Faszination Musik: Kleine Instrumente mit großer Wirkung

Kleines Cello ganz groß: Voll konzentriert verzauberte Carl Clemens das Publikum mit dem Volkslied „Hänschen klein“. (Foto: Anna Kentrath)
 
Klein und kompakt mittlerweile im Kinderformat zu haben ist die Trompete: Der 6-jährige Valentin entlockte dem für ihn neuen Instrument im ersten Versuch schon einige Töne. (Foto: Anna Kentrath)

„Konzert für Kinder“ und „Instrumentenstreichelwiese“ begeisterte

ISERNHAGEN (ak) Musik fördert die Entwicklung und fasziniert Kinder bereits von klein auf. So war der große Besucherandrang vergangenen Samstagnachmittag beim „Konzert für Kinder“ im Isernhagenhof sowie der anschließenden Instrumentenstreichelwiese der Musikschule Isernhagen und Burgwedel keineswegs überraschend. Die Kleinen ab einem Alter von 5 Jahren waren bei dieser alljährlichen Aktion angesprochen und ließen sich in den meisten Fällen nicht nur für ein Instrument begeistern.
Musikalität und Mut bewiesen die jungen Interpreten beim „Konzert für Kinder“. Einige hatten erst im vergangenen Herbst bei der Musikschule begonnen, präsentierten aber voller Begeisterung das bereits Erlernte und fieberten mit den anderen Auftretenden mit. An die 16 Instrumente wurden dem zahlreich erschienenen Publikum im Isernhagenhof in kapp einer halben Stunde vorgestellt. Da hieß es für die kleinen Zuschauer, still sitzen und zuhören, doch das fiel gar nicht schwer. Neben den „Klassikern“ Klavier, Keyboard, Gitarre, Schlagzeug und Blockflöte wartete auf die Zuhörer auch mittlerweile recht seltener gespielte Instrumente wie Akkordeon, Oboe, Horn oder Euphonium.
Dank der großen Auswahl kleiner Musikinstrumente können Kinder heute schon sehr viel früher mit dem Unterricht beginnen. Andreas Fingberg-Strothmann, Schulleiter der Musikschule Isernhagen und Burgwedel, erklärte den Musikinteressierten: „Die Musikinstrumentenindustrie hat sich mittlerweile auf den frühen Anfang eingestellt“. Streicher gäbe es schon eine Weile im Kleinformat, doch die Bläser wären nun auch nachgezogen, bis auf das Saxophon, dies könne in den meisten Fällen immer noch erst ab einem Alter von etwa 9 Jahren begonnen werden.
Nicht nur die Kinder ließen sich bereits beim Konzert begeistern selbst musikalisch tätig zu werden, auch die Erwachsenen reagierten fasziniert etwa auf den jungen Oboen-Spieler, der all seine Kraft für die Töne aufbringen musste und rote Wangen bekam oder den Gitarristen mit der kecken Zahnlücke, der das Lied von der kleinen Mücke spielte und gleichzeitig dazu sang.
Nach dem Zuhören ging es dann ans rege Ausprobieren unter Anleitung der schulischen Fachkräfte. Eltern und Kinder stürmten gewissermaßen die Musikschule, um gleich einen Platz an heiß begehrten Instrumenten, wie etwa dem Schlagzeug, zu ergattern. Einigen Eltern schwirrte dabei schon die Sorge durch den Kopf, ob es denn unbedingt dieses laute Instrument sein muss. Herantasten, aus der Nähe betrachten, Anfassen oder sogar ausprobieren und die ersten Töne hervorbringen war an diesem Nachmittag nicht nur erlaubt, sondern gern gesehen.
Wer sich an diesem musikalischen Erlebnistag nicht gleich in ein Instrument verguckte, der hat in den Hospitationswochen vom 9. bis 13. Mai sowie 6. bis 10. Juni die Möglichkeit in die Unterrichtssituation hinein zu schnuppern. Auch wenn sich die Kinder dann für ein Instrument entscheiden, muss nicht unbedingt gleich ein eigenes angeschafft werden. Leihinstrumente, aber auch eine Probezeit von 4 Wochen nehmen Eltern die Sorge, dass ihr Sprössling nach kurzer Zeit aufhört. Hemmschwellen vor den einzelnen Instrumenten, aber auch den Lehrkräften, baute dieser traditionelle Nachmittag der Musikschule Isernhagen und Burgwedel ab und bot Eltern und Kindern die Möglichkeit Vorlieben und Begabungen auszumachen, um bereits ab dem kommenden Schuljahr mit dem Unterricht anfangen zu können.