Forstverband Fuhrberg zog Bilanz: „Holz hat gute Prognosen“

Mit insgesamt 77 Teilnehmern war die Mitgliederversammlung des Forstverbands Fuhrberg sehr gut besucht. Im Hintergrund der Vorsitzende Horst-Eckhard Sievert bei der Begrüßung. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Forstbetriebsgemeinschaft besteht seit 75 Jahren

WEDEMARK/BURGWEDEL/BURGDORF/ISERNHAGEN (hhs). Die Forstbetriebsgemeinschaft „Forstverband Fuhrberg“, die im Bereich von der Stadt Burgdorf über Burgwedel, Isernhagen bis in die Gemeinde Wedemark über 619 private Waldbesitzer mit einer Waldfläche von 7190 Hektar verfügt, hatte zu ihrer Mitgliederversammlung in das Gasthaus Bludau in Wennebostel eingeladen. Der Forstverband Fuhrberg besteht jetzt 75 Jahre und kann über diesen Zeitraum auf eine erfolgreiche Privatwaldbetreuung im Norden der Region Hannover zurückblicken.
Zum Verständnis: Die Forstbetriebsgemeinschaft Forstverband Fuhrberg ist eine freiwillige genossenschaftlich strukturierte Vereinigung von privaten Waldbesitzern. Der Forstverband Fuhrberg war eine der ersten Gründungen und geriet zum Erfolgsmodell. Inzwischen zählt sie zu den größten in Niedersachsen. Das Ziel von Forstbetriebsgemeinschaften ist die gemeinsame Bewirtschaftung des Waldes, der sich in Privatbesitz befindet. Mehrheitlich sind die Privatwaldflächen in Besitz von Landwirten. Es handelt sich meistens nicht um große, zusammenhängende Flächen. Die gemeinschaftliche Bewirtschaftung war notwendig geworden, weil kein Landwirt sich neben seinen eigentlichen Kerngeschäftsbereichen Ackerbau und Viehhaltung noch einen dritten forstwirtschaftlichen leisten konnte.
Für die forstwirtschaftliche Betreuung der weitgehend parzellierten Flächen wurden Verträge mit der Landwirtschaftskammer geschlossen. Diese stellte dabei einen Förster unter der Bezeichnung „Bezirksförster“ zur Verfügung, der alle forstlichen Maßnahmen betreut, von der Pflanzung über die Bestandspflege bis zur Hauung. Über die Beiträge der einzelnen Genossen finanziert sich die Tätigkeit der Forstbetriebsgemeinschaft. Der Erlös aus dem geschlagenen Holz abzüglich der Hauungskosten wird an die Genossen anteilig ausgezahlt. Die Bezirksförster der Forstbetriebsgemeinschaft Fuhrberg sind für Burgdorf Wolfgang Knöfel, für Burgwedel Christian Oehlschläger und für den Bereich der Gemeinde Wedemark Jörg Hagemann.
Der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft Horst-Eckhard Sievert aus Bestenbostel erläuterte in seinem Tätigkeitsbericht, dass ein Großteil seiner Arbeit Verbandsarbeit sei: Teilnahme an Fachtagungen und Weiterbildungen, Planung und Durchführung von Lehrfahrten für die Mitglieder und forstpolitische Entwicklungen. Er gab zu bedenken, dass in jüngster Vergangenheit immer wieder die Nichtbewirtschaftung von Wäldern gefordert werde. Das sei nicht nachvollziehbar, zumal nicht zu Zeiten, wo der Holzmarkt mit wirklich stabilen Preisen locke. Den so genannten Buchenunterbau in Kiefernbeständen zur Grundwasserverbesserung bezeichnete er als „Glücksfall für zukünftige Generationen“. Buche sei, auch wenn sie im hiesigen Bereich nicht so starke Stämme bringe wie auf besseren Standorten, ein begehrtes Industrieholz. Sie werde wegen ihren besonders hohen Zelluloseanteils von der Papierindustrie besonders nachgefragt. Wer Buche in seine Wälder einbringt, kann auch bei zukünftigen Verhandlungen über Trinkwasserentnahmerechte höhere Forderungen stellen.
Der Haushaltsbericht der Geschäftsführerin Katalin Simon war ausgeglichen und so erhielt der Vorstand die einstimmige Entlastung der Versammlung. Die anschließenden Wahlen bestätigten den den bisherigen Vorstand im Amt. Hohen Besuch zum Jubiläum gab es auch. Rudolf Altefeld, Leiter des Geschäftsbereichs 4 „Forstwirtschaft“ der Landwirtschaftskammer Niedersachen war gekommen und sprach die zukünftigen Entwicklungen an: Die Gesamtholzmenge der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse in Niedersachsen habe sich von 1994 bis 2011 vervierfacht. 90% davon sei Nadelholz. Zuwachsraten von 8,5 % werden erwartet. „Holz hat gute Prognosen“, führte er aus. Holz habe einen stabilisierenden Effekt auf eine positive Klimaentwicklung. Man müsse aber auch über neue Arten der Waldnutzung nachdenken. So verspreche die Nutzung als so genannte „Ruheforsten“ für Verstorbene über weitaus höhere Renditen als bei der herkömmlichen Nutzung.
Bezirksförster Christian Oehlschläger berichtete, dass der Forstverband im seinem gesamten Betreuungsbereich im abgelaufenen Jahr 37.559 Raummeter Holz in unterschiedlichen Qualitäten eingeschlagen habe. An „Stammholz lang“ seien 238 Festmeter Kiefer gehauen worden. Die Nachfrage nach Brennholz bezeichnete er als ungebrochen. Das Laub-Industrieholz Birke/Erle gehe zu 95 % direkt an den Verbraucher als Brennholz. Insgesamt habe der Forstverband 83,3 Hektar an Pflanzungen vorgenommen mit den Holzarten Buche, Roteiche, Douglasie, Eiche, Erle, Robinie, Kiefer, Lärche und Pappel. Oehlschläger kündigte an, dass am Wochenende 27./28. Oktober wieder die Fachmesse „Heizen mit Holz“ auf dem Gelände des Wasserwerks Fuhrberg stattfindet.