Frauenklinik hat Zertifizierung als Brustzentrum erhalten

Freuen sich über die Zertifizierung der Frauenklinik als Brustzentrum: (v.l.n.r.) Qualitätsmanagementbeauftragte Semsi Tüzün, Stationsleiterin Barbara Hoffmann-Rurer, Chefarzt Dr. Karl-Heinz Noeding und Dr. Alexander Moser, Leiter des (Foto: Sina Balkau)

Brustkrebspatientinnen werden in Großburgwedel bestmöglich behandelt

GROSSBURGWEDEL (sib). Wie bereits zwei weitere Krankenhäuser der vier zusammenarbeitenden Frauenkliniken in der Region Hannover hat nun auch das Klinikum Großburgwedel eine Zertifizierung als Brustzentrum erhalten. Das Zertifikat belegt, dass die Gynäkologie in Burgwedel nach den Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Senologie arbeitet, um den an Brustkrebs erkrankten Patientinnen die bestmögliche Behandlung zu bieten. Für das Klinikum Großburgwedel bedeutet dies ein weiteres Qualitätsmerkmal, das die Reputation des Hauses noch erhöhen wird.
Jedes Jahr erkranken in Deutschland 55.000 Frauen an Brustkrebs. Doch diese Krankheit hat heutzutage bei früher Erkennung und optimaler Behandlung hohe Heilungschancen.
Die Zertifizierung von Brustzentren durch die Deutsche Gesellschaft für Senologie und die Deutsche Krebsgesellschaft bestätigt Frauenkliniken, dass sie die besten Voraussetzungen für eine Genesung ihrer Krebspatientinnen bieten. Im Klinikum Region Hannover arbeiteten die vier Frauenkliniken Nordstadt, Gehrden, Großburgwedel und Neustadt am Rübenberge eng zusammen, um eine lückenlose Verknüpfung von Diagnose, Therapie und Nachsorge zu ermöglichen.
2003 erhielt das Klinikum Nordstadt als die Zertifizierung als Brustzentrum, 2005 folgte das Klinikum Robert Koch Gehrden und nun das Klinikum Großburgwedel. Auch das Klinikum Neustadt am Rübenberge ist auf dem Weg, die Zertifizierung zu erhalten. Die Patientinnen profitieren von dem Netzwerk ambulanter und stationärer Hilfen, zu dem auch Partner der Fachgebiete Radiologie, Pathologie, Schmerztherapie, Psychoonkologie sowie Sozialarbeit und Selbsthilfe zählen. Das Kooperative Brustzentrum im Klinikum Region Hannover ist zurzeit das stärkste Brustzentrum in Niedersachsen.
Dr. Karl-Heinz Noeding hat als Chefarzt der Gynäkologie am Klinikum Großburgwedel einen großen Anteil an der Zertifizierung. Seit er die Leitung der Station im Jahr 2007 übernommen hat, stieg die Zahl der behandelten Primärfälle um etwa 50 Prozent an, sodass die für die Zertifizierung vorgeschriebene Mindestfallzahl von 100 erreicht werden konnte.
„Dass die Fachärzte ihre Patientinnen gerne an das Klinikum Großburgwedel überweisen, liegt sicher nicht zuletzt auch an der exzellenten operativen Expertise, über die Dr. Noeding verfügt“, so Dr. Alexander Moser, Leiter des Brustzentrums der Frauenklinik Klinikum Nordstadt. Seit Anfang der Neunziger hat Noeding rund 3000 Brustoperationen durchgeführt. Seine Spezialität ist die Brustrekonstruktion mit körpereigenem Gewebe aus der Bauchdecke, diese Technik wird in keinem weiteren Krankenhaus in der Region Hannover angewandt.
Selbstverständlich ist die hervorragende Arbeit in der Frauenklinik Klinikum Großburgwedel aber Teamarbeit – viele Hände waren nötig, um die Zertifizierung als Brustzentrum zu ermöglichen. So hatte zum Beispiel Qualitätsmanagementbeauftragte Semsi Tüzun jede Menge zu tun, denn ein gutes Qualitätsmanagements ist die notwendige Voraussetzung für die Zertifizierung. Daneben gibt es 430 weitere Kriterien, die erfüllt werden müssen, zum Beispiel dürfen Patientinnen nicht zu lange auf einen Termin warten. Ärzte, Krankenschwestern und Klinikverwaltung arbeiten Hand in Hand, um allen Anforderungen gerecht zu werden. „In den letzten Wochen haben wir jeden Tag bis 22 Uhr gearbeitet, schließlich durfte unsere alltägliche Arbeit auch nicht liegen bleiben “, erzählte Chefarzt Karl-Heinz Noeding.
Die Überprüfung übernahmen externe Experten, die ins Haus kamen. „Es gehört durchaus Mut und auch ein großes Selbstbewusstsein dazu, diesen Weg zu gehen. Durch die Zertifizierung wird nun bescheinigt, dass sich die Gynäkologie in Großburgwedel auf einem hohen medizinischen Niveau befindet“, sagte Dr. Friedrich von Kries, Geschäftsführer des Klinikums Region Hannover.
Einmal jährlich wird die Überprüfung wiederholt, es handelt sich dabei um ein so genanntes Überwachungsaudit. Nach drei Jahren ist die Zertifizierung abgelaufen und muss wieder von neuem beantragt werden.