Familienfest des Sportvereins Fuhrberg lockte Besucher in Scharen

Der Aerotrim versprach Schwerelosigkeit und lockte viele Mutige zum Auszuprobieren. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Die Turnkinder des SV Fuhrberg zeigten ihr Können am Kasten und erhielten dafür Applaus von den Zuschauern. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Luftfahrt-Bundesamt verbietet Paraglider-Flüge mit Passagieren/Aerotrim war der Hit

FUHRBERG (hhs). Am Samstag vergangener Woche hatte der Sportverein Fuhrberg zu seinem Familienfest auf dem Sportgelände am Kahlsweg geladen. Über mangelndes Interesse der Mitbürgerinnen und Mitbürger konnten sich die Organisatoren wirklich nicht beklagen, nur über einen Verwaltungsakt, den viele für so überflüssig wie einen Kropf hielten: Das Bundesluftfahrtamt hatte einen ganz besonderen Event gecancelt: Die angebotenen Rundflüge mit Paraglidern seien verboten.
Die Kleinflugzeuge dürften zwar starten und landen, so oft sie wollten, aber Passagiere dürften sie nicht mitnehmen, hieß es in einer Verfügung, die die Jugendwartin des Vereins Nicole Neuhaus erst einige Tage vor dem Familienfest erhalten hatte. Das freute natürlich niemanden auf dem Sportplatz, und die kurzfristige Absage sei auch nicht schön, hieß es aus dem Vorstand, aber was nicht erlaubt sei, werde auch nicht angeboten. Etwas kurios das alles, zumal diese Flüge in den Vorläufern dieses Familienfestes immer mit großem Erfolg und bestem Zuspruch stattgefunden hatten. Die neuen Richtlinien für diese Paragliderflüge ließen ein Mitnehmen von Passagieren nicht mehr zu, hieß es in der Verfügung lapidar.
Doch die übrigen Angebote wurden allesamt gut von den Fuhrbergern angenommen. Besonders als sich die Turnkinder vorstellten und einen Teil ihre sportlichen Könnens draußen unter freiem Himmel bei Übungen am Kasten aufblitzen ließen, waren die Zuschauer begeistert. Für viele der kleinen Turner war der Kasten ebenso hoch wie sie selbst. Aber alles ging glatt, die Hilfesteller, wie das Sicherheitspersonal beim Turnen beinahe liebevoll genannt wird, hatten nicht allzu vielen Kindern unter die Arme zu greifen.
Und es gab für jede Altersgruppe etwas passendes zum Zeitvertreib. Die Käsewand mit den großen Löchern erforderte etwas Geschicklichkeit von den kleineren Besuchern, Treffsicherheit war bei einem Spiel gefragt, das dem Dosenwerfen sehr nahe kam, die Hüpfburg war zum Austoben vorhanden, und die Organisatoren hatten für ein geradezu bezauberndes Nostalgie-Karussell gesorgt, an dem der Nachwuchs zeitweise Schlange stand. Dieses Karussell war wirklich eine Augenweide, was insbesondere die etwas älteren Festbesucher immer ganz nahe herangehen ließ, wenn es für eine kurze Zeitspanne stand, um die Fahrgäste zu wechseln: Die Figuren und deren Bemalung wurde bestaunt und ganz genau in Augenschein genommen: „Wie damals, als wir so klein waren...“, war häufig zu hören.
Und dann gab es dort noch ein Aerotrim auszuprobieren. Aus einiger Entfernung sah das Gerät aus wie mehrere ineinander verwobene Rhönräder, die sich insgesamt in alle Richtungen drehten und das Gefühl von Schwerelosigkeit vermitteln sollten. In der Mitte der ansehnlichen Konstruktion befand sich so etwas wie ein „Arbeitsplatz“ für den mutigen Astronauten-Nachwuchs: Ein großer Reif, innen gepolstert, der dem Körper Halt und Schutz geben sollte, weiter darunter ein Widerlager für die Füße, damit Halt gegeben war, und schon konnte es losgehen mit der vermeintlichen Schwerelosigkeit. Die Reaktion auf die Erstbegegnung mit diesem Aerotrim war ganz unterschiedlich: Einige, die nicht recht in Schwung kamen, waren nicht so begeistert, anderen sah man eine gewisse Furcht an, sich richtig mit dem Airtrimmer in Fahrt zu gelangen, um das Gefühl der Schwerelosigkeit kennen zu lernen. Und die, die richtig Tempo in dem Aerotrim aufnahmen, konnten gar nicht genug davon bekommen. Eine Mutter musste ihren Achtjährigen beinahe mit Gewalt aus dem Spielgerät herausholen, was nur mit der Drohung eines Nachspiels zu Hause gelang.
Und einige der kleinen Gäste machten „ihr eigenes Ding“: Kurzerhand hatten sie einen Ball organisiert, nachdem sie alle Unterhaltungsmöglichkeiten auf dem Familienfest ausprobiert hatten. Dann brauchte es nur noch vier leere Getränkeflaschen und noch ein paar Gleichgesinnte, und schon war ein prima Fußballspiel im Gange, das auch eine ganze Menge Zuschauer fand.
Das kostete Kraft und machte durstig, und auch diese Wünsche hatten die Organisatoren voraus gesehen: Da war ein Kuchenbüfett der Sonderklasse von Fuhrberger Bäckerinnen nicht nur zu bestaunen, der Grill versprach allein von seinem Aroma, was er über den Platz verteilte, die leckersten Genüsse, und natürlich fehlten auch die ortsüblichen Kaltgetränke nicht.
Es war ein gelungenes Familienfest des SV Fuhrberg, denn es ließen sich auch viele Mitbürgerinnen und Mitbürger blicken, die nicht zu den Mitgliedern des Sportvereins zählen. Man nutzte dieses Fest zum Klönen oder zum kennen lernen, und das wird sich sicherlich für die Ortschaft auszahlen. Dass die Paraglider an diesem Tag als Attraktion nicht zum Zuge kamen, wurde eigentlich zur Nebensache. Als sie abends nach 19.00 Uhr dann auf dem Sportplatz landeten, erhielten sie aber dennoch starken Beifall der vielen Gäste.