Es geht um die Versorgung in Wettmar und Umgebung

Unverändert, der NP-Markt an der Bruchstraße. (Foto: Renate Tiffe)

Verbrauchermarkt kommt: jetzt Rewe statt Edeka

GROSSBURGWEDEL (ti). Für viele Wettmarer mag die Neuigkeit überraschend kommen: statt Edeka wird nun aller Voraussicht nach ein Investor für Rewe den Verbrauchermarkt am Ortsausgang nach Engensen bauen. Edeka ist aus dem Spiel – allerdings nicht, weil sich ein Markt an diesem Standort nicht rentieren würde, wie die Gegner des Projekts behaupten. Eher das Gegenteil ist der Fall. Unter mehreren Interessenten hat sich die Grundstückseigentümerin für das Einzelhandelsunternehmen entschieden, das den besten Preis bot.
In der Sitzung des Planungsausschusses am Dienstag verlas Christina Muckelberg (WEB) den Antrag, der sich an den „Rückzug“ von Edeka anschließen sollte, und in dem sie forderte, das Projekt jetzt zu begraben unter dem Motto: besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Ein neuer Investor sei nicht in Sicht erklärte sie weiter – und musste sich postwendend eines besseren belehren lassen. Der Antrag enthalte vieles, was nicht korrekt sei, korrigierte der Verwaltungschef. So sei das Grundstück bereits verkauft. Der Investor arbeite mit der Firma Rewe zusammen. Es gehe um die Nahversorgung in Wettmar, erläuterte Dr. Hendrik Hoppenstedt. Aus diesem Grund habe die Stadt viel Geld für die Planung ausgegeben, unabhängig davon, welcher Investor sich finden werde.
Es folgten die Stellungnahmen der Fraktionsvorsitzenden. Er halte den Markt weiter nicht für notwendig, unterstützte Heinz Visel von den „Grünen“ den WEB-Antrag. Er blieb der einzige. Geradezu ein Bekenntnis für den Verbrauchermarkt gab Joachim Papenburg für die SPD ab. Ein Vollsortimenter sei wichtig für die Entwicklung des Ortsteiles. Andere Standorte seien überprüft worden, hätten sich aber als nicht geeignet erwiesen. Das Grundstück werde umgrünt, so dass es sich dem Dorfbild anpasse. Für die CDU-Fraktion befürwortete Thorsten Riekenberg die Planung. Die Abstimmung erfolgte mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung.
So konnte nach der frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung im April 2009 und der öffentlichen Auslegung im September innerhalb von 20 Minuten der Entwurf für den Bebauungsplan „Verbrauchermarkt Wettmar“ den Ausschuss passieren. Er muss nun noch vom Verwaltungsausschuss und dem Rat – vermutlich im Juni – abgesegnet werden. Vorausgegangen war eine fünf Jahre dauernde Auseinandersetzung mit den Gegnern, vorwiegend den Anliegern des Marktes, und ihren nicht enden wollenden Detailforderungen, die mit Einsprüchen und Gutachten einen Papierwust von mehreren Zentimetern erzeugt hatten. „So ein Verfahren hatten wir noch nie“, sagte Bauamtsleiter Niklas Gutzler im Nachhinein.
Und die Forderungen werden weiter geführt. Jetzt geht es um das Gebäude des NP-Marktes an der Bruchstraße. Zwar teilte der Sprecher der Edeka-Minden, die den Markt betreibt, auf Anfrage  mit, dass die Lage nun anders sei, und „die Dinge neu zu bewerten“ seien. Man wolle jedoch nichts übers Knie brechen. An eine Retourkutsche sei nicht gedacht. Im oben geschriebenen Antrag las sich das so, dass Edeka jetzt den Markt modernisiert und das Warenangebot ergänzt. Die Karten sollen also neu gemischt werden beim Handel in Wettmar. Und was muss da her? Ein Gutachten.