Frischer Wind in der St. Marcus-Kirche in Wettmar

Nach dem Einführungsgottesdienst: Pastorin Reni Kruckemeyer-Zettel mit Superintendent Martin Bergau. (Foto: Renate Tiffe)
 
Auch die Ortsbürgermeister Rainer Fredermann und Friedhelm Stein nutzen die erste Gelegenheit zum Gespräch mit Pastorin Kruckemeyer-Zettel. (Foto: Renate Tiffe)

Begrüßungsgottesdienst für Pastorin Reni Kruckemeyer-Zettel

WETTMAR (ti). Nach mehr als einjähriger Krankheit von Pastor Karneboge und der Vertretung durch Pastorin Karin Borchers-Schmidt wird die St. Marcus-Gemeinde für das Kirchspiel Wettmar-Engensen-Thönse jetzt wieder von einer hauptamtlichen Kraft betreut. Im gut besuchten Gottesdienst am Sonntagnachmittag wurde Pastorin Reni Kruckemeyer-Zettel von Superintendent Martin Bergau offiziell in ihrem Amt begrüßt. Ihr Dienstbeginn war bereits am 1. September.
Als ein „Kind des Nordens“ bezeichnete Bergau die gebürtige Bremerin, die dort ein Lehramtsstudium absolvierte und stark in der kirchlichen Jugendarbeit engagiert war, bevor sie sich für das Theologiestudium in Bielefeld und Münster entschied. Ihr Vikariat leistete die 41-Jährige in Osterholz-Scharmbeck ab und war danach seit 2007 in der großen Kirchengemeinde Cuxhaven-Altenwalde tätig. Sozusagen als Abschluss ihrer Ausbildung zur Gemeindepfarrerin steht jetzt ein Probejahr in Wettmar an, nach welchem sich beide Seiten für die endgültige Einführung in der St.-Marcus-Kirchengemeinde entscheiden können.
Reni Kruckemeyer-Zettel wohnt bereits in Wettmar und ist mit Michael Zettel verheiratet, der von Beruf Schlosser ist. Der Kirchenvorstand hatte sich einstimmig und klar für sie ausgesprochen. Mehr als 30 Gemeindeglieder aus Altenwalde – darunter viele Jugendliche - nahmen am Begrüßungsgottesdienst in Wettmar teil.
Als energiegeladen und selbstbewusst, dabei offen und von gewinnendem Wesen war die Theologin bereits in der Jugendarbeit aufgefallen. So stellte sie sich auch in Wettmar vor, wo große Aufgaben auf sie warten - nicht nur mit dem Bau des neuen Gemeindezentrums. Sie hat bereits zwei Schul-Einführungsgottesdienste gestaltet und dabei viel Anerkennung erfahren und die ersten Stunden Konfirmanden-Unterricht haben auch schon stattgefunden. Da setzte die neue Pastorin dann gleich erste Markierungszeichen: die Protokolle wurden abgeschafft und die künftigen Konfirmanden setzten sich statt mit einem Text aus der Lutherbibel mit einer neueren Übersetzung auseinander. Ein Beispiel dafür machten drei junge Mädchen deutlich, die in der Predigt anstelle des vertrauten „einer trage des anderen Last“ das neue „helft Euch gegenseitig, wenn Ihr Probleme habt“ vorlasen. Damit könnten Jugendliche etwas anfangen. Luther selbst hatte gesagt, man müsse dem Volk aufs Maul schauen“. Nur so könnten die jungen Menschen an die Kirche herangeführt werden, meinte die Pastorin. Darin sieht sie eine ihrer Hauptaufgaben („jeder hat seine eigenen Schwerpunkte“), wobei Reni Kruckemeyer-Zettel selbstverständlich Seelsorgerin für alle Generationen sein möchte. Die Kirche brauche Vertrautes und Neues.
Der Predigttext für diesen Sonntag gab viel her für die aktuellen Anliegen in der St. Marcus-Gemeinde. „Tut, was Ihr könnt“, konnte es auch heißen und „krempelt die Ärmel auf“. Gemeinsam sei ein großes Projekt zu schaffen, rief die Pastorin die Zuhörenden in den vollbesetzten Reihen auf. Die Kollekte an diesem Tag war für das große Bauvorhaben bestimmt.
Beim Abschied vor der Kirchentür zeigte sich, dass Vertreter der Ortsräte und aller Wettmarer Vereine beim Gottesdienst anwesend waren. „Wir werden sicher noch miteinander zu tun haben“, versprach die Pastorin.
Erste Gespräche konnten beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus vertieft werden. Auch die Gruppierungen in der Kirchengemeinde stellten sich vor. Vom Kirchenvorstand hieß Christel Timm aus Thönse anstelle des nach einem Unfall schwer erkrankten Vorsitzenden die neue Pastorin noch einmal willkommen.