„Etwas finden, was die Kinder interessiert!“

Zuhause lernen ist derzeit bei vielen Familien angesagt.
 
Verlängerte Ferien in Kirchhorst - die Grundschulen bleiben zu.

Betreuungszahlen in den Notgruppen gering

ISERNHAGEN (dno). Nachdem der Betrieb in den Schulen, Kindertageseinrichtungen sowie Kinderhorten zum 16. März 2020 eingestellt wurde, stehen die Eltern vor großen Herausforderungen. Zwar herrscht überwiegend Verständnis für diese Entscheidung, dennoch ist eine Rund-um-Betreuung der Kinder neben den beruflichen Verpflichtungen für viele Eltern schwer umsetzbar. Auch auf das vertraute Netzwerk von Großeltern, Familie und Freunde, kann nicht zurück gegriffen werden. Viele Unternehmen zeigen sich aber verständig und bieten flexible Arbeitszeiten oder auch Home-Office an – die Herausforderung für die Eltern bleibt!
Für Erziehungsberechtigte in sogenannten kritischen Infrastrukturen wie beispielsweise im Gesundheitsbereich, der Polizei, Rettungsdiensten, Staatsfunktionen, in der Lebensmittelversorgung, im Finanzwesen, im Bereich der Telekommunikation oä. wird eine Notfallbetreuung in kleinen Gruppen angeboten.
Mit Stand vom 17. März 2020 wurden in den Kindertagesstätten Isernhagens jeweils eine Notgruppe eingerichtet. Die Betreuungszahlen liegen im jeweils einstelligen Bereich.
In der kommunalen Kita Isernhagen H.B. werden alle Kinder aus den kommunalen Einrichtungen notbetreut. Hier sind derzeit zwei Gruppen mit insgesamt 11 Kindern belegt.
In den Grundschulen Isernhagen N.B. und Altwarmbüchen wurde ebenso eine Notgruppe eingerichtet, auch hier sind nur wenige Kinder.
In den Grundschulen Kirchhorst und Neuwarmbüchen werden derzeit nur zwei Kinder betreut. Die Lehrkräfte hatten mit mehr Kindern gerechnet. Doch, „die Eltern sind sehr bemüht, es gab keine Diskussionen“, lobt Schulleiter Egbert Bortfeldt. Für die Lehrer besteht dagegen Anwesenheitspflicht, „sie sind grundsätzlich im Dienst“, erklärt er. So wird in den Grundschulen derzeit aufgeräumt, es werden Materialbestände ausgemistet, Bücher abgestaubt, Bewertungstabellen überarbeitet oder sich in neue PC-Programme eingearbeitet.
Auch die Schüler wurden mit Material versorgt, um durch die verlängerten Ferien nicht den Anschluss an Einmaleins, Vokabeln und Co. zu verlieren.
„Ich rate den Eltern, etwas zu finden, was die Kinder interessiert, ob in der Natur, bei kleinen Experimenten oder in Mini-Projekten, die gemeinsam umgesetzt werden können“, rät Egbert Bortfeldt, „Lesen üben, das Einmaleins wiederholen oder sich an kleine englische Texte wagen.“
„Es geht mehr um Wiederholung des Lernstoffes, als darum, in diesem weiterzukommen“, so der Schulleiter, „Neue Lerninhalte sollten dann wieder in der Schule vermittelt werden, sonst würde die Gefahr bestehen, dass die Kinder nach den Ferien auf verschiedenen Levels wären.“
Die Angst der Eltern, deren Kinder auf eine weiterführende Schule wechseln, und womöglich durch den versäumten Schulstoff, Nachteile haben, kann Egbert Bortfeldt, verstehen:“Der Vorteil in Isernhagen ist jedoch, dass hier die Grundschüler überwiegend auf die IGS und das Gymnasium Isernhagen wechseln. Mit denen stehen wir in engem Kontakt und haben die Chance, auf kurzem Weg, den Leistungsstand der Schüler zu kommunizieren. So können die weiterführenden Schulen darauf Rücksicht nehmen und Schulstoff nachholen oder wiederholen, damit den neuen Fünftklässlern kein Nachteil entsteht und sie mühelos den Übertritt schaffen.“