Feuerwehr Engensen: Große Einweihungsfeier für kleines Fachwerkhaus

Wenn die Ortswehr einlädt, dann muss sie das niemandem zweimal sagen. Zur Einweihung des neuen Geräteschuppens in Fachwerkbauweise waren alle Plätze besetzt und die Gäste gut aufgelegt. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Neues Gebäude soll Gerätschaften der Jugendwehr aufnehmen

ENGENSEN (hhs). Wenn die Burgwedeler Ortsfeuerwehren einen Anlass zum Feiern haben, dann tun sie das auch. Das lehrt die Erfahrung. Gegen Ende der warmen Jahreszeit hat sich diese Feierbereitschaft meistens etwas abgeschliffen, nicht aber im Frühjahr, wenn die Sonne vom Himmel scheint, es dazu noch einen richtigen Anlass gibt und obendrein alle Leute, geladene wie nicht geladene mit absoluter Sicherheit kommen, wenn unter der Hand gemunkelt wird, dass es einen Sponsor für die Getränke gibt und einen namhaften Koch für die Gulaschsuppe. So auch am vergangenen Samstag bei der Freiwilligen Feuerwehr Engensen.
Der Anlass der Engenser Kameraden ist die Fertigstellung und Einweihung eines kleinen Fachwerkhauses, fensterlos und etwas spartanisch ausgestattet, was eigentlich nur so etwas wie ein „Geräteschuppen“ hätte sein sollen. Früh im vergangenen Jahr war aufgefallen, dass der Raum am Feuerwehrgerätehaus, der eigentlich die vielen liebgewordenen Dinge für ein Feuerwehrmuseum aufnehmen sollte, vollgestopft war mit den Gerätschaften, die die örtliche Jugendfeuerwehr für ihren Dienst und Ausbildung benötigt. Das lässt sich auf Dauer nicht ertragen, wenn man ein richtiges Feuerwehrherz in der Brust schlagen hat. Einen ständigen Spagat zwischen musealen, zum Teil einmaligen Dingen des Museums und den unabdingbaren notwendigen Ausrüstungsgegenständen, die die nachhaltige Nachwuchsförderung aus den eigenen Reihen sicher stellen, ist auf lange Sicht unerträglich.
Schnell war deswegen der Plan geboren, in unmittelbarer Nähe, gewissermaßen vis à vis zum Feuerwehrhaus, einen massiven Geräteschuppen für die Utensilien der Jugendfeuerwehr zu bauen. Die ersten Überlegungen beschränkten sich auf eine Fertiggarage oder einen stabilen Schuppen. Das wurde verworfen. Wer Engensen auch nur etwas kennt, weiß, dass Fertiggaragen dort auch auf privaten Grundstücken kaum vorkommen. So ein Bauwerk aber auf dem Dorfplatz, den man in den vergangenen Jahren erst so wunderschön herausgeputzt hatte? Undenkbar!
Man liebäugelte mit einem Fachwerkbau, Ortsbürgermeister Friedhelm Stein auch und versprach, darüber nachzudenken, dass der Ortsrat das Projekt dann mit 500 Euro unterstützen würde. 5.000 Euro würde so ein Häuschen in Fachwerkbauweise kosten, schnell waren die Zeichnungen und Pläne gemacht, die Baugenehmigung wurde bei der Stadt Burgwedel eingereicht. Der Stadtrat gab sich zunächst etwas skeptisch, wenn eine Ortswehr bauen möchte, meistens soll die Kommune das denn auch mitfinanzieren. Dr. Ludger Wierling fragte denn auch, was denn das Vorhaben die Stadt Burgwedel kosten würde. „Nichts“, antwortete damals Engensens Ortsbürgermeister. „Wir machen alles in Eigenleistung“. der Antrag ging durch, die Baugenehmigung auch und die Engenser legten los.
Und dann begann man mit den Arbeiten: Fundament und Bodenplatte wurden gegossen, viele Engenser unterstützten das Vorhaben mit ihren Maschinen oder durch Mitarbeit. Schnell wurde das Richtfest gefeiert. Auch mit einem kleinen Fest, und nun stand ganz natürlich die Einweihung an. Alle Sponsoren und freiwilligen Mitarbeiter am Bau waren gekommen, Vertreter der politischen Gremien, Joachim Papenburg, Engenser Einwohner mit Sitz für die SPD im Stadtrat, Ortsbürgermeister Friedhelm Stein, der auch für die Gulaschsuppe gesorgt hatte, die Vereinsvorsitzenden, die Spitzen der Stadtfeuerwehr und Burgwedels Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt, der wie meistens bei diesen Anlässen einen Scheck dabei hatte für die Ortswehr. Natürlich gehören Reden mit dem Rückblick auf die Entstehungsgeschichte des kleinen aber feinen Häuschens mit dazu, aber übermäßig lange hielten sich Gäste wie Kameraden damit nicht auf. Die Sonne machte durstig und niemand wollte den weiteren Verlauf nun auch nicht weiter hinauszögern: Ortsbrandmeister Uwe Balke und sein Stellvertreter Thorsten Hillmann bedankten sich bei allen, die den Bau unterstützt hatten. Dann ging es ans Feiern, bis Mitternacht soll das gedauert haben, und am nächsten Morgen schon trat die Jugendfeuerwehr an, zum Umräumen ihrer Utensilien ins neue Domizil.