Etliches was Pferd und Reiter zeigen, kostet anderswo Eintritt

Christine Buchholz-Straßer befragt Klaus Kleffmann von der Jägerschaft Burgdorf, warum Hunde in der Zeit von April bis Juli auf Feldern, Wiesen und im Wald angeleint werden sollten. (Foto: Ingrid Hilgers)

Christine Buchholz-Straßer moderiert die Darbietungen auf dem Pferdemarkt

BURGDORF. Christine Buchholz-Straßer ist mit Pferden groß geworden und kann sich ein Leben ohne die Vierbeiner nicht vorstellen. Sie ist in Kolshorn aufgewachsen, absolvierte eine Ausbildung bei einem bekannten Hengstaufzüchter und füttert heute noch täglich die Hannoveraner aus dem landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Eltern. Bis vor Kurzem ritt sie noch die jungen hannoverschen Zuchtpferde des elterlichen Betriebes zu. „Das mache ich heute wegen meiner eigenen Familie nur noch begrenzt“, sagt die 40-Jährige, die in einem Berufsbildungszentrum in Neustadt Lehrlinge im Bereich Farbtechnik und Raumgestaltung ausbildet. Schon als Studentin hat Christine Buchholz-Straßer gern Verantwortung übernommen und die Jugendarbeit im Reitverein gefördert. Als sie gefragt wurde, ob sie die Vorführungen des Burgdorfer Pferdelandes auf den Pferdemärkten moderieren wolle, zögerte sie nicht lange. „Viele Ehrenämter kann ich aus zeitlichen Gründen als berufstätige Mutter mit zwei kleinen Kindern nicht ausüben, aber die Moderation der Vorführungen auf dem Pferdemarkt ist ein überschaubarer Aufwand und gut zu bewältigen.“
Seit rund vier Jahren gestaltet Christine Buchholz-Straßer in der Saison von April bis September die Moderation für die Präsentationen der Mitglieder des Burgdorfer Pferdelandes. Von morgens um neun bis mittags um 12 Uhr gibt es mit kleineren Unterbrechungen Programm. Manches wiederholt sich während dieser Zeit, aber die Kolshornerin achtet darauf, dass das Publikum stets Vorführungen sieht oder Informationen zu bestimmten Themen erhält. Christine Buchholz-Straßer erklärt den Besuchern die Besonderheiten der verschiedenen Pferderassen, macht das Publikum während einer Vorführung darauf aufmerksam, wie schwierig beispielsweise das Synchronspringen ist und lässt sich spontan etwas anderes einfallen, wenn eine angekündigte Präsentation ausfällt. „Dann improvisiere ich und bitte beispielsweise einen Mitarbeiter der Jägerschaft zum Interview.“ In der Regel steht das Programm eine Woche vorher. Die Vorführenden haben zum Teil einen weiten Anreiseweg und betreiben einen hohen Aufwand, wenn sie nach Burgdorf kommen. Beispielsweise haben die Mitarbeiter von Richard Hinrichs, die in ganz Deutschand auftreten, Barockreiterei gezeigt oder die Kutschenfahrer aus der Region Burgdorf sind mit Gespann und Pferd auf dem Pferdemarkt vorgefahren. „Häufig“, sagt Christine Buchholz-Straßer, „haben wir Stammpublikum.“ Die Menschen kämen, um die Vorführungen des Burgdorfer Pferdelandes zu sehen. Ein älterer Herr komme des Öfteren und bedanke sich hinterher mit den Worten: „Das war wieder schön heute.“
Alle Vorführungen des Burgdorfer Pferdelandes sind ehrenamtlich, niemand erhält ein Entgeld. Etliches was Pferd und Reiter zeigen, kostet anderswo Eintritt. So wie beispielsweise die Vorführungen der Lister Ponyschule, die barockes Reiten mit einer Ballerinatänzerin präsentieren und auch bei Pferd&Jagd auftreten. Oder die Kutschfahrer, die eine seltene Troika fahren und vom Publikum sehr viel Beifall für ihre Fahrkünste erhalten. „Das ist das Schöne“, sagt die ehrenamtliche Moderatorin, „dass immer wieder eine familiäre Atmosphäre auf den Pferdemärkten entsteht und die Arbeit sich auf viele Schultern verteilt!“ Die Zusammenarbeit im Pferdeland-Team um Barthold Plaß bereite sehr viel Freude und Spaß. Es gebe niemanden, der sich nach vorne dränge und jeder trage auf seine Art und Weise zum Gelingen bei.
Gibt es Wünsche oder Projekte für künftige Pferdemärkte? „Klar!“, sagt Christine Buchholz-Straßer, „Natürlich wünsche ich mir weiterhin ein tolles Programm, aber auch die Unterstützung durch angeschlossene Vereine, Medien und weitere ehrenamtliche Teilnehmer, damit das Burgdorfer Pferdeland insgesamt noch ein wenig bekannter wird.“
Ingrid Hilgers