrichtung, die sich gerade zu etablieren beginnt. Die Gelegenheit für Anregungen und Gespräche sei sehr gut bei dieser Veranstaltung, fasst Hans-Jürgen Herrmann von der Lebensberatungsstelle zusammen.
Man kann den pflegenden Angehörigen nur raten, nehmt Hilfe in Anspruch, bevor ihr selber nicht mehr könnt, gibt Mona Achterberg zu bedenken.. Innerhalb ihres Gleichstellungsauftrags nehmen die Senioren eine besondere Stellung ein. Das Netzwerk für Senioren in Isernhagen ist gut, betont Ralf Henneberg.