Farbenfrohe Reise durch die Biografie von J.S. Bach

Frau Kuckuck (Meike Kreim) wundert sich ebenso, wie das Publikum über das eigenartige, an eine Orgel erinnernde Holzobjekt und ging ganz nah heran, um den „Bach-O-Mat“ in Augenschein zu nehmen. (Foto: Anna Kentrath)

Neue Reihe der Initiative Kunst und Kultur für Kinder

GROßBURGWEDEL (ak). Die Initiative Kunst und Kultur für Kinder, kurz KuK, setzt auch in diesem Jahr die Reihe großer Komponisten fort und startet mit einem ebenso abwechslungsreichen wie wissenswerten Theaterstück über das Leben Johann Sebastian Bachs die Veranstaltungsreihe Mai/Juni. Im Amtshof in Großburgwedel war vergangenen Sonntagnachmittag das ARCHE NOVA Theater zu Gast, das in Zusammenarbeit mit dem Bach-Archiv Leipzig anlässlich des 325. Geburtstages ein anspruchsvolles Figurentheater für Erwachsene und Kinder konzipiert hat.
Ungewöhnlich viele Reihe blieben dieses Mal frei, wohingegen sonst Besucher, die bei Veranstaltung des KuK kurz vor Vorstellungsbeginn erst eintreffen, suchen müssen, um noch einen Platz zu ergattern. Sommerliche Temperaturen an einem Sonntagnachmittag, Muttertag und dazu noch in vielen Gegenden Konfirmationen machten es den Mitarbeitern des KuK nicht all zu leicht, doch das trübte die Stimmung der Anwesenden keineswegs.
Neugierig betrachteten Erwachsene wie Kinder das ungewöhnliche Holzgestell, das an eine Orgel erinnernd mit der Zahl 1685 versehen, das Bühnenbild darstellte. Wann geht es denn endlich los, fragten einige Kinder bereits gespannt, als Regina Gresbrand die Bühne betrat, um die Anwesenden zu begrüßen. Ungefähr vor einem Jahr habe man die Reihe der großen Komponisten gestartet, damals allerdings selbst agiert, heute könnten sich die jungen Akteure, von denen sie einige in den Zuschauerreihen entdeckt habe, zurück lehnen und genießen.
Eine Stecknadel hätte man fallen lassen hören können, als eine Dame in leuchtend roter Bluse und wallendem Rock die Bühne betrat und sich dem eigenartigen Objekt näherte. Zu ihr gesellte sich ein Fachmann für Antiquitäten, der das Gerät und damit die Reise durch Bachs Biografie mit einer Kurbel zum Laufen brachte. Diese beiden Akteure des Stücks, Frau Kuckuck (Meike Kreim) und Herr Hoppermann (Frank Schenke), wechselten sich ab im Frage-Antwort-Spiel und schufen so einen ebenso umfangreichen wie unterhaltsamen Einblick in Johann Sebastian Bachs Leben. Teils mit Hilfe einer Puppe oder aber Mittels liebevoll gestalteter Figuren eines Papiertheaters nahm die Geschichte Gestalt an, wurde Bachs Lebenszeit lebendig.
Ein Bericht über die Lebensstationen eines Komponisten kommt natürlich keineswegs ohne musikalische Untermalung aus und so wurden nicht nur Stücke von Bach eingespielt, sondern die Besucher auch selbst aktiv. Sie lernten im Handumdrehen einen Kanon mit dem einfachen, aber amüsanten Text „Kraut und Rüben haben mich vertrieben, hätt' mein Mutter Fleisch gekocht, dann wär' ich länger blieben…“.
Ein lehrreicher wie unterhaltsamer Einstieg in die Veranstaltungsreihe Mai/Juni bot sich den jungen, aber auch älteren Besuchern an diesem Sonntagnachmittag. Im Anschluss konnte sich noch über das vielfältige Programm des KuK ausgiebig informiert werden. Das Tanzangebot ließ keine Wünsche offen, von Ballett über Breakdance, höfische Tänze und Barocktanz, aber auch sonst war Musik überdurchschnittlich vertreten im St.Petri-Chorprojekt, dem Kinderchor Fuhrberg sowie der Möglichkeit das Fagott spielen zu lernen. Das Filzen von Handpuppen und ein Puppentheater-Workshop sowie ein Imkerkurs runden die Auswahl ab. Die Angebote des KuK sind alle kostenlos, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Weitere Informationen sowie das aktuelle Programm stehen Interessierten unter www.kunst-kultur-kinder.de zur Verfügung.