Fragen der Gymnasiasten verblüfften Kommunalpolitiker in Isernhagen

Am Tisch des Isernhagener CDU-Chefs Burkhard Kinder wurde fleißig diskutiert, hier mit Fiona, Jule und Christina (alle Klasse 8B des Gymnasiums Isernhagen) und "Frauen in die Politik"-Mentee Schengül Rinschede (rechts). (Foto: Dana Noll)
 
Herbert Löffler von der SPD beantwortete geduldig alle Fragen der Schüler/innen, hier von Chalan (v.l.) und Lena (beide Klasse 8B Gymnasium Isernhagen). (Foto: Dana Noll)
Isernhagen: Rathaus Isernhagen |

Ein Beitrag von Dana Noll - "Sind sie denn mit der Spitze ihrer Partei zufrieden?"

ALTWARMBÜCHEN (dno). Im Rahmen des Politikunterrichts besuchten jetzt 74 Schüler/innen des Gymnasiums Isernhagen das Rathaus der Gemeinde in Altwarmbüchen. Hier schauten sie den Verwaltungsangestellten über die Schulter und befragten anschließend Vertreter der Kommunalpolitik.
„Was können wir Jugendlichen tun, um uns in der Gemeinde politisch zu engagieren?“ Zu diesen und anderen Fragen standen vier Politiker/innen aus dem Rat den Schüler und Schülerinnen vom Gymnasium Isernhagen Rede und Antwort. Im Rahmen der "Kommunalpolitischen Tage", die bereits seit 2006 stattfinden, kamen an jeweils drei Tagen Mädchen und Jungen des 8. Jahrgangs ins Rathaus.
Den Auftakt machte am Mittwoch, die Klasse 8B, die von Politiklehrer Florian Jorke begleitet wurde. „Die Schüler sollen einen Einblick bekommen, wie eine Verwaltung funktioniert. Im Unterricht ist viel Theorie, hier kann Politik lebendiger vermittelt werden“, so Jorke. Im Rathaus ging es erst einmal in kleinen Gruppen in die verschiedenen Verwaltungsbereiche wie in die Personal- und Finanzabteilung, in die Abteilung für Umwelt und Grün, in die Bauplanung sowie in die Organisation für Kindertagespflegeangebote. Hier bekamen die Schüler einen ersten Eindruck von der täglichen Arbeit in der Gemeinde.
Nach einer kleinen Vorstellungsrunde der anwesenden Politiker im Ratssaal, ging es anschließend standesgemäß „an den runden Tisch“ oder besser, an die runden Tische, um in Kleingruppen zu diskutieren. Dazu hatten die Schüler/innen Fragen vorbereitet.
Der Vorsitzend des CDU-Gemeindeverband Isernhagen, Burkhard Kinder, war begeistert, dass auch viele Mädchen so großes Interesse an Politik haben. Als Mentor engagiert er sich im Rahmen des Programms „Frauen in die Politik“ und brachte seinen „Mentee“ Schengül Rinschede gleich mit.
Den Fragen nach Vorbildern oder Zielen mussten sich alle Politiker an den Tischen stellen, denn dies interessierte jeden Achtklässler hier. Nadja hakte nach, warum Ratsmitglied Fabian Peters von den Grünen, „überhaupt in die Politik gegangen ist“? Sehr zur Freude der anwesenden Jugendlichen antwortete er: "Weil ich immer viel gemeckert habe und ich wollte irgendwann nicht nur meckern, sondern mitgestalten!"
Auch am Tisch um SPD-Ortsrat Herbert Löffler aus Kirchhorst wurde diskutiert und die Schüler erfuhren, der Kern von engagierter Kommunalpolitik sei, „dass man lernt, sich für andere einzusetzen.“
„Ab welchem Alter sollten Jugendliche wählen dürfen?“, wollte zum Beispiel Justus aus der Klasse 8B von Claus Hogrefe, der auf eine über 40-jährige Parteimitgliedschaft in der FDP blickt, wissen. „Etwas früher wäre gar nicht so verkehrt“, meinte der Kommunalpolitiker. Angesichts der interessierten Schüler/innen wäre dies durchaus denkbar.
Dennoch gab es auch Kopfschütteln, denn einige sehen sich doch noch nicht bereit, eine Entscheidung für oder gegen eine Partei zu treffen. „Meine Eltern sagen immer, ganz links und ganz rechts ist nicht gut, alle Parteien irgendwie dazwischen sind in Ordnung“, so brachte eine Schülerin die politischen Ansichten auf den Punkt.