Fortgang der Planungen für die Wiederaufbereitungsanlage

Am Ende eines Weges, der von der asphaltierten Straße in Richtung Bahnlinie abzweigt, liegt das künftige Sondergebiet für die Wiederaufbereitungsanlage. (Foto: Renate Tiffe)

Ortsrat Kleinburgwedel stimmte Änderungen im Bebauungsplan zu

KLEINBURGWEDEL (ti). Vier Wochen nach seiner konstituierenden Sitzung kam der Ortsrat Kleinburgwedel zusammen, um Stellung zu nehmen, zum geänderten Bebauungsplan für das Sondergebiet Wiederaufbereitungsanlage. Es geht um die Abwägungen zwischen Naturschutz und den Erfordernissen, die sich durch die Verlagerung des Betriebes für die Wiederaufarbeitung von verwertbarem Bauschutt ergeben.
Immer noch scheint die von der Region Hannover bereits vor drei Jahren geforderte Verlagerung des Betriebes selbst für Ortsratsmitglieder schwer verständlich zu sein. Vor etwa 1 ½ Jahren hat die Stadt Burgwedel mit den Planungen für ein Sondergebiet begonnen. Der neue Standort liegt in einem Bereich nordöstlich von Wettmar, östlich der Bahnlinie Langenhagen – Celle, an die er direkt angrenzt. Ein Bebauungsplan liegt vor und ist bereits öffentlich ausgelegt worden. Den derzeitigen Stand der Planungen erläuterte Bauamtsleiter Niclas Gutzler vor dem Ortsrat.
Die Fläche ist mit der Unteren Naturschutzbehörde abgesprochen worden. Sie ist erreichbar über einen asphaltierten Weg, der von der Kreisstraße in Richtung Wettmar nordöstlich von Kleinburgwedel abzweigt. In dem lichten, teilweise abgesenktes Waldgebiet wurde Bauschutt aus dem Zweiten Weltkrieg gelagert. Im Lauf der Jahrzehnte hat die Natur den Bereich zurückerobert. Entstanden ist ein artenreicher, Biotop, der als schützenswert gilt. Ein Umweltbericht wird zur Zeit erarbeitet. Für die Stadt ergibt sich daraus die Konsequenz, dass für die 19.000 qm große Fläche des Sondergebietes ein Ausgleich in der Größe von 48.000 qm zur Verfügung gestellt werden muss, wie Gutzler mitteilte.
Probebohrungen sollen über den Untergrund Aufschluss geben. Der Bauschutt muss abgetragen und wiederverwertet werden. Erst dann kann mit der Bebauung begonnen werden, die neben der Steinbrecherlanlage und den Lagermöglichkeiten für wiederverwertbaren und wiederaufbereiteten Bauschutt auch Sozialräume und Räumlichkeiten für die Verwaltung schaffen muss. Weil das Gelände nach Süden ansteigt, werden die Baulichkeiten nicht weiter sichtbar sein, für deren Anordnung und Bauweise dem Betriebseigner „großzügig“ freie Hand gelassen werden soll. Im Norden grenzt ein Waldstück an das künftige Sondergebiet.
Um das Verfahren für das Projekt nicht aufzuhalten, stimmte „Grünen“-Ortsratsherr Heinz Visel, der zugleich Ratsherr der Stadt Burgwedel ist, dem Bebauungsplan zu - allerdings nur unter dem Vorbehalt, dass das BUND-Papier keine gravierenden neuen Erkenntnis zum Umweltschutz bringt. Auf die Frage von Friedhelm Leisenberg, Ortsratsherr der CDU, ob es noch eine Möglichkeit gibt, den Bebauungsplan zurückzuweisen, antwortete Gutzler, dass jetzt alle Fakten zusammen getragen seien und daraus der Vorschlag entstanden ist. Wenn die Bedenken aus dem Naturschutz sehr groß seien, müsse es eine Abwägung geben, die ein Interessenvergleich sei. Darüber entscheide die Untere Naturschutzbehörde.