Feuerwehr Kleinburgwedel feierte ihr 120-jähriges Bestehen

Angefeuert von den Feuerwehrleuten in historischen Uniformen versuchte sich auch eine Burgwedeler Prominentenmannschaft im kräftezehrenden Einsatz an der Handdruckspritze. (Foto: Renate Tiffe)
 
Die Feuerwehrkapelle unter der Stabführung von Heinrich Neddermeyer umrahmte die Feuerwehrwettkämpfe nach historischer Art. (Foto: Renate Tiffe)

Ein Beitrag von Renate Tiffe – Beim Wettbewerb an der Handdruckspritze siegten die Gäste

KLEINBURGWEDEL. Strahlendes Spätsommerwetter, viel Publikum und das weitflächige Gelände auf Kolzes Hof an der Rhadenstraße – Kleinburgwedels Ortsbürgermeister Jürgen Schodder nannte es eine Traumkulisse für das Fest, das die Kleinburgwedeler Feuerwehr aus Anlass ihres 120-jährigen Bestehens feierte. Die malerischen historischen Uniformen der Feuerwehrmänner und die Bauerntracht einiger junger Frauen machten das Bild komplett.
Am Nachmittag stand ein Wettbewerb an der Handdruckspritze unter den Burgwedeler Wehren, sowie einer Gruppe von befreundeten Feuerwehrleuten aus Reute am Bodensee an. Bis auf die Wettmarer, deren Gerät noch nicht einsatzfähig ist, und die Oldhorster, die über keine Handdruckspritze verfügten, traten alle Ortsfeuerwehren an, die Engenser als Ausnahme in der heutigen orangefarbenen Montur.
Es ging alles ordnungsgemäß zu. Der Alarm wurde mit einer Handkurbel ausgelöst, die Mannschaften zogen mit der sorgfältig restaurierten Spritze, auch mit Schlauchwagen, durchs Tor und der Brandmeister, erkennbar an der Pickelhaube, machte Meldung beim Bürgermeister, der die Wettkampfleitung übernommen hatte. Es wurde eine Minute lang gepumpt bis der mächtige Wasserstrahl aus dem langen Schlauch auf das aufgestellte Häuschen gerichtet werden konnte.
Die Reuter brauchten dazu noch die Eimerfüllung. Trotzdem: sie gingen als Sieger aus dem Wettbewerb hervor, dicht gefolgt von den Kleinburgwedelern, die mit einer Alterskameradenmannschaft unter dem Kommando von Günter Kreuzkamp angetreten waren. Die nächsten waren Großburgwedel, Fuhrberg, Thönse und Engensen.
Außer Konkurrenz angeschlossen hatte sich eine Prominentenmannschaft mit dem stellvertretenden Stadtbürgermeister Otto Bahlo, mit Jürgen Schodder, Burgwedels Finanzchef Christian Möhring und dem früheren Pastor Mahlerwein. Auch eine Motorspritze kam später zum Einsatz, mit der nach 1,8 Minuten „Wasser marsch“ gemeldet werden konnte, „eine ordentliche Zeit“, wie Schodder lobte.
Es waren 25 Kleinburgwedeler, die am 20. September 1891 die Freiwillige Feuerwehr gegründet hatten. Ein Brand wurde damals „nach Feuerschein“ lokalisiert und mit dem Feuerhorn gemeldet, wie Ortsbrandmeister Walter Sonnefeld schmunzelnd berichtete. Wirklich löschen konnte man mit den Handdruckspritzen kaum, bestenfalls die Nachbarhäuser vor den Flammen retten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die Motorspritzen in Gebrauch, die bis in die siebziger Jahre ihren Dienst taten.
Nach den schweißtreibenden Einsätzen konnten sich die Feuerwehraktiven am Grill stärken oder am reichhaltigen Kuchenbüfet, das die Frauen bereithielten. Für die musikalische Untermalung des Festes sorgte die Feuerwehrkapelle unter der Stabführung von Heinrich Neddermeyer.
Unterdessen waren in Kolzes Scheune schon die Tische gerichtet für die „interne Feier“ am Abend, wie Sonnefeld sagte. Dem Vernehmen nach soll sie bis zum Morgengrauen gedauert haben. Die Einsatzbereitschaft hatten derweil die Wettmarer und die Großburgwedeler Ortsfeuerwehren übernommen.