Flächenbrand im Wald

Um den Flächenbrand im Wald zu löschen, mussten über 42 Feuerwehrschläuche mit jeweils 20m Einzellänge (Gesamtstrecke über 840m Leitung) händisch ausgerollt und verbunden werden. (Foto: Ingo Bähre/FFW)

Feuerwehren aus Wettmar, Engensen und Thönse im Einsatz

WETTMAR (r/bs). Durch einen Zeugen wurde am Donnerstag vergangener Woche gegen 20.37 Uhr eine brennende Fläche in der Wettmarer Gemarkung auf Höhe der Eisenbahnbrücke im Verlauf des „Alten Dammes“ gemeldet.
Der Zeuge hatte die Schadenmeldung vom heimischen Telefon abgesetzt und befand sich nicht mehr vor Ort. Wegen der geringen Brandintensität und Rauchentwicklung sowie zunehmend einsetzender Dämmerung war die Einsatzstelle für die Feuerwehr Wettmar nur schwer auffindbar. Die Schadenstelle war Waldbewuchs mit üblicher Bodenvegetation. Im Bereich der Bodenvegetation hat sich das Feuer auf einer Fläche von etwa 50x50m sehr langsam ausgebreitet. Glücklicherweise war es fast windstill und der Bodenbewuchs noch leicht durchfeuchtet.
Da sich der Bereich abseits der engmaschig erfassten Wasserversorgung befand, wurde die Brandbekämpfung zweistufig ausgeführt. Zunächst wurde durch die Ortsfeuerwehr Wettmar das eigene Tanklöschfahrzeug als Material- und Löschwasserpufferbasis nahe am Branherd positioniert. Die ergänzend alarmierten Feuerwehren aus Engensen und Thönse konnten über eine vorbereitete Zubringerleitung das mitgeführte Löschwasser übergeben und haben danach begonnen, über einen Löschwasserbrunnen eine unterbrechungsfreie Löschwasserversorgung herzustellen. Hierfür war es erforderlich, über 42 Feuerwehrschläuche mit jeweils 20m Einzellänge (Gesamtstrecke über 840m Leitung) händisch auszurollen und zu verbinden.  Ergänzend waren im Schadenareal noch über 200m Feuerwehrschlauch für die Brandbekämpfung über vier Strahlrohre eingesetzt.
Um in der groben Humusauflage eine möglichst tiefe Kühlwirkung des Löschwassers erreichen zu können, wurde dem Löschwasser ein Oberflächenbrecher (LightWater) zugeführt. Unter großzügigem Wassereinsatz konnten die Glutnester, die sich überwiegend im Bereich der Baumwurzeln auf Grund des massiveren Brandgutes ausfindig machen ließen, soweit heruntergekühlt und gelöscht werden, dass ein weiteres Ausbreiten des Feuers verhindert wurde.
In der abschließenden Phase (keine Rauchentwicklungen mehr erkennbar) wurden markante Bereiche mit einer Wärmebildkamera auf verdeckte Glut- und Wärmenester überprüft und punktuell nachgelöscht. Erst gegen 1.30 Uhr in der Nacht war der Einsatz vor Ort beendet, nachdem das Schadensareal als unbedenklich in Bezug auf Wärmeentwicklung und Wiederentzündung eingestuft wurde.
Die grundlegende Wasserversorgungs-Infrastruktur blieb für Nachlöscharbeiten weiterhin vor Ort, das weitere eingesetzte Brandbekämpfungsmaterial wurde von den Einsatzkräften noch in der Nacht zurückgenommen und am heimischen Standort gereinigt bzw. Ersatzmaterial auf den Einsatzfahrzeugen verladen.
Bei den am Freitag (17.04. 2020) durchgeführten Kontrollen am Einsatzort wurden noch wieder vereinzelte Glut- und Hitzenester ausgemacht und gelöscht. Erst am Samstag hieß es dann „Feuer aus“.
Gerade bei Einsatzorten abseits der Wohnbebauung bittet die Feuerwehr darum, dass die Zeugen auch als Einweiser und Erstinformanten an den markanten Zufahrtsbereichen zur Verfügung stehen.