Französisch auf Rädern

Maëva Lagarde (r.) machte mit dem FranceMobil des Deutsch-Französischen Jugendwerkes (DFJW) an der IGS und Oberschule Burgwedel Station (links daneben Julia Goldschmidt, Dorit Hölter und vier Schülerinnen des siebten Jahrganges der IGS). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

FranceMobil gastierte an der Burgwedeler IGS und OBS

Von Bettina Garms-Polatschek

GROSSBURGWEDEL. Maëva Lagarde verteilt bunte Bilder auf dem Boden des großen Klassenraumes. 15 Schülerinnen und Schüler des sechsten IGS-Jahrganges sitzen im Kreis und hören ihr zu. Sie haben sich zuvor auf Französisch mit ihrem Namen und dem Alter vorgestellt.
Obwohl die Sechstklässler erst seit dem Sommer 2018 mit Französisch als Fremdsprache begonnen haben, gelingt ihnen das schon sehr gut und sie haben schnell verstanden, welche Aufgabe die junge Französin in der nächsten Runde machen möchte.
Die 24-jährige teilt die Jugendlichen in die Gruppen „Baguettes“ und „Croissants“ ein. Schon stellt Lagarde mit einem Klick auf ihrem Mobiltelefon Lieder an, in denen Begriffe enthalten sind, die als Bilder auf dem Boden liegen. Sobald eines der Wörter zu hören ist, springt ein vorher bestimmtes Mitglied jeder Mannschaft auf und versucht, das richtige Bild möglichst schnell zu ergattern. Dabei wird viel gelacht und es geht sehr lebendig zu. Lehrkraft Dorit Hölter ist ebenfalls dabei. Sie unterrichtet an der IGS und Oberschule alle Französischjahrgänge und spielt für die „Croissants“ mit. Am Ende der Stunde muss sich ihre Gruppe trotz professioneller Verstärkung allerdings mit zehn zu zwölf Punkten geschlagen geben. Alle tragen es mit Humor und sind begeistert von der Art, mit der Maëva Lagarde ihnen spielend viele Vokabeln beigebracht hat.
Nacheinander werden an diesem Tag noch weitere Jahrgänge mit ihr zusammen die Kenntnisse der klangvollen Sprache vertiefen. Schulleiterin Renate Koch und die Fachbereichsleiterin für Fremdsprachen, Julia Goldschmidt, sind begeistert, dass der Französisch-Unterricht an ihrer Schule durch Maëva Largarde und das FranceMobil bereichert werden.
Koch ermuntert die Gruppe zur aktiven Teilnahme: „Seid neugierig und schaut, was ihr mitnehmen könnt!“ Die FranceMobile seien extra mit französischen Teilnehmern besetzt, um die Schülerinnen und Schüler zu motivieren, das Land und die Sprache näher kennen zu lernen. „Das ist so eine tolle Sache“, merkte sie an.
Maëva Lagarde wird von den Schülern darauf hin mit Fragen gelöchert. Wo sie geboren sei, welchen Fußballverein sie möge und ob Paris tatsächlich die Stadt der Liebe sei. Die junge Frau antwortet deutlich auf Französisch, dass sie aus der Stadt Bourges, etwa zwei Stunden Autofahrt von Paris entfernt, komme. Ihr Lieblingsteam sei Bordeaux und ja, Paris sei wohl die Stadt der Liebe. „Aber es kommt auf das Wetter an“, erklärt sie lachend auf Deutsch. Das sei ähnlich wie hier, aber im Sommer sei es wesentlich wärmer.
Seit September 2018 ist sie in Bremen stationiert. Dort fährt sie als Lektorin mit dem FranceMobil durch das Stadtgebiet und ganz Niedersachsen, um allgemeinbildende und weiterführende Schulen zu besuchen. Der bunt beklebte Renault Kangoo ist das FranceMobil, das mit Materialien für lebendigen Französischunterricht vollgepackt ist.
Insgesamt zwölf Lektorinnen und Lektoren sind mit ihren Fahrzeugen im gesamten Bundesgebiet für das Kooperationsprojekt des Deutsch-Französischen Jugendwerkes (DFJW), der Französischen Botschaft und dem deutschen Institut francais unterwegs. Unterstützt wird das Projekt auch von der Robert Bosch Stiftung, Renault Deutschland und dem Deutsch-Französischen Institut (dFI) Erlangen sowie dem Ernst Klett Verlag. Seit der Gründung im Jahr 2002 erreichte das Angebot des FranceMobil mehr als 1,25 Millionen Schülerinnen und Schüler an über 15.000 Schulen. Ziel des Projektes ist die Förderung der interkulturellen Zusammenarbeit beider Länder.
Auch wenn die Schülerinnen und Schüler in der besonderen Französischstunde nicht an so große Ziele gedacht haben mögen, Spaß hatten sie allemal. Nachdem Maëve Lagarde sie für ihre Beteiligung und Französischkenntnisse gelobt hatte, gaben die Jugendlichen das auch zurück: „Das war cool und hat Spaß gemacht!“