Frohgemutes Adventssingen der St.-Petri-Gemeinde Kleinburgwedel

Schnellen Schrittes begannen die Adventssinger in Kleinburgwedel ihren Weg zur ersten Station. Pastor Böger mit Bollerwagen vorneweg, alle anderen frohgemut hinterher. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Den Glühwein in der einen, die Noten in der anderen Hand begannen alle in die Melodie mit einzustimmen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

„Gemeinsames Singen vermittelt Gemeinschaftsgefühl“

KLEINBURGWEDEL (hhs). Am Nachmittag des vergangenen Sonntags, dem 4. Advent, fand in Kleinburgwedel zum vierten Mal eine Demonstration der besonderen Art statt, eine Demonstration des Frohsinns und der Vorfreude: Der Kleinburgwedeler Teil der St.-Petri-Gemeinde hatte zum Adventssingen geladen. Der Ablauf ist einfach und damit Erfolg versprechend. Die Teilnehmer treffen sich im Haus der Kirche um 16.00 Uhr, einige haben Instrumente dabei, an diesem eiskalten Nachmittag zwar keine Blechblasinstrumente, die wären gnadenlos zugefroren, aber drei Gitarren und ein Akkordeon, die der Witterung mit ihren Melodien trotzen sollten. Pastor Böger stapfte im Schnee vorneweg, am langen Arm einen Bollerwagen mit Instrumenten und Noten. Das Ziel war Familie Schulz in der Burgstraße. Das Ehepaar war Gastgeber zum Adventsliedersingen und erste Station auf dem Weg durch den Ort.
Frohgemut und schnellen Schrittes folgten etwa 50 Gemeindeglieder ihrem Pastor zur ersten von drei Stationen an diesem Nachmittag. Die Familien Reimers, Schulz und Nachbarn hatten den Ort des Geschehens schön geschmückt, eine flackerndes Licht an der Einfahrt wies bei der aufkommenden Dämmerung den Weg in den Carport. Dieser lud geradezu ein zum Verweilen, dezent geschmückt mit Lichterketten und Kerzen, kleine Dekorationen auf den Stehtischen, Adventsgebäck komplettierte das weihnachtliche Ambiente. Der Hausherr hieß alle Adventssänger herzlich willkommen, und natürlich auch die Schar der Nachbarn, die gleich hierher gekommen waren. Zuerst gab es einen zünftigen Becher Glühwein für die Schar der Adventssänger. Nachbarn kümmerten sich um die Versorgung der Besucher, und dann standen sie da für ein paar Minuten. Der Glühwein verströmte ein einzigartiges Aroma, machte warm ums Herz und sorgte dafür, dass alle grüppchenweise mit einander ins Gespräch kamen.
Schließlich wurden die Noten und Liedtexte an die Besucher verteilt, ein fröhlich stimmendes Bild, als sie alle dastanden, in der einen Hand die Noten, in der anderen den Glühwein, viele von den Gästen trugen eine Nikolausmütze auf dem Kopf. Unterdessen hatten die Musiker ihre Instrumente gestimmt, und los ging es mit dem ersten Lied, gesungen im vielstimmigen Chor. Es waren die bekannten Weihnachtslieder, die da in der Kälte des späten Nachmittags erschallten. Auch die Nachbarn, die sich hier eingefunden hatten, sangen mit, alles in allem ein imposanter, wenn auch improvisierter Chor. Aber darin liegt wohl auch die Faszination und Begeisterung begründet, die man allenthalben spüren konnte und die irgendwie bei jedem das Bedürfnis auslöste, aus voller Kehle mitzusingen. Da kam es nicht so genau darauf an, dass jeder Ton genau getroffen wurde, da wurde jedem Gitarristen sofort jeder Missgriff verziehen bei den tiefen Temperaturen, da empfanden alle einfach nur die ganz elementare Freude am gemeinsamen Singen. „Es macht einfach Mut und sorgt für Zuversicht“, brachte es eine ältere Mitsängerin auf den Punkt. „Und es vermittelt ein unglaubliches Gemeinschaftsgefühl“.
Nach einer knappen Stunde ging es weiter zur zweiten Station bei Familie Mascher und Nachbarn im hinteren Teil des Jubiläumsrings. Anschließend ging es weiter zur letzten Station bei Familie Nolte-Engelke, wo Pastor Böger noch eine kleine Andacht hielt. Der Weg führte die Sänger lang durch den Ort. Ein für Kleinburgwedel nicht ungewöhnliches Bild bot sich dem aufmerksamen Betrachter dabei. Junge Leute „hakten die älteren unter“, wenn der Schnee zum hohen Hindernis wurde oder die Fahrbahnen zu glatt waren, als wäre das heute noch die natürlichste Sache der Welt. Sollte allein das eine Folge des gemeinsamen Adventssingens sein, so sollte man auch in den anderen Ortsteilen überlegen, eine ähnliche Veranstaltung ins Leben zu rufen.