Es wäre ein richtig schönes Schützenfest geworden, hätte das Wetter mitgespielt

Trotz des miserablen Wetters verlief das Großburgwedeler Schützenfest nach Plan

GROSSBURGWEDEL (hhs). Schützenfest-Termine werden mit langem Vorlauf festgelegt, Wetterprognosen habe es da leichter übers Jahr gesehen. Eine Prognose, die einen Zeitraum von mehr als fünf Tagen vorhersagt, ist eigentlich nicht einmal das Papier wert, auf das sie geschrieben ist, übers Jahr gesehen. Im Juni ist das anders: So um den 9. Juni herum stellt sich in Norddeutschland die sogenannte „Schafskälte“, mit einer Wahrscheinlichkeit von 89%. Das heißt tagsüber starker Wind aus Nordwest mit Regen, Temperaturrückgang auf deutlich unter 20 °C, nachts sogar bis um 10 °C. Diese Schafskälte hält, auch mit einer Wahrscheinlichkeit von 89%, bis etwa 24 Juni an, beinahe jedes Jahr. Der diesjährige Großburgwedeler Schützenfest-Termin am vergangenen Wochenende lag also mittendrin. Dennoch, so hieß es allenthalben, es sei ein schönes Schützenfest gewesen, und es hätte ein richtig schönes Fest werden können, hätte das Wetter mitgespielt.
Der Auftakt am Freitag verlief aus Sicht des veranstaltenden Schützenvereins Großburgwedel von 1888 eigentlich wie immer. Nach dem ökumenischen Gottesdienst ging es zur Rathausterrasse. Dort gaben die Vorjahresmajestäten ihre Ketten zurück und erhielten dafür kleine Medaillen, die nun an den Uniformen an ihre Würden des vergangenen Jahres erinnern. Der Kommers auf dem Festzelt mit der Proklamation der Könige ist weitgehend wetterunabhängig. Am Nachmittag schon war der Festplatz mit seinem Vergnügungspark recht gut besucht, zumindest in den weitgehend trockenen Phasen. Abends war das Zelt gut gefüllt, und eine ungeahnte Überraschung gab es für Großburgwedels Schützenchef auch noch zu verkünden: Gaby Wegner, die in diesem Jahr Bürgerkönigin wurde, ist ab Freitag Mitglied im Schützenverein Großburgwedel von 1888.
Der Samstag steht immer ganz im Zeichen des Ausmarsches zum Scheibenannageln. Die Schützen treffen sich traditionell auf dem Alten Markt. In diesem Jahr hätten die Organisatoren aus Vorsicht einige Pavillons dort aufstellen sollen. Etwa zehn Minuten ehe die Schützen losmarschieren wollten, kam ein Schauer hernieder, alles floh vor dem harten Guss auf die benachbarten Grundstücke, doch dann wurde es wieder trocken. Zunächst ging es zu Kinderkönig Jan Burchard, anschließend zu Bürgerkönigin Gaby Wegner, Jungmannenkönig Florian-Alexander Feyerabend und zuletzt zu Schützenkönig Klaas Bauer. Bei allen ließ es sich gut aushalten, denn Pavillons beherrschten die Gärten. Und die Schützen hatten Glück an diesem Nachmittag, sie kamen trocken wieder auf dem Festzelt an.
Am Sonntag steht in Großburgwedel immer der große Schützenfestumzug an, mit mehreren Kapellen, befreundeten Schützenvereinen, den Großburgwedeler Vereinen und mehreren Gruppen aus unterschiedlichen Bereichen. Man trifft sich im Amtspark zur Aufstellung, und in diesem Jahr beherrschten Regenschirme und Regenmäntel das Bild dort. Eine knappe halbe Stunde vor Beginn des Umzuges hatte es begonnen, wie aus Kübeln zu schütten. Dort, wo an den Straßenrändern zu Beginn der Route in den Vorjahren immer ein paar hundert Zuschauer warteten, herrschte am Sonntag gähnende Leere. Das hielt die Schützen und ihre Gäste aber keinesfalls ab, den Umzug in gewohnter Form und auf bekanntem Weg durchzuführen.
Los ging es, zunächst Richtung Feuerwehr, dann durch die Von-Eltz Straße zur Dammstraße, weiter ins Mitteldorf an St. Petri vorbei in die Von-Alten-Straße und über die Fuhrberger Straße zurück zum Festplatz. Der Wind wehte böig stark und auf einigen Streckenabschnitten regnete es „waagerecht“, wie später eine Teilnehmerin flachste. Die Kameraden der Feuerwehr hatten ihre Schirmmützen etwas tiefer ins Gesicht gezogen, Schwierigkeiten hatten die beschirmten Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Viele Regenschirme hielten dem Wind nicht Stand. Und auch die Standartenträger hatten gegen ihn anzukämpfen. Aber in Höhe von St. Petri endete der Regen, und flugs erhellten sich die Gesichter der Marschierenden. Auch die Teilnehmer aus Politik und Verwaltung trugen wieder ein Lächeln auf den Gesichtern, als der Festplatz erreicht war. Auf dem Zelt waren die Tische hübsch mit Blumen dekoriert, Kaffee und Kuchen lockten mit verführerischem Duft und an den Tischen für die Marschteilnehmer standen Fässer für das kühle Helle. „Geschafft“, lachte Ortsbrandmeister Carsten Rüdiger. „Da muss man einfach durch!“