Freiwillige Feuerwehr Altwarmbüchen: Schwerpunktwehr im Aufwind

1) Zu Gast war Landesbranddirektor Jörg Schallhorn, Neubürger in Altwarmbüchen, der sich mit einem Grußwort der Versammlung vorstellte. (Foto: Renate Tiffe)
 
1) Für seine zehnjährige Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Altwarmbüchen zeichnete Bürgermeister Arpad Bogy den stellvertretenden Ortsbrandmeister Philipp Suppan mit der Bronzenen Ehrennadel der Gemeinde aus. (Foto: Renate Tiffe)

Steigende Zahl der Einsätze – Exzellente Nachwuchspflege

Altwarmbüchen (ti). In einer solchen Form hat sich die Freiwillige Feuerwehr Altwarmbüchen schon lange nicht mehr – wenn überhaupt jemals – bei einer Jahreshauptversammlung präsentieren können. Unter der Führung von Ortsbrandmeister Marc Perl und seinem Stellvertreter Philipp Suppan ist eine Truppe herangewachsen, die mit 51 Aktiven nicht nur den verstärkten Anforderungen der neuen Feuerwehrverordnung entsprechen kann, sondern die auch eine hervorragende Nachwuchspflege betreibt.
Gewachsen sind allerdings auch die Anforderungen bei den Einsätzen. Gegenüber dem Vorjahr ist deren Zahl um 24 auf insgesamt 103 Brände und technische Hilfeleistungen gestiegen. Wobei die Zahl der Brände - 22 mal wurde Feuer gemeldet, darunter 3 Großbrände – immer mehr in den Hintergrund tritt gegenüber den Herausforderungen, die bei der wachsenden Zahl der Unfälle auf den Autobahnen zu meistern sind. Der Gruppenführer Sebastian Bahl erinnerte in seinem Bericht an einige dieser Vorfälle, die nur dank einer hervorragenden Ausbildung zu bewältigen waren.
Um die Ausbildung gedreht hatte sich auch viel im Bericht von Ortsbrandmeister Marc Perl. Im Zuge der neuen Feuerwehrordnung des Landes konnten zwar die Führungspositionen besetzt werden, bei der Neubesetzung der stellvertretenden Funktionen besteht aber noch Nachholbedarf an Lehrgängen, für die Trupp- und Gruppenführer, vor allem aber auch für die Sprechfunker. Letztere könnten allein in Isernhagen einen kompletten Lehrgang füllen, so Perl. Stolz verwies er auf die vielen Fortbildungen im Jahr 2010, was sich später bei der ansehnlichen Zahl von Beförderungen zeigte.
Der Nachwuchsförderung gilt ebenso das Augenmerk der Feuerwehrführung. Jugendfeuerwehrwart Alexander Scholl legte einen Bericht über ein ereignisreiches Jahr für seine 25 Schützlinge vor. Beim Gemeindefeuerwehrtag haben sie den ersten Platz belegt und sich für die Teilnahme am Regionswettbewerb qualifiziert. Uneingeschränkten Beifall von Kameraden wie Gästen erhielt Claudia van Veen für ihren lebendigen Bericht über die Arbeit mit den „Löschmäusen“, der im August gegründeten Kinderabteilung.
Der Ortsbrandmeister hatte addiert und war mit Alterskameraden, Jugendlichen und Kindern sowie 167 fördernden Mitgliedern auf 327 Angehörige der Feuerwehr gekommen. Eine Zahl, die sich sehen lassen kann.
Sie sei aber noch „ausbaufähig“ merkte die Ortsbürgermeisterin Monika Dehmel in ihrer temperamentvollen kurzen Rede an. Sie hatte ausgerechnet, dass nur jeder dreißigste Altwarmbüchener Mitglied in der Wehr ist. Vor allem bei den Passiven müsse sich noch etwas ändern, meinte sie, und deutete an, die Aktion zu wiederholen, mit der vor Jahren viele Hausbesitzer geworben wurden.
An Grußworten herrschte kein Mangel bei dieser Feuerwehrversammlung. Besondere Aufmerksamkeit konnte ein hochrangiger Gast auf sich ziehen, der seit vergangenem Jahr in Isernhagen wohnt. Landesbranddirektor Jörg Schallhorn hatte die Worte bezüglich der Ausbildungssituation wohl vernommen, sprach vom demographischen Wandel und der Steigerung der Leistungsfähigkeit, wenn weniger Feuerwehrleute mehr Aufgaben zu erfüllen haben. Den Altwarmbüchenern sagte er zu, in einen „Dialog“ mit ihnen zu kommen.
Zuvor hatte Bürgermeister Arpad Bogya die gute Zusammenarbeit mit dem Feuerwehrkommando hervorgehoben und um Verständnis dafür geworben, dass der Bau des neuen Feuerwehrhauses auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden musste. Gegen Ende der Versammlung nahm er eine besondere Ehrung vor. Mit der Bronzenen Ehrennadel zeichnete er den stellvertretenden Ortsbrandmeister Philipp Suppan für seinen zehnjährigen ehrenamtlichen Dienst in der Gemeinde aus. Der Bauingenieur und Leiter des familieneigenen Hoch- und Tiefbauunternehmens in Hannover hatte 1998 als Gruppenführer im Feuerwehr-Kommando Altwarmbüchen angefangen und seitdem dessen Aufbau mit gestaltet.