Gegner der „Y-Trasse“ formieren sich: „Bürgerforum Burgwedel“ wird gegründet

Wann? 09.02.2011 19:00 Uhr

Wo? Gasthaus „Zum Alten Posthof“, Ramlinger Straße 5, 30938 Burgwedel DEauf Karte anzeigen
Zur Sondierungsveranstaltung waren etwa 70 Interessierte aus allen Ortschaften gekommen. (Foto: Hans Hermann Schröder)
Burgwedel: Gasthaus „Zum Alten Posthof“ |

Gründungsversammlung am 9. Februar um 19.00 im Alten Posthof

ENGENSEN (hhs). Am Mittwochabend hatte Lars Dorbandt, der seit einigen Wochen im Internet unter www.gueterbahn-burgwedel.de alle Informationen um den Bau der so genannten Y-Trasse und der Güterbahnumfahrung sammelt, zu einer Sondierungsveranstaltung im Alten Posthof in Engensen eingeladen. Sie hatte neben einer kurz gehaltenen Informationsphase im wesentlichen die Auslotung des Interesses der Mitbürgerinnen und Mitbürger zum Ziel, im Rahmen einer organisierten Gemeinschaft, Bürgerinitiative oder Verein, die Baupläne der Bahn durch Burgwedels Gemarkung „kritisch zu hinterfragen“, wie Dorbandt es ausdrückte. Von der Resonanz der Burgwedeler auf sein Angebot war er überrascht: Mehr als 70 waren der Einladung in den Alten Posthof gefolgt.
Lars Dorbandt führte zunächst aus, dass er in Kleinburgwedel lebt und damit von jeder Trassenführung durch Burgwedeler Gebiet betroffen sei, wie viele andere Mitbürger auch. Er vermisse die Transparenz in der Vorgehensweise der Bahn, insbesondere in der Informationspolitik. „Wir kommen nicht umhin, uns damit zu beschäftigen“, sagte er. Er hatte Gäste aus der Gemeinde Wedemark eingeladen, die seit mehr als zehn Jahren in einer Bürgerinitiative für die Erhaltung ihrer Lebensqualität kämpfen, Christoph Chilla, den Vorsitzenden der dortigen Bürgerinitiative, und Dieter Töpelmann. Beide berichteten von ihren langjährigen Erfahrungen und rieten den künftigen Mitstreitern in Burgwedel, sich grundsätzlich gegen die gesamte Trasse auszusprechen und als Alternative für die, wie es im Bahnjargon heißt, „Ertüchtigung vorhandener Strecken“ auszusprechen. Unter diesem Terminus verstehe man stillgelegte Strecken und diejenigen, die von Privatbahnen wie der Osthannoverschen Eisenbahn gegenwärtig genutzt werden.
Schnell ging man dann zur Sondierung der Interessen der Besucher über. Dorbandt hatte als juristischen Fachmann den Burgwedeler Anwalt und Notar Gregor Schneider eingeladen, der juristische Fragen klären konnte. Zunächst ging es um die Frage, ob Bürgerinitiative oder Verein. Die Versammlung sprach sich mehrheitlich für die Vereinsform aus. Dieser soll die Bezeichnung „Bürgerforum Burgwedel“ tragen und Gemeinnützigkeit beantragen. Auch ein Satzungsentwurf wurde diskutiert. Er soll, nach Einfügung einiger Veränderungen, an Finanzamt und Amtsgericht zur Genehmigung versendet werden. Über die Höhe der Vereinsbeiträge wird die Mitgliederversammlung später entscheiden. Auch der Vereinszweck muss noch abschließend formuliert werden. Man kam am Ende überein, alle Interessenten zur Gründungsversammlung des „Bürgerforums Burgwedel“ am Mittwoch, den 9. Februar um 19.00 Uhr in den Alten Posthof in Engensen einzuladen.