Flurnamenbuch für alle Ortsteile Burgwedels erschienen

Jonas-Christian Kurtze von „wettmar.de“, Heidrun Schümer, die Leiterin der Bücherei in Wettmar, und Gerd Brenneke, der Vorsitzende des Heimatvereins, bei der Übergabe des umfangreichen Werkes. (Foto: wettmar.de)

Vollkommen überarbeitete Neuauflage ist beim Heimatverein erhältlich

WETTMAR (hhs). Ein grundlegender Vereinszweck der „Interessengemeinschaft wettmar.de“ ist es, durch Spenden Maßnahmen zu finanzieren, die der Allgemeinheit der Ortschaft Wettmar zu Gute kommen. So wurden in der Vergangenheit z.B. die am Dorfgemeinschaftshaus angebrachte Uhr beschafft, Blumenpflanzaktionen unterstützt und eine Ruhebank samt Tisch an der Gashebeanlage installiert und auch schon mehrfach repariert. Neulich wurde in einer Gemeinschaftsaktion mit dem Heimatverein Wettmar, der Gemeindebücherei Wettmar das vom Heimatverein für das Kirchspiel Engensen, Thönse, Wettmar aufgelegte Flurnamenbuch für die Ortsteile der Stadt Burgwedel zur Verfügung gestellt. Die Vorsitzenden des Heimatvereins und wettmar.de, Gerhard Brenneke und Jonas-Christian Kurtze, übergaben das druckfrische Werk an Frau Heidrun Schümer als Leiterin der Bücherei. Dass dieses Buch eine gute Wahl zur weiteren Ausstattung der Bücherei ist, zeigte sich daran, dass es noch am selben Tag verliehen wurde.
Mit der 2. vollkommen überarbeiteten Auflage des Flurnamenbuches für die Gemeinde Burgwedel legt der Heimatverein für das Kirchspiel Engensen Thönse Wettmar etwas ganz besonderes vor: Flurnamen sind Teil der Geschichte der Ortschaften und geben Auskunft über alle möglichen Lebensbereiche und Entwicklungen n den Dörfern der Stadt vielfach mehrere Jahrhunderte zurückgreifend. Ein paar Beispiele können das verdeutlichen: So lautet der Flurname eines Waldstückes nordöstlich von Fuhrberg „Hülsenbrink“ und „Hülsufer“. Bis vor etwa 150 Jahren war „Hülse“ die Bezeichnung für die Stechpalme (Ilex) und unter einem „Brink“ verstand man einen erhöhten Rasenplatz am Rande einer Ortschaft. Wer heute durch den Waldbestand mit dem Namen Hülsufer wandert, wird diese Stechpalmen in großer Zahl vorfinden. Eine weitere Flurbezeichnung lautet „Darpslahnwiesen“ , im heutigen Tiefenbruch nördlich von Wettmar gelegen. Die Erklärung: „Darp“ gleich Dorf, „Lah (n)“ war die Bezeichnung für lichten Weidewald, und „Wiesen“ waren eben „Wiesen neben diesen Dorf nahen lichten Weidewald“. Die Erklärungen der Bezeichnungen werden mit Quellenangaben und alternativen Deutungsmöglichkeiten am Ende des Flurnamenbuches angegeben.
Das Buch glänzt darüber hinaus mit seinem historischen Kartenmaterial und ebenfalls mit Fotos, die bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts zurückgehen. Es ist ein Zeugnis der Entwicklungsgeschichte der Ortschaften der heutigen Stadt Burgwedel, wie man es anderswo in diesem Umfang kaum findet. Vor der Benutzung sollte man das Inhaltsverzeichnis aufmerksam lesen, weil das hilft, sich schnell in diesem Werk zurecht zu finden. Auch auf die „Speziellen Themen“, die in den fortlaufenden Text des Werkes eingearbeitet sind, und die man direkt unter dem Inhaltsverzeichnis findet, sei eindringlich hingewiesen. Darin finden sich eine Menge an Informationen, ohne die der Heimatforscher nicht auskommen kann.
Das Buch „Flurnamen in der Gemeinde Burgwedel“ gibt es in zwei unterschiedlichen Ausführungen: In Ringheftung kostet es etwa 20 Euro, gebunden 65 Euro. Beide Ausführungen haben 322 Seiten, eine Übersichtskarte für den gesamten Bereich der dargestellten und erklärten Flurnamen ist beigelegt. Herausgegeben wurde das Buch vom Heimatverein für das Kirchspiel Engensen Thönse Wettmar, Verfasser ist der Arbeitskreis Flurnamen des Heimatvereins. Das Werk ist über den Vorsitzenden des Heimatvereins Gerd Brenneke oder über Lothar Urban, Mitglied des Arbeitskreises, erhältlich.