Gelungener Mix aus Spitzensport und familiärer Atmosphäre

Es war ein toller Anblick, als die Islandpferde elegant durch die Ovalbahn tölteten. (Foto: Sina Balkau)
 
Den Zuschauern wurden zahlreiche reitsportliche Highlights geboten. (Foto: Sina Balkau)

Islandpferdeturnier und Passchampionat lockte Reiter aus zehn Nationen

ISERNHAGEN K.B. (sib). Jedes Jahr im September veranstaltet das Gestüt Basselthof mit der Unterstützung der Islandpferdereiter Isernhagen ein großes Sportturnier für Islandpferde, an dem nationale wie internationale Reiter teilnehmen können. Doch dieses Mal erwartete Reitsportfreunde ein ganz besonderer Leckerbissen: Im Rahmen des Turniers wurde erstmals auch das internationale Passchampionat in Isernhagen ausgerichtet, bei dem absolute Spitzenpferde und -reiter an den Start gingen.
Fast eine Woche lang herrschte der Ausnahmezustand auf dem Basselthof, denn solch ein großes Turnier erfordert jede Menge Organisationsarbeit: Reiter aus zehn Nationen – von Österreich über Schweden bis hin zu den Färöer Inseln – sind mit über 420 Islandpferden nach Isernhagen gekommen, um an dem Sportturnier beziehungsweise Passchampionat teilzunehmen.
Los ging es bereits am Dienstag mit der Zuchtpferdeprüfung. Ein internationales Richterteam beurteilte 65 gerittene sowie 15 Jungpferde. „Für Deutschland ist das eine ganz stattliche Zahl“, sagte Turnierleiterin und Gestütsinhaberin Marlise Grimm stolz. Am Freitag starteten dann die sportlichen Wettbewerbe nach den Regeln der FEIF, der internationalen Vereinigung der nationalen Islandpferdeverbände. Jugendliche, Erwachsene und Junioren unterschiedlicher Leistungsklassen zeigten auf der 200 Meter langen Ovalbahn die Gänge ihrer Pferde, denn Islandpferde besitzen neben den normalen Gangarten auch die genetisch fixierten Gangarten Tölt und Pass.
Das Gangreiten ist anspruchsvoll und erfordert fundiertes reiterliches Können. „Es gibt klare Beschreibungen, wie die Gänge optimal zu zeigen sind“, erklärte Marlise Grimm. Richter aus verschiedenen Nationen beurteilten, wie gut die Reiter die Ansprüche erfüllt haben und drückten dies in Punktzahlen aus. Für die Zuschauer war es ein toller Anblick, wie die kleinen, aber kräftig-robusten Tiere im Viertakt durch die Bahn tölteten und dabei abwechselnd nur einen oder maximal zwei Hufe am Boden beließen: Es sah beinahe so aus, als tanze das Pferd, was durch die begleitende Musik noch untermalt wurde.
Diese Wettbewerbe waren für jeden offen, der mitmachen wollte. „Wir wollen ein familiäres Turnier bleiben und auch Prüfungen für Kinder und weniger erfahrene Reiter anbieten“, so Grimm, die auch erste Vorsitzendes der Islandpferdereiter Isernhagen und Umgebung e.V. ist. Für diese Zielgruppe waren auch die Gaedingakaeppni-Klassen geeignet. Gaedingakaeppni ist ein traditioneller isländischer Reitwettbewerb, der die besonderen Merkmale der Islandpferde im Fokus hat.
Das Highlight des Turniers waren jedoch die Passwettbewerbe, denn schließlich wurde dabei der internationale Champion gekürt. Hervorragende Reiter aus der ganzen Welt, die teilweise auch schon an Weltmeisterschaften teilgenommen haben, traten auf der 300-Meter-Passstrecke gegeneinander an. In gestreckter Haltung entwickelten die Isländer ein rasantes Tempo, was ein atemberaubender Anblick war – nicht umsonst gilt der Rennpass als Königsgangart.
Das Veranstalterteam war mehr als zufrieden mit seinem diesjährigen offenen Sportturnier. „Wir sind glücklich, dass alles gut geklappt hat und freuen uns über das positive Feedback der Teilnehmer, die sich für eine schöne Veranstaltung bedanken“, resümierte Marlise Grimm. Zudem kann der Verein stolz auf gute Ergebnisse der eigenen Reiter sein, so machte Laura Grimm beispielsweise den zweiten Platz im Töltpreis.