Es war einmal ein trauriger dunkler Weihnachtsbaum

Der große Weihnachtsbaum auf dem Domfrontplatz durfte nur ein paar Tage lang im halben Lichterglanz erstrahlen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Hohn und Spott für die Fichte auf dem Domfront-Platz

GROSSBURGWEDEL (hhs). Zu Beginn der Adventszeit hat der Bauhof der Stadt Burgwedel an allen öffentlichen Einrichtungen und Plätzen der Stadt Weihnachtsbäume aufgestellt. Es sind nicht immer die schönsten Bäume, die nun an diesen Stellen als Weihnachtsbäume platziert worden sind.
Als Beispiel dafür mag das Exemplar vor dem Jugendtreff in Fuhrberg gelten. Die Fichte sieht bei Tageslicht eher bemitleidenswert aus, in der Dämmerung und nachts mit Beleuchtung ist sie aber eine Augenweide, das tröstende Licht in der Finsternis.
Das Exemplar in Großburgwedel, auf Burgwedels schönstem Platz, dem Domfrontplatz, ist weitaus größer und von schönerem Wuchs. Auch ist es geschmückt, wie man es erwartet gerade an einem Ort, der die innige Freundschaft zur französischen Partnerstadt Domfront manifestiert. Aber er ist nicht beleuchtet.
Dabei war der Baum die ersten Tage bis zum Weihnachtsmarkt in Großburgwedel beleuchtet, allerdings sorgte die Art und Weise, für so manchen zweideutigen Kommentar. Hohn und Spott erntete der arme Weihnachtsbaum. Mitarbeiter des Bauhofes hatten die von Natur aus prächtig gewachsene große Fichte mit einer Lichterkette versehen: Allerdings nur zur Hälfte, der Rest des Baumes blieb dunkel.
In der Dämmerung und bei Nacht sah das doch schon etwas drollig aus und geriet so zu einem der Hauptgesprächsthemen auf dem Weihnachtsmarkt. Großburgwedels Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller und Peter Liebau vom Vorstand der IGK steckten die Köpfe zusammen und schmunzelten. „Der Baum sieht so aus, als hätte man ihm...“, raunte er dem Bürgermeister zu. Der begann auch zu schmunzeln, behielt aber seine naturgegebene Zurückhaltung nun auch in halbamtlichen Dingen bei. „Jaaaa“, sprach er gedehnt, „das ist schon etwas komisch anzusehen abends“. Da müsse man wohl noch etwas tun ....
Deutlichere Worte fanden andere Mitbürger: Es sei eine Schande für den Domfront-Platz und der Freundschaft der beiden Kommunen keinesfalls angemessen, meinte jemand. Andere gingen auf die Bedeutung des Lichts ein. Wenn schon, trotz aller Burgwedeler Sparsamkeit, Licht am Baum sei, dann aber bitteschön auch richtig, nicht nur zur Hälfte.
In der Woche darauf erstrahlte der Baum auf dem Domfront-Platz nicht mehr im halben Lichterschein - er blieb schlichtweg dunkel. Die Anschaffung einer entsprechenden Lichterkette für den ganzen Baum konnte sich die Stadt Burgwedel wohl nicht leisten …