Feuerwehr-Antrag abgelehnt

Stadtbrandmeister Ingo Motl (r.) erläuterte die Notwendigkeit einer Drehleiter vor dem Feuerschutzausschuss (links daneben Bürgermeister Axel Düker und Ausschussvorsitzender Matthias Tote). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Feuerschutzausschuss stimmt gegen die vom Stadtkommando beantragte Drehleiter

Von Bettina Garms-Polatschek

GROSSBURGWEDEL. Für Stadtbrandmeister Ingo Motl und sein Burgwedeler Team wäre ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen, der nun in der Sitzung des Feuerschutzausschusses nach zähem Ringen abgelehnt wurde. Die vom Stadtkommando beantragte Feuerwehr-Drehleiter traf nicht auf genügend Zustimmung, obwohl der Feuerwehrbedarfsplan eine andere Sprache spricht.
Demnach wird die Einsatzfähigkeit der Burgwedeler Feuerwehr verbessert, wenn sie eine Drehleiter vorhält. Eine ausdrückliche Empfehlung könne er jedoch nicht finden, monierte Christian Büchtmann (CDU), da die CDU-/FDP-Gruppe nach seinen Worten sonst zugestimmt hätte.
Ausschuss-Mitglied Jürgen Schodder (CDU) zählte Fakten auf, die seiner Ansicht nach gegen die Anschaffung einer Drehleiter sprechen. „Vor dreißig oder vierzig Jahren brauchten wir auch keine Drehleiter“, erklärte er und verwies auf vorbeugende Brandschutzmaßnahmen, die im Gegensatz zu früher nun vorhanden seien, wie verbesserte Rettungswege oder Rauchmelder.
Zum Vergleich führte er entferntere Kommunen wie Uetze auf, die ähnliche Strukturen wie Burgwedel aufwiesen und auch ohne Drehleitern auskämen, da diese auf Nachbarkommunen zurückgreifen könnten.
Stephan Degenhardt (SPD) sprach sich für die Drehleiter aus, die vor allem bei Brandeinsätzen am Krankenhaus oder an anderen mehrgeschossigen Gebäuden eine wichtige Rolle spielen könnte. Außerdem müssten neue Gewerbeobjekte dann nicht mit einem zweiten Fluchtweg ausgestattet werden, das sei ein immenser Standortvorteil, so Degenhardt. Vor allem aber sei die Drehleiter eine Entlastung der Einsatzkräfte und vermeide Personenschäden. Den Gegnern der Anschaffung einer Drehleiter warf er vor, auf Kosten der Gefahr Geld sparen zu wollen.
Friedhelm Stein (WEB) fasste seine Meinung kurz zusammen: „Wir brauchen die Technik von morgen!“. Es sei auf jeden Fall ein Risiko, wenn man keine Drehleiter habe. Ingo Motl versuchte, mit weiteren Argumenten den Antrag des Stadtkommandos mit der multifunktionalen Nutzung positiv zu begründen: „Die Sturmeinsätze nehmen zu“, auch die Rettung von adipösen (stark übergewichtigen, Anm. d. Red.) Personen sei für die Einsatzkräfte dadurch leichter. Über die herkömmliche dreiteilige Schiebeleiter ließen sich nur Personen retten, die aktiv mithelfen könnten.
„Das ist bei alten Leuten oder kleinen Kindern illusorisch“, betonte der Stadtbrandmeister und erntete zustimmendes Kopfnicken bei den Ortsbrandmeistern, die geschlossen zur Sitzung erschienen waren. Nach der Abstimmung blieb die Gewissheit, dass die Feuerwehr Burgwedel weiterhin auf die Nachbarkommunen Burgdorf, Altwarmbüchen, Langenhagen oder Mellendorf angewiesen sein wird, wenn eine Drehleiter für einen Einsatz vonnöten ist.